Gründungsfest AKI Verlag | © Benedikt Schnermann

Fest zur Gründung des AKI Verlags

Im Oktober sind die ersten fünf Bücher des AKI Verlags erschienen – am 31.10. lud die Verlegerin Ann Kathrin Doerig in die Verlagsräume in der Hegibachstrasse 2, um die Verlagsgründung zu feiern. Nach einer Rede der Verlegerin las die Schriftstellerin und Regisseurin Ivna Žic aus dem
Lyrikband Erden von Dóri Varga, den sie für den AKI Verlag übersetzt hat. Außerdem wurde der Film Audre Lorde – The Berlin Years gezeigt. Er stammt von Dagmar Schultz, der ersten deutschen Verlegerin von Audre Lorde in den achtziger Jahren, die einen Text zum Audre-Lorde-Band Ein strahlendes Licht beigesteuert hat.

AKI – ein funkelndes Wort. Der Name ist Programm!

„Auf den Verlagsnamen AKI bin ich gekommen, weil es mein Kindername war“, sagte Ann Kathrin Doerig. Sie habe ihn sich selbst gegeben, als sie ihren vollen Namen noch nicht aussprechen konnte. „Diesen Akt des Selberbenennens, sich einen Namen und eine Geschichte zu geben und zu sagen: ‚So möchte ich genannt werden, das ist meine Geschichte. Als Frau, als Mensch, finde ich das immer noch unheimlich kraftvoll und wichtig, auch wenn ich heute nicht mehr so gern Aki genannt werde. Und diese Idee passt zu unserem Programm und den verschiedenen Stimmen, die sich darin finden.“

Wie durch Zufall – oder auch nicht? – habe der Name weitere schöne Bedeutungen: Auf Griechisch bedeutet AKI das Kleine, Ausgewählte, und der AKI Verlag steht für ein kleines, ausgewähltes Programm. Das Wort klingt fast wie das spanische „aquí“, also „hier“. Gegenwärtig, bewusst im Hier und Jetzt – auch das sollen die Bücher des AKI Verlags sein. Und auf Japanisch heißt AKI „funkeln“, „hell“ und „leuchten“ – und Herbst. Im AKI Verlag erscheint nur ein Programm im Jahr – immer im Herbst.

„Mehr Zeit für die Auswahl der Titel, mehr Zeit für die Übersetzungen, mehr Zeit für Gestaltung und Lektorat. Das war die Vision, und so soll es bleiben.“

Ein kleines, gewichtiges Programm – und ein Plädoyer für mehr Zeit

„Dieses Programm ist aus einer wirklich großen Sehnsucht entstanden. Der Sehnsucht nach weniger. Nach Büchern, die Zeit haben, sich zu entfalten“, sagte die Verlegerin.

Deborah Levys Roman Landschaft verschluckt beispielsweise sei ein schmales Buch, und dennoch – das versprach die Verlegerin – könne man damit ganz viel Zeit verbringen. Es sei ein Buch, das langsam gelesen werden müsse, denn es werfe Fragen auf – solche, die Deborah Levy stellt, und dann auch Fragen, die man in sich selbst entdeckt. Und mit Audre Lordes Ein strahlendes Licht  könne man alleine schon gut überwintern. „Da ist so viel drin. Das braucht Zeit.“

Vielstimmig, generationsübergreifend, intersektional feministisch

Ann Kathrin Doerig nutzte ihre Rede auch dazu, die Namen aller Mitwirkenden zu nennen. Sie lege Wert auf die Eigenwilligkeit der literarischen Stimmen, sagte sie, und zugleich auf die Universalität ihrer Geschichten. Auch die Übersetzerinnen und die Autorinnen der Vor- und Nachworte seien mit großer Sorgfalt gewählt geworden. Die Coverabbildungen der Bücher stammten von prominenten Künstlerinnen. So seien Kunstwerke fürs Regal entstanden.

Die Autorinnen des ersten Programms sind:
Dorothy Gallagher, Deborah Levy, Audre Lorde, Jamaica Kincaid und Dóri Varga

Die Übersetzerinnen:
Monika Baark, Marion Hertle, Eva Bonné, Marion Kraft, Mirjam Nuenning, Pasquale Virginie Rotter, Sabine Herting und Ivna Žic

Die Vor- und Nachwortautorinnen:
Verena Lueken, Jackie Thomae, Alexis Pauline Gumbs, Cheryl Clarke und Dagmar Schultz

Die Künstlerinnen:
Lina Scheynius, Nicole Mangiola, Cassi Namoda, JEB und Annelies Štrba.

Weitere Informationen unter: akiverlag.com

 

Pressemitteilung Kampa Verlag

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