Peter-Härtling-Preis 2021 für Juliane Pickel

Der mit 3.000 Euro dotierte Peter-Härtling-Preis 2021 geht an Juliane Pickel. Die Jury um Tilman Spreckelsen und Andreas Steinhöfel wählte ihr Manuskript »Der Unfall oder Princess Evil« aus über 150 anonym eingereichten Texten aus. Das preisgekrönte Jugendbuch wird im Programm Beltz & Gelberg veröffentlicht. Die Preisverleihung findet im Mai 2021 in Weinheim statt.

Die Jury zu den Gründen für die Wahl: »Mit großer Unmittelbarkeit und überraschendem Humor gelingt es der Autorin Juliane Pickel in ihrem Debüt, Daniels Geschichte bildintensiv und immer stimmig zu erzählen. Klischees und sicher antizipierte Stationen der Handlung werden souverän vermieden. Aus Daniels Vatersuche wird eine ungewöhnlich fesselnde Familiengeschichte, die ihm die Augen öffnet für das, was ihn zu überwältigen droht. Und dafür, wie er dagegen ankämpfen kann.«

Juliane Pickel erzählt in »Der Unfall oder Princess Evil« vom 15-jährigen Daniel, der einen großen Rucksack an Problemen mit sich herumträgt. Sein Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen, seine Mutter schleppt einen Liebhaber nach dem anderen an, und dann stirbt auch noch sein heißgeliebter Hund. Daniels Verunsicherung entlädt sich in unkontrollierten Wutattacken. Mit dem aktuellen Freund der Mutter rückt aber die leise Hoffnung auf so etwas wie Familie in greifbare Nähe. Bis ein tödlicher Unfall auch diese Hoffnung zerstört. Daniel versucht herauszufinden, wer an dem Unfall schuld ist. Bei seiner Suche merkt er, dass sich alles verändert: Vor allem das Verhältnis zu seinem besten Freund Edgar und zu der sadistischen Klassenschönheit Alina.

Für ihre Arbeit am Romanmanuskript erhielt Juliane Pickel, die von der Literarischen Agentur Weniger betreut wird, den Hamburger Förderpreis 2018.

Über die Autorin

Juliane Pickel wurde 1971 in Ratingen geboren und lebt seit 1994 in Hamburg. Nach einem Studium der Erziehungswissenschaften in Münster und Hamburg und einer Fortbildung zur Fachzeitschriften-Redakteurin arbeitete sie als Bildungsforscherin, Dozentin und Werbetexterin, bevor sie in der Online-Redaktion des NDR anheuerte.
2017 wurde sie für ihre Kurzgeschichte »Freier Fall« mit dem Walter-Kempowski-Literatur-Förderpreis der Hamburger Autorenvereinigung ausgezeichnet.

Die Jury des Peter Härtling-Preises 2021

  • Dr. Tilman Spreckelsen | Redakteur Frankfurter Allgemeine Zeitung (Jury-Vorsitz)
  • Andreas Steinhöfel | Autor
  • Dr. Ramona Lenz | Buchhändlerin (Tatzelwurm)
  • Dr. Christian Demandt | Literaturvermittler und Lehrer
  • Barbara Gelberg | Lektorin Beltz & Gelberg

Über den Peter-Härtling-Preis

Der Peter-Härtling-Preis für unveröffentlichte Kinder- und Jugendbuchmanuskripte wird seit 1984 alle zwei Jahre von Beltz & Gelberg ausgeschrieben. Er ist mit 3000 Euro dotiert und wird in Weinheim verliehen. Das preisgekrönte Manuskript wird im Programm Beltz & Gelberg veröffentlicht. Unter den früheren Preisträgern sind Martina Wildner, Gabi Kreslehner, Salah Naoura, Antje Herden und Regina Dürig.

 

Eine Presseaussendung der Julius Beltz GmbH & Co. KG
www.beltz.de

Kunstpreisträgerinnen und -preisträger 2020 stehen fest

Staatssekretärin Andrea Mayer hat heute die Preisträgerinnen und Preisträger des Österreichischen Kunstpreises 2020 bekanntgegeben.
Die Künstlerinnen und Künstler, die mit dem Österreichischen Kunstpreis 2020 ausgezeichnet werden, stehen fest. Der mit jeweils 15.000 Euro dotierte Preis wird heuer in den Sparten Bildende Kunst, Film, Kulturinitiativen, Künstlerische Fotografie, Literatur, Kinder- und Jugendliteratur, Medienkunst sowie Musik vergeben. Hinzu kommt der Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur. Dieser wird seit 2016 jährlich in Würdigung von Hans Hollein für ein umfangreiches, auch international anerkanntes Werk vergeben. Der Preis ist ebenfalls mit Euro 15.000 dotiert.

Folgende Künstlerinnen und Künstler werden mit dem Österreichischen Kunstpreis 2020 ausgezeichnet:

  • Anna Jermolaewa | Bildende Kunst
  • Norbert Pfaffenbichler | Film
  • Renate Habinger | Kinder- und Jugendliteratur
  • esc – medien kunst labor | Kulturinitiativen
  • Inge Dick | Künstlerische Fotografie
  • Kathrin Röggla | Literatur
  • Hofstetter Kurt | Medienkunst
  • Susanne Kirchmayr (Electric Indigo) und Peter Ablinger | Musik
  • Elsa Prochazka wird mit dem Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur ausgezeichnet.

„Mehr denn je verdienen es Österreichs Künstlerinnen und Künstler, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gestellt zu werden. Ihr Beitrag zum gesellschaftlichen Leben geht weit über den Bereich des Kunstmarktes hinaus. Genau das erleben wir alle derzeit durch diese Krise“, so Staatssekretärin Mayer am Dienstag. „Es sind ihre Werke, die Orientierung und Hoffnung ebenso geben, wie sie eine kritische Verortung erlauben. All das ist unerlässlich für unsere Gesellschaft.“

Die Preisüberreichung findet im Rahmen eines Festakts am 24. November 2020 in der Wiener Hofburg im Beisein von Bundespräsident Alexander Van der Bellen statt.

Der Österreichische Kunstpreis wird etablierten Künstlerinnen und Künstlern für ihr Gesamtwerk zuerkannt und jährlich vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport vergeben. Mit dem Preis werden sowohl ein facettenreiches Kunstschaffen, ein umfassendes Oeuvre als auch die kontinuierliche inhaltliche Weiterentwicklung in der künstlerischen Arbeit gewürdigt. Mit der Vergabe des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur soll das Andenken an Hans Hollein bewahrt und die große Bedeutung seines Werks betont werden.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch unabhängige ExpertInnenjurys, eine Bewerbung ist nicht möglich.

Anna Jermolaewa, Bildende Kunst

Geboren 1970 in St. Petersburg, lebt und arbeitet in Wien; 1998 Abschluss des Kunstgeschichtestudiums an der Universität Wien, 2002 Abschluss des Studiums an der Akademie der bildenden Künste Wien (Kunst und digitale Medien), von 2005 bis 2011 Professorin für Medienkunst an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe/ZKM, seit 2018 Professorin an der Kunstuniversität Linz. Zahlreiche Ausstellung im In- und Ausland sowie Preise und Auszeichnungen. Anna Jermolaewa setzt sich in ihrer Arbeit mit jenen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auseinander, die prekäre Machtverhältnisse, soziale Ungerechtigkeiten und politische Unterdrückung hervorbringen.

Norbert Pfaffenbichler, Film

Geboren 1967 in Steyr, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler, Filmemacher und Kurator in Wien. Nach dem Besuch einer Fachschule für Behindertenpädagogik und Sozialberufe arbeitete er von 1989 bis 1993 als Behindertenbetreuer in Wien. Ab 1992 Studium der Theaterwissenschaften und Publizistik an der Universität Wien, ab 1994 Studium der Visuellen Mediengestaltung bei Peter Weibel an der Universität für angewandte Kunst Wien. Zahlreiche Beteiligungen an Festivals und Ausstellungen.

Renate Habinger, Kinder- und Jugendliteratur

Geboren 1957 in St. Pölten, studierte Grafikdesign von 1971 bis 1975 an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und ist seit 1975 als freischaffende Illustratorin und Grafikdesignerin tätig. Seit 1997 leitet Renate Habinger die Papierwerkstatt „Schneiderhäusl“ in Oberndorf und seit 2008 die Sommerschule für Kinderbuchillustration. Sie gründete 2013 das Kinderbuchhaus im Schneiderhäusel und ist seitdem dessen künstlerische Leiterin. Zahlreiche Bücher für Kinder und Erwachsene, wofür sie mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis, dem Kinderbuchpreis der Stadt Wien und dem Illustrationspreis der Stadt

esc – medien kunst labor, Kulturinitiativen

esc definiert sich selbst als Kulturinitiative, die Kunstprojekte im Kontext neuer Kulturtechnologien initiiert und betreibt. Der Intention des esc medien kunst labor entsprechend werden künstlerische Arbeiten nicht nur über einen kurzen Zeitraum vermittelt, sondern über längere Zeitperioden mitverfolgt. Das esc medien kunst labor bietet österreichischen Künstlerinnen und Künstlern nicht nur die Möglichkeit, die Arbeiten internationaler Kolleginnen und Kollegen in einer Ausstellung kennenzulernen, sondern fördert im Rahmen des esclab ganz gezielt die Zusammenarbeit österreichischer Künstlerinnen und Künstler mit Kreativen aus anderen Nationen.

Inge Dick, Künstlerische Fotografie

Geboren 1941 in Wien, lebt und arbeitet in Loibichl am Mondsee. Sie begann als künstlerische Autodidaktin, absolvierte ab 1962 ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Ab 1971 schuf sie als freischaffende Künstlerin konzeptionelle Malerei in der Tradition der klassischen Moderne; in den 1980er Jahren wurden Polaroid-Bilder zu zentralen Elementen ihrer Werke. Die Untersuchung von Licht, Zeit und Farbe ist das entscheidende Prinzip von Inge Dicks künstlerischer Arbeit. Inge Dick zählt mit ihren Fotoprojekten, ausgeführt mit großen Polaroid-Kameras, sowie mit ihren Filmprojekten zu den renommiertesten VertreterInnen der österreichischen Gegenwartskunst sowie zu den ausgefallenen Positionen der zeitgenössischen experimentellen Fotografie und Filmarbeit. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise sowie Stipendien. Mit ihren Werken ist die Künstlerin weltweit in Museen und Sammlungen vertreten.

Kathrin Röggla, Literatur

Geboren 1971 in Salzburg, studierte Germanistik und Publizistik an der Universität Salzburg und lebt seit 1992 in Berlin. Sie arbeitet als Prosa- und Theaterautorin und entwickelt Radiostücke und akustische Installationen. Seit 2012 ist sie Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und seit 2015 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. Poetikdozenturen in Saarbrücken, Zürich, Bamberg und Köln. Für ihre Bücher erhielt sie zahlreiche Preise, darunter den Italo-Svevo-Preis, den Anton-Wildgans-Preis, den Arthur-Schnitzler-Preis, den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch sowie den Franz-Hessel-Preis. Zuletzt erschien „Der Elefant im Raum“ (2019).

Hofstetter Kurt, Medienkunst

Geboren 1959 in Linz, lebt und arbeitet in Wien. Künstlerische Schwerpunkte: Konzepte, Computer-, Licht- und Internet-Arbeiten, Medienkunstinstallationen im öffentlichen Raum, akusmatische Musik- und Klangarbeiten, Experimentalvideos in Zusammenarbeit mit Barbara Doser (Parallel Media), Prints, Skulpturen, Irrationale Muster. Seit 2002 veröffentlicht er wissenschaftliche Publikationen im Bereich der Geometrie. Zahlreiche Ausstellungen und permanente Installationen im In- und Ausland. Auszeichnungen u.a. 2015 Outstanding Artist Award in der Kategorie Interdisziplinarität und 1996 Brunel Award Commendation, Kopenhagen.

Peter Ablinger, Musik

Geboren 1959 in Schwanenstadt. Er absolvierte 1974–1976 eine Grafikausbildung an der HTL Linz und studierte von 1977–1979 Jazz-Klavier an der Musikhochschule Graz. Ab 1979 nahm er privaten Kompositionsunterricht bei Gösta Neuwirth in Graz, parallel dazu bis 1982 auch bei Roman Haubenstock-Ramati in Wien. Seit 1982 lebt Ablinger in Berlin als freischaffender Komponist. 1988 gründete er das Ensemble Zwischentöne. Die Auseinandersetzung mit unüblichen Instrumenten, Spielorten, Aufführungspraktiken und Notationsformen sind paradigmatisch für die Arbeit des Ensembles. Neben seiner kompositorischen Tätigkeit initiierte und leitete er etliche Festivals. Gemeinsam mit Bernhard Lang, Klaus Lang, Nader Mashayekhi und Siegwald Ganglmair gründete er den Verlag Zeitvertrieb Wien Berlin und ist seit 2012 als Forschungsprofessor an der Universität Huddersfield tätig. Seit 2012 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Er erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Susanne Kirchmayr / Electric Indigo, Musik

Geboren 1965 in Wien, ist Musikerin, Komponistin und DJ, lebt und arbeitet in Wien und Berlin. Seit 1989 bereiste sie als DJ mittlerweile knapp 50 Länder Europas, Asiens, Nord- und Südamerikas. Von 1993 bis 1996 arbeitete sie im legendären Hardwax Plattenladen in Berlin, begann damals eigene Musik zu produzieren, und legte so den Grundstein für ihre internationale Karriere. Nach ihrer Rückkehr nach Wien gründete sie 1998 das Netzwerk female:pressure, um die Sichtbarkeit von weiblichen/transgender Künstlerinnen in elektronischer Musik zu erhöhen. Als Komponistin wurde sie u.a. 2012 mit dem Outstanding Artist Award in der Sparte Computermusik und elektronische Musik ausgezeichnet und erhielt 2013 ein Staatstipendium für Komposition.

 

Eine Presseaussendung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
www.bmkoes.gv.at

Deutscher Buchpreis 2020: Die sechs Finalisten

Die Jury hat die sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2020 ausgewählt:

  • Bov Bjerg, Serpentinen (Claassen, Januar 2020)
  • Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser, August 2020)
  • Thomas Hettche, Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Deniz Ohde, Streulicht (Suhrkamp, August 2020)
  • Anne Weber, Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Christine Wunnicke, Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg, August 2020)

Jurysprecherin Hanna Engelmeier, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI) und Autorin: „Nominiert sind sechs Romane, die uns durch ihre sprachliche Ausdruckskraft und formale Innovation überzeugt haben, zugleich aber auch auf besonders kluge Weise politische Dringlichkeit dokumentieren. Einige schöpfen aus unerwarteten Quellen oder wenden sich historischen Stoffen zu, um darüber zu großen, allgemeingültigen Fragen zu gelangen. Die Shortlist trägt zugleich hervorragenden Titeln Rechnung, die sich biografischen und zeitgenössischen Themen auf überraschende Weise widmen.“

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 206 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2019 und dem 15. September 2020 erschienen sind.

Der Jury gehören neben Hanna Engelmeier an: Katharina Borchardt (Literaturredakteurin, SWR2), David Hugendick (Literaturredakteur, Zeit Online), Chris Möller (Literaturvermittlerin bei Kabeljau & Dorsch, Berlin), Maria-Christina Piwowarski (Buchhandlung ocelot, Berlin), Felix Stephan (Literaturredakteur, Süddeutsche Zeitung) und Denise Zumbrunnen (Buchhandlung Never Stop Reading, Zürich).

Mit dem Deutschen Buchpreis 2020 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2020 um 18 Uhr zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse als Livesendung aus dem Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland. Interessierte können die Preisverleihung per Livestream unter www.deutscher-buchpreis.de verfolgen.

Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Livestream auf www.deutschlandradio.de/debatten.

Ab 1. Oktober 2020 werden Auszüge aus den Shortlist-Titeln in englischer Übersetzung und ein englischsprachiges Dossier zur Shortlist auf dem Internetportal www.new-books-in-german.com präsentiert.

Auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises vermitteln Videoporträts einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis lautet: #dbp20

 

Eine Pressemitteilung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
www.boersenverein.de

Paul Maar mit dem „Hamburger Tüddelband“ für sein Lebenswerk geehrt

Paul Maar wurde am gestern im Rahmen des Hamburger Literaturfestivals Harbourfront mit dem „Hamburger Tüddelband“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

In der Jurybegründung heißt es: „Paul Maar verbindet in seinen Geschichten, aber auch in seinen Reimen, Sprachspielen und Theaterstücken Witz, Tiefe und das genaue Gespür für die Lebenswelt von Kindern, wodurch er seit Jahrzehnten dazu beiträgt, dass seine jungen Leserinnen und Leser mutigere und glücklichere Menschen werden.“

Mit dem „Hamburger Tüddelband“ werden Autorinnen und Autoren geehrt, „die sich mit viel Freude, kontinuierlicher Kreativität und hoher Qualität der Literatur für junge Leserinnen und Leser widmen“. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Cornelia Funke, Kirsten Boie und Finn-Ole Heinrich

Katrin Hörnlein, verantwortliche Redakteurin im Ressort Junge Leser bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, hielt die Laudatio auf Paul Maar

„Präzise mit den Wörtern und ihrer Bedeutung umzugehen, aber auch mit der Sprache zu spielen und zu dichten – das zeichnet seine Texte aus, die auf wundersame Weise zugleich unbeschwert heiter und doch tiefsinnig sind“, so Katrin Hörnlein.

Paul Maar, 1937 in Schweinfurt geboren, zählt zu den bedeutendsten deutschen Kinderbuchautoren. Seine bekanntesten eigenen Figuren sind zweifellos das Sams, ein hintergründig-freches Fabelwesen, der Träumer Lippel und das kleine Känguru. Zuletzt erschien der zehnte „Sams“-Band „Das Sams und der blaue Drache“ im Hamburger Oetinger Verlag.

 

Eine Presseinformation der Verlagsgruppe Oetinger
www.verlagsgruppe-oetinger.de

Max Annas gewinnt »Crime Cologne Award 2020«

Gestern Abend wurde der »Crime Cologne Award 2020« digital verliehen: Ausgezeichnet wurde Max Annas mit »Morduntersuchungskommission – Der Fall Teo Macamo«.

Die Jury begründet ihre Auswahl folgendermaßen:

»Krimis waren in der DDR sehr beliebt und obwohl sie bei den Offiziellen ein ungeliebtes Genre waren, ließ man ihre Veröffentlichung zu. Verbrechen wurden dem Kapitalismus zugeschrieben und kamen im Sozialismus nicht.
Da in den offiziellen Statistiken der DDR kaum Morde verzeichnet wurden, sollten auch die Autoren möglichst auf Morde in den Romanen verzichten, bzw. den Schauplatz notfalls in den Westen verlegen.
Max Annas „Morduntersuchungskommission – Der Fall Teo Macamo“ schließt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung eine Lücke, indem er seinen Roman im letzten Jahrzehnt der DDR ansiedelt. Durch seinen fast protokollarischen Stil unterstreicht er in einer fast objektiv wirkenden Art und Weise, wie die Lebensverhältnisse in der DDR waren und wie die Menschen sich dort auf diese Lebensverhältnisse einstellten. Gewalt gegen Andere scheint hier beinahe die logische Konsequenz.
Mit dem Ermittler Otto Castorp hat er eine Figur geschaffen, deren Welt langsam in sich zusammenfällt, deren baldiges Ende aber noch nicht spürbar ist. Immer wieder muss sich der Leser innerhalb der Geschichte selbst positionieren. Wie hätte man sich selber in dem System verhalten?
Annas bedient sich bei dem historischen und bis heute nicht geklärten Mord an dem Mozambikaner Manuel Diogo, dem der Roman auch gewidmet ist. Er verdeutlicht, dass rassische Verbrechen in der DDR kein Einzelfall waren, aber eben auch kein DDR-Phänomen sind. Vielmehr stellt sich beim Lesen die Frage, wie wir heute mit „Anderen“ umgehen. Damit verleiht Max Annas dem Roman und der Thematik eine enorme Aktualität.«

Nominiert waren außerdem Horst Eckert mit »Im Namen der Lüge« (Heyne Verlag), Tom Hillenbrand mit »Qube« (Verlag Kiepenheuer & Witsch), Petra Ivanov mit »Entführung« (Unionsverlag) und Thomas Ziebula mit »Der rote Judas« (Wunderlich Verlag). Für die Vergabe des Preises war eine fünfköpfige Jury verantwortlich, bestehend aus Mike Altwicker (Vorsitz), Petra Pluwatsch, Marc Raabe, Birgitt Schippers und Margarete von Schwarzkopf.

Der Preis ist mit € 3000 dotiert, die die Preisträgerin oder der Preisträger erhält. Unterstützt wird der »Crime Cologne Award« von der KölnBusiness Wirtschaftsförderungs-GmbH. Alle Shortlist-Nominierten erhalten zudem den Ehrenpreis »Die silberne Lupe«.

Alle Informationen finden Sie auch auf www.crime-cologne.com

 

Eine Pressemitteilung des Crime Cologne e.V.
www.crime-cologne.com

Bayerischer Buchpreis: Nominierte stehen fest

Je drei Bücher in den Kategorien Sachbuch und Belletristik haben die Chance, den Bayerischen Buchpreis 2020 zu gewinnen. Die Jury hat jetzt sechs Titel nominiert, über die sie am 19. November 2020 live auf der Bühne entscheidet:

Kategorie Belletristik:

  • Ulrike Draesner: Schwitters (Penguin)
  • Dorothee Elmiger: Aus der Zuckerfabrik (Hanser)
  • Iris Wolff: Die Unschärfe der Welt (Klett-Cotta)

Kategorie Sachbuch:

  • Max Czollek: Gegenwartsbewältigung (Hanser)
  • Jens Malte Fischer: Karl Kraus. Der Widersprecher (Zsolnay)
  • Hedwig Richter: Demokratie. Eine deutsche Affäre (C. H. Beck)

Der dreiköpfigen Jury gehören in diesem Jahr Sonja Zekri, Feuilletonchefin der Süddeutschen Zeitung, Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, und Knut Cordsen, Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks, an. Die Jury diskutiert die nominierten Titel jeder Kategorie 30 Minuten lang und entscheidet anschließend live vor geladenem Publikum und in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren über die diesjährigen Preisträger und Preisträgerinnen.
Prämiert wird die beste deutschsprachige Neuerscheinung des Jahres in der Kategorie Sachbuch und in der Kategorie Belletristik. Die beiden preisgekrönten AutorInnen erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan.

Ausgezeichnet wird an dem Abend auch ein Autor bzw. eine Autorin mit dem »Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten«. Wer den Ehrenpreis in diesem Jahr erhält, wird im Vorfeld der Preisverleihung bekannt gegeben.

Die Veranstaltung findet am 19. November 2020 unter den zu diesem Zeitpunkt geltenden Hygienebestimmungen in der Allerheiligen Hofkirche der Münchner Residenz statt. Die vollständige Veranstaltung wird live ab 20.05 Uhr im Radio auf Bayern 2, über die BR KulturBühne und in der Mediathek des Bayerischen Rundfunks übertragen.

Der Bayerische Buchpreis wird vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern vergeben und gefördert von der Bayerischen Staatskanzlei. Weiterhin wird der Bayerische Buchpreis unterstützt von Bayern 2 als Medienpartner und gefördert von der ZEIT Verlagsgruppe, dem PS-Sparen der bayerischen Sparkassen sowie dem Verein zur Leseförderung.

 

Eine Pressemeldung des Bayrischen Buchpreises
www.bayerischer-buchpreis.de

Österreichischer Buchpreis 2020: 13 Titel nominiert

Die nominierten Titel für den Österreichischen Buchpreis stehen fest: Zehn Bücher wurden für die Longlist sowie drei Romane für die Shortlist des Debütpreises ausgewählt. Seit Ausschreibungsbeginn haben die vier Jurymitglieder insgesamt 117 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke gesichtet, die zwischen dem 9. Oktober 2019 und dem 8. Oktober 2020 erschienen sind bzw. noch erscheinen werden.

Die für den Österreichischen Buchpreis nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):

Longlist Buchpreis:

  • Helena Adler – Die Infantin trägt den Scheitel links (Jung und Jung)
  • Xaver Bayer – Geschichten mit Marianne (Jung und Jung)
  • Melitta Breznik – Mutter. Chronik eines Abschieds (Luchterhand)
  • Ludwig Fels – Mondbeben (Jung und Jung)
  • Monika Helfer – Die Bagage (Carl Hanser)
  • Karin Peschka – Putzt euch, tanzt, lacht (Otto Müller Verlag)
  • Verena Stauffer – Ousia (kookbooks)
  • Michael Stavari? – Fremdes Licht (Luchterhand)
  • Cornelia Travnicek – Feenstaub (Picus)
  • Ilija Trojanow – Doppelte Spur (S. Fischer)

Shortlist Debütpreis:

  • Leander Fischer – Die Forelle (Wallstein Verlag)
  • Gunther Neumann – Über allem und nichts (Residenz)
  • Mercedes Spannagel – Das Palais muss brennen (Kiepenheuer & Witsch)

Die Fach-Jury für den Österreichischen Buchpreis setzt sich 2020 aus Sebastian Fasthuber (Journalist, Falter), Nicole Henneberg (Literaturkritikerin, u.a. Frankfurter Allgemeine Zeitung), Klaus Seufer-Wasserthal (Buchhändler, Rupertus Buchhandlung) und Ulrike Tanzer (Literaturwissenschaftlerin, Universität Innsbruck) zusammen.

Bekanntgabe der Buchpreis-Shortlist am 8. Oktober
In einem weiteren Schritt wählt die Jury aus den Titeln der Longlist fünf Titel für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises aus, die am 8. Oktober 2020 veröffentlicht wird.

Preisverleihung im Rahmen der Buch Wien 20 am 9. November

Erst am Abend der Preisverleihung am 9. November 2020 erfahren die fünf AutorInnen der Shortlist sowie die drei AutorInnen der Debütpreis-Shortlist, wem der Österreichische Buchpreis und der Debütpreis zuerkannt werden. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger erhält 20.000 Euro; die vier anderen FinalistInnen jeweils 2.500 Euro. Der Debütpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die beiden weiteren Debütpreis-FinalistInnen bekommen ebenfalls 2.500 Euro.

Der Österreichische Buchpreis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS), dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien ausgerichtet.

Jetzt im Handel: Leseproben!

Anlässlich der Bekanntgabe der Longlist sowie der Debütpreis-Shortlist erscheint eine Broschüre, die in österreichischen Buchhandlungen ab dem 3. September aufliegt und in der die nominierten Titel mit ausführlichen Leseproben präsentiert werden.

Lesung: Live-Stream der Shortlist Debüt

Aufgrund der COVID-19 Situation kann die Lesung der drei AutorInnen der Shortlist Debüt in der Bibliothek der AK Wien am Donnerstag, den 22. Oktober dieses Jahr leider nur vor einem kleinen geladenen Publikum stattfinden. Die Veranstaltung wird dafür per Live-Stream für ein größeres Publikum übertragen, der Link für den Stream wird noch bekannt gegeben.

 

Eine Pressemitteilung der Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
www.hvb.at

Hölderlinpreis geht an Navid Kermani

Der Schriftsteller Navid Kermani wird für sein Gesamtwerk mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (Stiftung Cläre Janssen) ausgezeichnet. Oberbürgermeister Alexander Hetjes wird die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung am Sonntag, 1. November 2020, in der Schlosskirche überreichen. Den mit 7.500 Euro dotierten Förderpreis erhält die Autorin Dana von Suffrin.

„Wir sind sehr glücklich über diese Wahl, haben wir damit doch einen Mann und eine Frau, einen Orientalisten und eine Schriftstellerin mit jüdischen Wurzeln ausgezeichnet, besser geht´s nicht“, freut sich Oberbürgermeister Alexander Hetjes.

Die Auswahl der Preisträger stehe sinnbildlich für die Weltoffenheit der Stadt Bad Homburg. Erstmals im diesjährigen Hölderlin-Jubiläumsjahr erhalten sowohl der Hölderlin-Preisträger als auch die Förderpreisträgerin zusätzlich zum Preisgeld die Möglichkeit, die Hölderlin-Wohnung in der Villa Wertheimber kostenfrei zu nutzen. Die Stadt verbindet damit die Hoffnung, die jeweiligen Preisträger den Bad Homburger Bürgerinnen und Bürgern näher zu bringen.

Begründung der Jury

„Seine intellektuelle Neugier hat den Schriftsteller, Essayisten, Orientalisten und Reporter Navid Kermani schon auf die verschiedensten publizistischen Felder geführt. Über das Verhältnis von Glauben und Gesellschaft schreibt der in Siegen aufgewachsene Autor iranischer Abstammung ebenso kenntnisreich wie über das ästhetische Erleben des Koran, den Rockmusiker Neil Young oder seine gefährlichen Reisen in die Krisengebiete unserer Zeit. Einen Kronzeugen für seine literarische Poetik, die nicht zuletzt in seinem autofiktionalen Roman ,Dein Name‘ (2011) im Kleinsten stets ein Abbild des Ganzen sucht, findet er in Friedrich Hölderlin. In seiner zeitgleich verfassten Frankfurter Poetikvorlesung ,Über den Zufall. Jean Paul, Hölderlin und der Roman, den ich schreibe‘ feiert Kermani selbstreflexiv, aber auch selbstironisch seine Liebe zum Dichter. Dabei lässt er erkennen, warum es gerade kein Zufall ist, dass dieser ihn zu einer alles als gleichwertig betrachtenden Literatur inspiriert hat. Bei Navid Kermani treffen philologische Genauigkeit und literarischer Enthusiasmus aufs Schönste zusammen. Furchtlos wandelt er dabei auf dem schmalen Grat zwischen Inspiration und Reflexion, zwischen Intuition und analytischer Schärfe – ein literarisches Wagnis, das nur den Wenigsten gelingt.“

Zu den Preisträgern
Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie des 1. FC Köln. Von 2000 bis 2003 war er Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, von 2009 bis 2012 Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen. Das Jahr 2008 verbrachte er als Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er hielt Poetikvorlesungen in Frankfurt, Göttingen und Mainz; Gastprofessor war er an der Universität Frankfurt, an der Kunsthochschule für Medien in Köln sowie am Dartmouth College in den Vereinigten Staaten. Zusammen mit Guy Helminger ist er seit 2006 Gastgeber des Literarischen Salons im Kölner Stadtgarten. Am Thalia-Theater in Hamburg leitet er seit 2012 gemeinsam mit Carl Hegemann das „Herzzentrum“. Für seine Romane, Essays, Reportagen und Monographien erhielt Navid Kermani unter anderem den den Kleist-Preis, den Joseph Breitbach-Preis und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Sachbücher erscheinen bei C. H.Beck, sein literarisches Werk im Carl Hanser Verlag.

Die 1985 in München geborene Dana von Suffrin absolvierte ihr Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 promovierte sie mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus, seitdem ist sie als Postdoc an der Ludwig-Maximilans-Universität in München tätig. Ihr Romandebüt „Otto“ wurde unter anderem mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses, dem Ernst-Hoferichter-Preis und dem Klaus-Michael Kühne-Preis ausgezeichnet. Dana von Suffrin lebt in München.

Friedrich-Hölderlin-Preis
Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird seit 1983 jährlich von der Stadt Bad Homburg v. d. Höhe gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen als allgemeiner Literaturpreis vergeben. Der Hauptpreis ist mit 20.000 Euro dotiert, der Förderpreis mit 7.500 Euro.
Die Jury: Vorsitzende Sandra Kegel (F.A.Z.) sowie Oberbürgermeister Alexander Hetjes (Stadt Bad Homburg v. d. Höhe), Prof. Dr. Sabine Doering (Hölderlin-Gesellschaft), Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken (Freies Deutsches Hochstift), Prof. Dr. Heinz Drügh (Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt), Alf Mentzer (Hessischer Rundfunk) und Dr. Bettina Gentzcke (Fachbereichsleitung Kultur und Bildung).
Die Preisträger (in chronologischer Reihenfolge): Hermann Burger, Sarah Kirsch, Ulla Hahn, Elisabeth Borchers, Peter Härtling, Karl Krolow, Wolf Biermann, Rolf Haufs, Günter Kunert, Hilde Domin, Friederike Mayröcker, Ludwig Harig, Ernst Jandl, Martin Walser, Doris Runge, Christoph Ransmayr, Reiner Kunze, Marcel Reich-Ranicki, Dieter Wellershoff, Robert Menasse, Monika Maron, Johannes Kühn, Durs Grünbein, Rüdiger Safranski, Urs Widmer, Ror Wolf, Judith Hermann, Georg Kreisler, Arno Geiger, Klaus Merz, Ralf Rothmann, Peter Stamm, Michael Kleeberg, Christoph Peters, Eva Menasse, Daniel Kehlmann, Anke Stelling und Navid Kermani.

 

Eine Pressemitteilung der Verlag C.H.Beck oHG
www.chbeck.de

Deutscher Buchpreis 2020: Die nominierten Romane zum Hören

Den Deutschen Buchpreis im Ohr: Seit 18. August 2020 stehen sie fest, die nominierten Titel des diesjährigen Deutschen Buchpreises. Entdecken lassen sich die 20 Romane mit Hörproben, Audio-Rezensionen und als Hörbücher.

Hörproben der 20 Longlist-Titel sind abrufbar beim Podcast-Radio detektor.fm, online unter www.detektor.fm/deutscher-buchpreis und über die detektor.fm-App. Seit dem 18. August präsentiert detektor.fm von Montag bis Freitag ab 11.30 Uhr und ab 16.30 Uhr jeweils einen nominierten Titel im moderierten Livestream. Die Hörproben zum Deutschen Buchpreis gibt es auch als Podcast. Auf den Plattformen Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios direkt zu hören.

Zum ersten Mal stellt zudem der Podcast www.papierstaupodcast.de die 20 nominierten Titel vor. Das Podcast-Team bespricht die Romane ab dem 26. August 2020 in insgesamt sechs Terminen. Der Deutsche Buchpreis teilt Folgen des Podcasts über seine Social-Media-Kanäle.

Zu einigen nominierten Romanen sind bereits Hörbücher erschienen – welche Titel das sind, ist abrufbar unter: www.deutscher-buchpreis.de/news/eintrag/den-deutschen-buchpreis-im-ohr/ .Für Verlage, die ihren nominierten Titel noch nicht als Hörbuch herausgegeben haben, bietet der Kooperationspartner Bookwire GmbH Sonderkonditionen für die Produktion und das Marketing von Hörbüchern an.

Die Shortlist des Deutschen Buchpreises wird am 15. September 2020 veröffentlicht. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2020 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse als Livesendung aus dem Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis 2020: www.deutscher-buchpreis.de

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis 2020: #dbp20

 

Eine Pressemitteilung des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
www.boev.de

Deutscher Buchpreis 2020: Jury nominiert 20 Romane

Die Jury des Deutschen Buchpreises 2020 hat 20 Romane für die Auszeichnung ausgewählt. Seit Ausschreibungsbeginn haben die sieben Jurymitglieder 206 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2019 und dem 15. September 2020 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Jurysprecherin Hanna Engelmeier, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI) und Autorin:
„Im Gegensatz zur Lektüre der Nachrichten der vergangenen Monate bot die Beschäftigung mit den über 200 eingereichten Titeln vielfältige Lichtblicke. Der Jury eröffnete sich ein Panorama von überwiegend realistisch angelegten Romanen. Besonders viele Romane nutzen das (auto)biographische Erzählen, stark vertreten sind zudem Titel, die sich mit historischen Themen auseinandersetzen. Die Longlist spiegelt diese Schwerpunkte wider, greift aber zusätzlich Romane auf, die sich jüngeren identitätspolitischen Debatten widmen. Es freut uns, dass auch Bücher vertreten sind, die die Form des Romans aufbrechen und mit ihr experimentieren. Die Longlist repräsentiert so nicht nur eine Vielfalt von Themen, sondern auch die Vielfalt poetischer Ausdrucksformen dieser Saison.“

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Helena Adler, Die Infantin trägt den Scheitel links (Jung und Jung, Februar 2020)
  • Birgit Birnbacher, Ich an meiner Seite (Paul Zsolnay, März 2020)
  • Bov Bjerg, Serpentinen (Claassen, Januar 2020)
  • Arno Camenisch, Goldene Jahre (Engeler, Mai 2020)
  • Roman Ehrlich, Malé (S. Fischer, September 2020)
  • Dorothee Elmiger, Aus der Zuckerfabrik (Carl Hanser, August 2020)
  • Valerie Fritsch, Herzklappen von Johnson & Johnson (Suhrkamp, Februar 2020)
  • Thomas Hettche, Herzfaden (Kiepenheuer & Witsch, September 2020)
  • Charles Lewinsky, Der Halbbart (Diogenes, August 2020)
  • Deniz Ohde, Streulicht (Suhrkamp, August 2020)
  • Leif Randt, Allegro Pastell (Kiepenheuer & Witsch, März 2020)
  • Stephan Roiss, Triceratops (Kremayr & Scheriau, August 2020)
  • Robert Seethaler, Der letzte Satz (Hanser Berlin, August 2020)
  • Eva Sichelschmidt, Bis wieder einer weint (Rowohlt Hundert Augen, Januar 2020)
  • Anne Weber, Annette, ein Heldinnenepos (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Olivia Wenzel, 1000 Serpentinen Angst (S. Fischer, März 2020)
  • Frank Witzel, Inniger Schiffbruch (Matthes & Seitz Berlin, Februar 2020)
  • Iris Wolff, Die Unschärfe der Welt (Klett-Cotta, August 2020)
  • Jens Wonneberger, Mission Pflaumenbaum (Müry Salzmann, Oktober 2019)
  • Christine Wunnicke, Die Dame mit der bemalten Hand (Berenberg, August 2020)

Der Jury gehören neben Hanna Engelmeier an: Katharina Borchardt (Literaturredakteurin, SWR2), David Hugendick (Literaturredakteur, Zeit Online), Chris Möller (Literaturvermittlerin bei Kabeljau & Dorsch, Berlin), Maria-Christina Piwowarski (Buchhandlung ocelot, Berlin), Felix Stephan (Literaturredakteur, Süddeutsche Zeitung), Denise Zumbrunnen (Buchhandlung Never Stop Reading, Zürich).

Im nächsten Schritt wählen die Jurymitglieder aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 15. September 2020 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autor*innen, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 12. Oktober 2020 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse als Livesendung aus dem Kaisersaal des Frankfurter Römers statt.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Ab kommender Woche ist das Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2020. Die Nominierten“ im Buchhandel erhältlich. Es enthält Leseproben aus den nominierten Romanen sowie Informationen zu den Autor*innen und wird herausgegeben vom Fachmagazin Börsenblatt des Technologie- und Informationsanbieters MVB. In welchen Buchhandlungen das Buch verfügbar ist, zeigt eine interaktive Karte, ein Angebot von „Jetzt ein Buch!“, der Initiative der deutschen Buchbranche.

Die Hörproben der 20 Longlist-Titel sind ab sofort abrufbar beim Podcast-Radio detektor.fm, online unter www.detektor.fm/deutscher-buchpreis und über die detektor.fm-App. Ab dem 18. August präsentiert detektor.fm von Montag bis Freitag ab 11.30 Uhr und ab 16.30 Uhr jeweils einen nominierten Titel im moderierten Livestream. Die Hörproben zum Deutschen Buchpreis gibt es auch als Podcast. Auf den Plattformen Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios direkt zu hören.

Ab Ende August vermitteln erstmals kurze Videoclips auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.

Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen in den kommenden Wochen 20 Literaturblogger*innen je einen nominierten Titel vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt. Zudem stellt der Podcast www.papierstaupodcast.de die nominierten Titel vor.

Robert Walser-Preis 2020 für Thilo Krause

Thilo Krause wird für seinen Debütroman „Elbwärts“ mit dem Robert Walser-Preis 2020 ausgezeichnet – wir gratulieren unserem Autor herzlich!

„Krause erzählt auf höchst eindringliche und sprachlich stimmige Weise von der Rückkehr an den zugleich vertrauten und fremd gewordenen Ort der Kindheit im Elbsandsteingebirge nahe der tschechischen Grenze und von der unvermeidlichen Konfrontation mit einem die Existenz überschattenden, in Schweigen eingemauerten Jugendtrauma. In Bildern von großer dichterischer Intensität gelingt es Krause, das Eintauchen-Wollen in eine unwiederbringlich verlorene, nicht mehr zu berichtigende Vergangenheit sinnlich fassbar zu machen.“ (Aus der Jurybegründung)

„Elbwärts“ erscheint am 17. August.

Thilo Krause, geboren 1977 in Dresden, lebt in Zürich. Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Dresden und London, war bis 2015 Forscher an der ETH Zürich und arbeitet heute beim Elektrizitätswerk der Stadt Zürich. Für seine Gedichte wurde er 2012 mit dem Schweizer Literaturpreis und 2016 mit dem Clemens-Brentano-Preis sowie dem ZKB Schillerpreis ausgezeichnet. Bei Hanser erschien 2018 sein Gedichtband Was wir reden, wenn es gewittert, für den er den Peter-Huchel-Preis erhielt.

 

Eine Pressemitteilung des Carl Hanser Verlags
www.hanser-literaturverlage.de

Drago Jancar erhält Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur

Als „brillant geschriebenen Roman“ bezeichnete die Neue Zürcher Zeitung Drago Jancars‘ Wenn die Liebe ruht, ein „schillerndes Vexierspiel über Liebe und Tod, über Gut und Böse, Treue und Verrat, über Widerstand und Kollaboration“ sei hier zu bewundern, so Erich Klein auf Ö1, und in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung pries Tilman Spreckelsen Jancars „meisterlichen Roman“ als „Liebesgeschichte, wie sie anrührender nicht sein könnte“.

Wie bereits bekannt erhält Drago Jancar für sein Gesamtwerk den mit € 25.000 dotierten Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur, die feierliche Ehrung findet im Rahmen der Salzburger Festspiele am 3. August im Mozarteum statt. Die Laudatio hält Katja Gasser.

„Am Einzelnen die Verwerfungen unserer Geschichte eindringlich nachvollziehbar zu machen: Darin liegt eine der großen Stärken von Drago Jancars Literatur.“
Aus der Jurybegründung

„Die Lektüre dieses brillant geschriebenen Romans wirkt lange nach.“
Susanne Schanda, Neue Zürcher Zeitung

„Ein Meisterwerk. Drago Jancar hat einen großen Roman über die blutigen Verwerfungen des Zwanzigsten Jahrhunderts geschrieben, über die korrumpierende Macht der Gewalt und die irreparablen Verstümmelungen, die Krieg und Völkermord in den Seelen der Menschen angerichtet haben.“
Günter Kaindlstorfer, WDR5

„’Wenn die Liebe ruht‘ ist ganz großes Kino, das ist Weltliteratur. Ein formales Glanzstück.“
Katja Gasser, ORF

„Drago Jancar ist ein großer Erzähler, und viele Szenen hallen lange nach.“
Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau

 

Eine Presseaussendung des Zsolnay Verlags
www.zsolnay.at

Langzeitstipendien für Literatur – 1,31 Millionen Euro für österreichische AutorInnen

Die Sektion für Kunst und Kultur vergibt aus insgesamt 529 Einreichungen heuer 86 Literatur-Stipendien mit einer Laufzeit von sechs, zwölf und 36 Monaten. Die Dotation der Stipendien beträgt monatlich € 1.300 bzw. im Fall der drei Robert-Musil-Stipendien € 1.600. Mit den Langzeitstipendien gehen rund 1,31 Millionen Euro in die direkte Förderung österreichischer Autorinnen und Autoren und ihrer literarischen Arbeit.

„Gerade in diesen finanziell herausfordernden Zeiten sind Stipendien für Künstlerinnen und Künstler von besonderer Bedeutung. Mit den Langzeitstipendien helfen wir 86 Schreibvorhaben auf den Weg. Ich gratuliere allen Autorinnen und Autoren sehr herzlich und freue mich, wenn aus ihren Ideen und Projekten aufregende und lesenswerte Bücher werden,“ so die Staatssekretärin für Kunst und Kultur Andrea Mayer heute.

Die Robert-Musil-Stipendien, die für literarische Großprojekte vergeben werden und drei Jahre lang laufen, erhalten Oswald Egger, Milena Michiko Flašar, Laura Freudenthaler, Karin Peschka und Lisa Spalt.

Unter den 50 ProjektstipendiatInnen (Laufzeit: zwölf Monate) finden sich zahlreiche bekannte Namen, aber auch AutorInnen, die dem Lesepublikum noch nicht so geläufig sind. Für die Kinder- und Jugendliteratur und für Theatertexte waren eigene Stipendienprogramme mit sechs bzw. zehn Stipendien ausgeschrieben. Und auch der literarische Nachwuchs wurde heuer wieder mit 15 Startstipendien berücksichtigt.

Die Namen aller StipendienträgerInnen sind hier abrufbar: Langzeitstipendien für Literatur

 

Eine Presseaussendung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport
www.bmkoes.gv.at

Robert-Musil-Stipendium an Karin Peschka

Karin Peschka erhält für einen Roman in Arbeit ein Robert-Musil-Stipendium 2020-2023 der Sektion für Kunst und Kultur des Bundeskanzleramtes. Karin Peschka erhält eines von fünf Langzeitstipendien zur Förderung literarischer Großprojekte österreichischer Autorinnen und Autoren.

Die Stipendien werden alle drei Jahre für die Dauer von drei Jahren zuerkannt, beginnend mit Juli 2020 bis Juni 2023. Sie sind mit je € 57.600,- dotiert. Mit den Stipendien soll die literarische Arbeit österreichischer Autorinnen und Autoren direkt gefördert werden.
Die Stipendiatinnen und Stipendiaten werden vom Literaturbeirat ausgewählt. Die Robert-Musil-Stipendien erhalten Oswald Egger, Milena Michiko Flašar, Laura Freudenthaler, Karin Peschka und Lisa Spalt.

Karin Peschka, geboren 1967, aufgewachsen in Eferding, Oberösterreich, als Wirtstochter. Besuchte die Sozialakademie Linz und lebt seit 2000 in Wien. Arbeitete u. a. mit alkoholkranken Menschen und mit arbeitslosen Jugendlichen, aber auch mehrere Jahre im Bereich Onlineredaktion und Projektorganisation.
Karin Peschka publizierte in diversen Anthologien und schrieb Kolumnen für oe1.ORF.at.
Kunstbuch „Sterntaler“ (mit Michael Hedwig) 2008. Auszeichnungen für ihren Debütroman „Watschenmann“: Wartholz Literaturpreis 2013, FLORIANA Literaturpreis 2014 und ALPHA-Literaturpreis 2015. Für „FanniPold“ erhielt sie das Elias Canetti-Stipendium 2015 und 2016, für ihren Erzählband „Autolyse Wien – Erzählungen vom Ende“ das Adalbert-Stifter-Stipendium 2016 und den BKS-Publikumspreis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbes 2017 für die Erzählung „Wiener Kindl“. „Autolyse Wien“ wurde außerdem auf die Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2017 nominiert und befand sich im Oktober, November und Dezember 2017 auf der ORF Bestenliste.

Ihr aktueller Roman „Putzt euch, tanzt, lacht“ (ET: 27.02.2020) befand sich von April bis Juni 2020 auf der ORF Bestenliste. Im August 2020 erscheint die 2. Auflage.

 

Eine Pressemitteilung des Otto Müller Verlags
www.omvs.at

Der »Spycher: Literaturpreis Leuk 2020« geht an Helena Janeczek

Der von der Stiftung Schloss Leuk in diesem Jahr zum 20. Mal verliehene »Spycher: Literaturpreis Leuk« geht an Helena Janeczek. Als Preisträgerin ist sie eingeladen,
während drei bis fünf Jahren jeweils mehrere Wochen in Leuk im Wallis zu leben und
zu schreiben.
Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Gerhard Falkner, Judith Schalansky und Alissa Walser.

Helena Janeczek, geboren 1964, wuchs als Tochter polnischer Überlebender des Holocausts in München auf, zog 1983 zum Studium nach Italien, wo sie mit ihrem Sohn lebt und in Mailand als Lektorin bei Mondadori arbeitet. 1989 veröffentlichte sie in Deutschland beim Suhrkamp-Verlag die Gedichtsammlung Ins Freie. 1997 setzte sie sich mit Lezioni di tenebra autofiktional mit ihrer Familiengeschichte auseinander, nachdem sie zwei Jahre zuvor mit ihrer Mutter an der Gedenkfeier zur fünfzigjährigen Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenaus teilgenommen hatte – eines der bedeutendsten Beispiele eines solchen Textes der zweiten Generation nach dem Holocaust. Es folgten, neben zwei Erzählbänden und Essays, Cibo (2002) und Le rondini di Montecassino (2010).
Ihr 2017 erschienener Roman La ragazza con la Leica wurde mit dem renommiertesten italienischen Literaturpreis »Premio Strega« ausgezeichnet. Unter dem Titel Das Mädchen mit der Leica ist er im März 2020 im Berlin Verlag erschienen, übersetzt von Verena von Koskull, der vergangene Woche der Deutsch-Italienische Übersetzerpreis verliehen wurde.

In Das Mädchen mit der Leica erzählt Helena Janeczek das Leben der Fotografin Gerda Taro (1910-1937). Als Gerta Pohorylle in Stuttgart geboren, in der Schweiz erzogen, in Leipzig zur überzeugten Sozialistin geworden, floh sie vor den Nazis nach Paris. Dort begegnete sie Robert Capa, auch er ein Hunger leidender jüdischer Flüchtling. Die beiden verlieben sich und arbeiten von nun an gemeinsam. Beide dokumentierten sie den Spanischen Bürgerkrieg, aber sie bezahlte diesen Einsatz mit dem Leben. Zu ihrer Beerdigung in Paris kamen Zehntausende; Capa führte mit Louis Aragon und Pablo Neruda den Trauerzug an, Alberto Giacometti schuf ihr Grabmal.
Dann wurde Gerda Taro vergessen – bis 2007 in New York ein lang verschollener Koffer geöffnet wurde, in dem man ihre Negative fand.

In der Begründung der Jury, der Thomas Geiger (Vorsitz), Sabine Dörlemann und Christian Döring angehören, heißt es: »Das Mädchen mit der Leica überzeugt mit einer Prosa, die voller Empathie akribisches Zeitpanorama und das Porträt einer Vergessenen ist – auf romaneske Weise eine andere ›Lektion des Verborgenen‹.«

Die Preisübergabe findet am 27. September 2020 auf Schloss Leuk im Wallis im
Rahmen einer festlichen Feier statt. Die Laudatio hält die Literaturkritikerin,
Journalistin und Autorin Maike Albath.

 

Eine Pressemitteilung des Berlin Verlags
www.berlinverlag.de 

Bilderbücher „Na ja“ von Jutta Treiber und „Einmal wirst du …“ von Leonora Leitl erhalten das deutsche KIMI-Siegel für Vielfalt

Die Bilderbücher „Na ja“ von Jutta Treiber und „Einmal wirst du …“ von Leonora Leitl erhalten das deutsche KIMI-Siegel für Vielfalt. Am Freitag, dem 3. Juli 2020 werden alle PreisträgerInnen bei der virtuellen Siegelverleihung auf www.kimi-siegel.de veröffentlicht. Darunter auch das Bilderbuch „Na ja“ der bekannten burgenländischen Schriftstellerin Jutta Treiber und das Bilderbuch „Einmal wirst du …“ der Oberösterreicherin Leonora Leitl.

Prämiert werden Bücher, die „bunt und fröhlich, realistisch und fantasievoll, vor allem aber beiläufig vielfältig und ohne Klischees und Zuschreibungen aus der Welt von Kindern und Jugendlichen erzählen“, so die Begründung der aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bestehenden Jury.

Die Vielfaltskriterien umfassen u.a. Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Fluchterfahrungen, People of Color, inter- bzw. transkulturelle Lebenswirklichkeiten, Armutserfahrungen, Identifikationsmöglichkeiten für diverse Familienkonstellationen, Menschenrechte, Frauenrechte oder Erfahrungen mit Trauma, Krankheit und Tod.

Mainstream vs. Individualität: „ Na ja“
2019 wurde das zeitlos-geniale Bilderbuch „Na ja“ über Schönheit und Zu-sich-selber-Stehen vom Tyrolia Verlag neu aufgelegt. In Frühjahr 2020 erschien zudem die mehrsprachige Ausgabe. Erzählt wird die Geschichte vom Figurendoktor und dem Dreieck, das sich zu spitz, dem Kreis, der sich zu rund und dem Quadrat, das sich zu eckig fühlt. Kein Problem für den Figurendoktor: er nimmt hier was weg, saugt dort was ab, schnürt da was zusammen. Und schon sind sie alle gleich, die drei. Gleich schön, gleich-förmig, gleich-wertig?

Stereotype in Frage gestellt: „Einmal wirst du …“
Das Hinterfragen von Zuschreibungen und Klischees hat das 2019 erschienene Bilderbuch „Einmal wirst du …“ von Leonora Leitl zum Thema. So zeigt die Illustration zu „Wirst du dich einmal Hals über Kopf verlieben?“ höchst unterschiedliche Konstellationen in Bezug auf Alter, Geschlecht und Spezies. Fragen wie „Ist es eigentlich wichtig, welche Hautfarbe man hat?“ und „Gibt es wirklich Buben- und Mädchenfarben?“ wollen Kinder und Erwachsene ins Gespräch über Stereotype bringen. Dabei gibt die Autorin keine Antwort, sondern öffnet den Raum für Diskussionen. Das Buch wird dieses Jahr auch mit dem Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet.

KIMI-Siegel für 140 Bücher
Die Jury musste sich zwischen 370 eingereichten Büchern von mehr als 80 Verlagen in den Kategorien Bilderbuch, erzählendes Kinderbuch und Jugendbuch entscheiden. 140 Bücher werden das KIMI-Siegel für Vielfalt erhalten. Fast 40 weitere Bücher werden als KIMI-Longseller prämiert, da ihr Erscheinungsdatum nicht 2019 war. Knapp 40 Bücher erhalten das Prädikat “Positive Erwähnung”, um auf gelungene Aspekte des Buches aufmerksam machen zu können.

Aus dem Tyrolia-Verlag sind das:

Longseller

  • Martina Fuchs, Nini Spagl: Schau! Staunen mit allen Sinnen
  • Linda Wolfsgruber: wir
  • Tanja Fabsits: Der Goldfisch ist unschuldig
  • Sarah M. Orlovský: Tomaten mögen keinen Regen
  • Elisabeth Etz: Nach vorn

Positive Erwähnung

  • Sarah M. Orlovský, Birgit Antoni: Babybauch und Windelwunder
  • Leonora Leitl: Mama und das schwarze Loch
  • Melanie Laibl, Lili Richter: So ein Mist: Von Müll, Abfall und Co
  • Gabi Kreslehner: PaulPaulTom ans Meer

KIMI-Siegel für Vielfalt seit 2018
Dass sich die Vielfalt der Welt in Kinder- und Jugendbüchern oft nicht widerspiegelt, war der Grund, warum vom deutschen Verein Viel & Mehr, das KIMI-Siegel ins Leben gerufen wurde. Denn was passiert mit Kindern, die regelmäßig feststellen müssen, dass sie in Kinder- und Jugendgeschichten nicht vorkommen? Welche Rolle spielen die Geschichten in Kinderbuchwelten für die Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen? Und was passiert, wenn man immer und immer wieder unsichtbar bleibt?

Eine Jury aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unter dem Vorsitz von Spracheilpädagogin, Erziehungs- und Sprachwissenschaftlerin Sandra Niebuhr Siebert, Leiterin des Studiengangs Sprachpädagogik und Erzählende Künste in Sozialer Arbeit an der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam, überprüft Neuerscheinungen auf Vielfaltskriterien. Die Forderung dahinter: Die Kinder- und Jugendbuchliteratur muss in der heutigen Realität ankommen – und wirklich allen Kindern und Jugendlichen gute und spannende Geschichten präsentieren, mit denen sie sich identifizieren können.

Nähere Informationen zum KIMI-Siegel: www.kimi-siegel.de

 

Eine Pressemitteilung des Tyrolia Verlags
www.tyroliaverlag.at

Shortlist Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2020

Die Shortlist für den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2020 steht fest. Der Preis wird von der Stadt Wien Kultur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels heuer bereits zum elften Mal gemeinsam ausgerichtet. Die Stadt Wien Kultur stiftet dabei das Preisgeld in der Höhe von 5.000€.

Folgende Titel sind nominiert:

  • Johann Allacher – Wiener Blues (Emons Verlag)
  • El Awadalla – Zu viele Putzfrauen (Milena Verlag)
  • Ursula Poznanski – Vanitas – Grau wie Asche (Droemer Knaur)
  • Stefan Slupetzky – Im Netz des Lemming (Haymon Verlag)
  • Bastian Zach – Donaumelodien – Praterblut (Gmeiner Verlag)

Die Preisverleihung
Welches Werk den Preis tatsächlich gewinnt, wird am 6. Oktober im Rahmen eines AutorInnenempfangs der Kriminacht im Wiener Kaffeehaus bekanntgegeben. Anschließend werden alle nominierten AutorInnen in verschiedenen Wiener Kaffeehäusern bei freiem Eintritt aus ihren Werken lesen.
Alle Informationen zur Kriminacht finden Sie unter: kriminacht.at

Die Jury
Die Jury 2020 besteht aus Jury-Sprecherin Sylvia Fassl-Vogler (Kulturabteilung der Stadt Wien), Oliver Hartlieb (Vorstandsmitglied des Österreichischen Buchhändlerverbandes), Alex Beer (Krimiautorin und Leo-Perutz-Preisträger 2019), Elisabeth Schippel (Buchhandlung Krimisalon) und der Journalistin Doris Kraus (Die Presse am Sonntag).

Der Preis
Mit dem Leo-Perutz-Preis, der jährlich vergeben wird, sollen Krimis ausgezeichnet werden, deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen.

Im Vorjahr ging der Preis an Alex Beer für ihren Kriminalroman Der dunkle Bote (Limes Verlag). Die weiteren PreisträgerInnen der letzten Jahre: 2018 Fritz Lehner mit Nitro (Seifert Verlag), 2017 Alex Beer mit Der zweite Reiter (Limes Verlag). 2016 Andreas Gruber mit Racheherbst (Goldmann Verlag), 2015 Theresa Prammer mit Wiener Totenlieder (Marion von Schröder Verlag) und 2014 Eva Rossmann mit Männerfallen (Folio Verlag).

Der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur wird mit freundlicher Unterstützung der Bestattung Wien vergeben.

 

Eine Presseinformation des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
www.hvb.at

Ute Wegmann erhält Kinderbuchpreis Nordstemmer Zuckerrübe

Der Kinderbuchpreis Nordstemmer Zuckerrübe geht in diesem Jahr an Ute Wegmann mit ihrem Buch „Die besten Freunde der Welt“. Der Preis wird seit 2003 von Grundschülern der Asternschule Nordstemmen vergeben und ist mit 1.111 Euro dotiert. Vorherige Preisträger waren u.a. Cornelia Funke, Klaus Kordon und Sabine Ludwig.

Die Preisverleihung wird in diesem Jahr digital stattfinden. Dazu haben die Schüler Briefe und Videos an die Autorin verschickt, in denen sie ihre Eindrücke von dem Siegerbuch schildern und Fragen an die Autorin stellen. Ute Wegmanns digitale Antwort werden die Klassen Anfang Juli gemeinsam in der Schule zu sehen bekommen.

Wir gratulieren unserer Autorin sehr herzlich.

Ute Wegmann, geboren 1959, studierte Germanistik in Köln und arbeitet als Autorin fürs Theater, Kino und den Rundfunk.

 

Eine Pressemitteilung der dtv Verlagsgesellschaft
www.dtv.de

Grafit-Autor Sunil Mann erhält für »Der Schwur« literarische Auszeichnung des Kantons Bern

Ganz herzlichen Glückwunsch an unseren Schweizer Autor Sunil Mann! Er ist einer von insgesamt sechs Autoren, die 2020 auf Empfehlung der deutschsprachigen Literaturkommission des Kantons Bern für herausragende literarische Arbeiten ausgezeichnet werden. Mann erhält den mit 10.000 Franken dotierten Preis für seinen im Grafit Verlag erschienenen aktuellen Kriminalroman Der Schwur.

Als Begründung für ihre Entscheidung erklärt die Kommission: »In Sunil Manns Kriminalroman »Der Schwur« entwirrt das frisch gebackene Detektivpaar Bashir Berisha und Marisa Greco im Zürcher Kreis 4 ein Knäuel von Prostitution, Rechtsaußenpolitik, Menschen- und Drogenhandel und sorgt für Gerechtigkeit.«

Weitere Preisträger 2020 sind Fitzgerald & Rimini, Julia Haenni, Eva Maria Leuenberger, Giuliano Musio und Regula Portillo. Ein Spezialpreis in Höhe von 5.000 Franken geht an Paul Ott.

Wegen der Coronapandemie musste die Preisverleihung Ende Juni abgesagt werden. Dafür wird die »Literatour«, die traditionelle Lesereise der ausgezeichneten Autorinnen und Autoren, um zusätzliche Stationen ergänzt. Die Literaturkommision will den Ausgezeichneten gerade auch in diesem außergewöhnlichen Jahr eine öffentliche Plattform geben.

Zur offiziellen Medienmitteilung des Kantons Bern

 

Eine Pressemitteilung des Grafit Verlags
www.grafit.de

Buxtehuder Bulle 2019 an Wendelin van Draanen

Die Bullenpreisträgerin des Erscheinungsjahres 2019 steht fest: Die US-amerikanische Autorin Wendelin van Draanen wird für ihr Buch „Acht Wochen Wüste“ (Magellan-Verlag, übersetzt aus dem Englischen von Jessika Komina, Sandra Knuffinke) mit dem renommierten deutschen Jugendliteraturpreis Buxtehuder Bulle ausgezeichnet.

Bei der aus elf jugendlichen und elf erwachsenen Lesern bestehenden Jury war die Geschichte um die 14-jährige Wren der eindeutige Favorit der Jugendlichen. Die Auszeichnung ist mit 5.000 Euro und einer Stahlplastik in Form eines Bullen dotiert. Die Hansestadt Buxtehude hofft, dass die offizielle Verleihung Ende des Jahres stattfinden kann.

Das besondere des 1971 ins Leben gerufenen Buxtehuder Preises: 22 Laien wählen aus den rund 80 Neuerscheinungen eines Buchjahres ihre Favoriten, daraus entsteht die sogenannte Shortlist. In diesem Jahr bestand sie neben dem Siegertitel aus Julia Dippel „Cassardim – Jenseits der goldenen Brücke“, Helen Endemann „Todesstreifen“, Brigitte Jünger, „Der Mantel“ und Brigid Kemmerer „Das Schicksal weiß schon, was es tut“ und Aline Sax „Grenzgänger“. Aus dieser Liste legten alle Jurymitglieder ihre persönliche Rangliste fest. Via Punktesystem wird dann addiert und auswertet.

Die Corona-Pandemie beeinflusste auch diese Preisentscheidung: Traditionell ist die Auszählung der Stimmen ein kleines gesellschaftliches Ereignis. Doch in diesem Jahr fand sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die rund 80 Minuten dauernde Veranstaltung wurde stattdessen auf dem YouTube-Kanal der Hansestadt Buxtehude gestreamt. Die einzigen Zuschauer: Die Mitglieder eine kleine Produktionsfirma aus dem Alten Land, die Aufzeichnung und Streaming realisierten und sich auch inhaltlich kreativ eingebracht hatten – durch persönliche Präsentationen alle Short-List-Buchtitel per Einspieler.

Die Preisentscheidung Buxtehuder Bulle 2019 auf YouTube ansehen.

Darum geht es im Siegertitel
Um 3.47 Uhr kommen sie Wren holen. Mitten in der Nacht wird sie aus ihrem Bett gezerrt und in ein wartendes Auto, dann in ein Flugzeug, und schließlich auf einen stundenlangen Marsch durch die Wüste geschickt. Warum das alles? Weil Wren so sehr die Kontrolle verloren hat, dass sich ihre Eltern einfach nicht mehr anders zu helfen wissen. Also heißt es für sie: Willkommen im Wildnis-Therapie-Camp. Wren ist stinkwütend, denn sie hat keine Ahnung, womit sie acht Wochen Wüste verdient hat. Oder etwa doch?

 

Eine Pressemitteilung der Magellan GmbH & Co. KG
www.magellanverlag.de

Die mobile Version verlassen