Verleihung Christine-Nöstlinger-Preis an Linda Wolfsgruber

Die Illustratorin Linda Wolfsgruber wurde mit dem Christine-Nöstlinger-Preis für Kinder- und Jugendliteratur 2022 ausgezeichnet. Die Verleihung fand am Dienstag, den 19. April in den Loos-Räumen der Wienbibilothek statt. Der Preis wurde vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) in Kooperation mit der Stadt Wien Kultur und Christine Nöstlingers Buchstabenfabrik ins Leben gerufen und ist mit 10.000 Euro dotiert. 2022 wurde er zum zweiten Mal vergeben.

Verliehen wurde der Preis durch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler und den Vorsitzenden des Österreichischen Verlegerverbandes, Alexander Potyka, die Laudatio hielt Jurymitglied Karin Haller, Geschäftsführerin des Instituts für Jugendliteratur. Anwesend bei der Preisverleihung waren auch die Töchter von Christine Nöstlinger, Barbara Waldschütz und Christiana Nöstlinger.

Christine-Nöstlinger-Preis

Der Christine-Nöstlinger-Preis zeichnet Menschen aus, die Kindern und all jenen, die sonst nicht gehört werden, eine Stimme geben, ihre Perspektive einnehmen und so einen Beitrag leisten, deren Leben ein Stück gerechter zu gestalten. Der Preis will damit auch die humanistischen Prinzipien und Anliegen lebendig halten, die die Autorin in ihrer Literatur vertreten hat.

Die Entscheidung über die Auszeichnung fällt eine unabhängige Fachjury, deren Mitglieder von den Trägern des Preises nominiert wurden: 2022 bestand sie aus Karin Haller (Geschäftsführerin Institut für Jugendliteratur), Paulus Hochgatterer (Autor & Psychiater, Universitätsklinikum Tulln) und Anne-Catherine Simon (Redaktion Feuilleton „Die Presse“).

Linda Wolfsgruber

Linda Wolfsgruber, geboren 1961 in Bruneck (Südtirol), lebt in Wien. Sie besuchte die Kunstschule in St. Ulrich in Gröden sowie die »Scuola del Libro« in Urbino und absolvierte eine Ausbildung zur Schriftsetzerin und Grafikerin in München und Bruneck. Seit 1986 illustriert sie (Kinder-)Bücher. Darüber hinaus arbeitet Wolfsgruber seit den 1990er Jahren als Dozentin an der »Scuola di Illustration di Sarmede« und ist auch selbst als Autorin tätig.

2021 wurde der Preis an den Autor und Illustrator Michael Roher verliehen. Weitere Informationen zum Preis sowie die Jurybegründung finden Sie unter www.buecher.at/christine-noestlinger-preis.

 

Pressemitteilung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Christian Kracht erhält 2022 den Wolfgang-Koeppen-Preis für Literatur der Universitäts- und Hansestadt Greifswald

Der Wolfgang-Koeppen-Preis für Literatur der Universitäts- und Hansestadt Greifswald wird in diesem Jahr dem Schriftsteller Christian Kracht verliehen. Vorgeschlagen wurde er von dem Preisträger des Jahres 2020, Marcus Braun.

Am 23. Juni 2022, dem Geburtstag Wolfgang Koeppens, wird der Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Greifswald, Dr. Stefan Fassbinder, den Wolfgang-Koeppen-Preis an Christian Kracht übergeben. Die Verleihung findet um 19:30 Uhr im Geburtshaus des Schriftstellers und Greifswalder Ehrenbürgers im Literaturzentrum Vorpommern in Greifswald, Bahnhofstraße 4-5 statt. Die Laudatio hält Marcus Braun.

Marcus Braun begründet seinen Vorschlag mit den Worten:
„Christian Kracht debütiert 1995 mit „Faserland“, einem gegenwartsgesättigten Roman, der sich mittlerweile zu einem Klassiker der Coming-of-Age Literatur entwickelt hat und der den Zeitgeist der Neunziger, diese kurze Spanne „Posthistoire“, die man sich heute (fest im Griff der Geschichte) kaum noch vorstellen kann, auf unterhaltsame Weise einfängt.
Gelingt es der Kritik noch dieses Debüt, das den Autor quasi über Nacht zu einer festen Größe in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur macht, mit dem Begriff der Popliteratur einigermaßen zu zähmen, werden die nächsten Romane ein vielseitiges Werk auffächern, das die Verwerfungen der deutschen Geschichte von der Kolonialzeit bis in die Gegenwart auf unverwechselbare Weise reflektiert. Oft geschieht dies en passant, aber deshalb nicht weniger eindrücklich, wie in seinem an eine historische Figur angelehnten Aussteigerroman „Imperium“ (2012). In seinem jüngsten Roman „Eurotrash“ (2021) geht Kracht in autofiktionaler Weise seiner eigenen Familiengeschichte nach – unversehens sieht man sich mit den Abgründen der unmittelbaren Nach-Nazizeit konfrontiert, die Wolfgang Koeppen quasi in Echtzeit und ohne historischen Abstand in seinen maßgeblichen Romanen, „Tauben im Gras“, „Das Treibhaus“ und „Der Tod in Rom“ geschildert hat. Krachts Meisterschaft im Umgang mit fiktiven und politischen Szenarien wird man wohl in den Romanen „Wir werden hier sein im Sonnenschein und im Schatten“ (2008) und „Die Toten“ (2016) erkennen dürfen. Beide erschaffen auf knappem Raum und in großer er-zählerischer Verdichtung Leseuniversen, die dazu einladen, sie immer wieder neu zu vermessen, um einen neuen Blick auf unsere Welt zu gewinnen.“

Zur Person des Preisträgers

Christian Kracht, 1966 in der Schweiz geboren, zählt zu den modernen deutschsprachigen Schriftstellern. Seine Romane „Faserland“, „1979“, „Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten“, „Imperium“ und „Die Toten“ sind in über 30 Sprachen übersetzt. 2012 erhielt Christian Kracht den Wilhelm-Raabe-Preis, 2016 den Schweizer Buchpreis und den Hermann-Hesse-Literaturpreis. Der Roman „Eurotrash“ stand 2021 auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse. 2022 erhält er einen weiteren Schweizer Literaturpreis.

Veröffentlichungen (u.a.)

  • Eurotrash (Roman) / 2021
  • Die Toten (Roman) / 2016
  • Imperium (Roman) / 2012
  • Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten (Roman) / 2008
  • 1979 (Roman) / 2001
  • Faserland (Roman) / 1995
  • Ferien für immer (Reiseberichte, mit Eckhart Nickel) / 1998
  • New Wave (Ein Kompendium 1999–2006) / 2006
  • Der gelbe Bleistift (Reiseberichte) / 2000
  • Metan (mit Ingo Niermann) / 2007

Zusammen mit der Filmregisseurin Frauke Finsterwalder schrieb er die Drehbücher für die Filme „Finsterworld“ (2013) und „Sisi und ich“ (2022).
Das Werk von Christian Kracht erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch.

Die Person des Namensgebers des Preises

Wolfgang Koeppen wurde am 23. Juni 1906 in Greifswald geboren, wo er nach der Schule erste Theatererfahrungen als Volontär am Greifswalder Stadttheater sammelte und sich als Gasthörer an der Universität einschrieb. Hier besuchte er u. a. germanistische Vorlesungen. Seine anschließenden Theaterengagements als Regieassistent und Dramaturg in Wismar und Würzburg währten nur kurz. Nach ersten literarischen Arbeiten in dem von den Nationalsozialisten später aufgelösten »Berliner Börsen-Courier« tätig, wo Koeppen auch als Redakteur tätig war, erschien 1934 Wolfgang Koeppens erster Roman »Eine unglückliche Liebe«, ein weitgehend autobiografisches Werk, in dem Koeppens hoffnungslose Liebe zur Schauspielerin Sybille Schloß nahezu unverschlüsselt beschrieben wird.

Koeppens Ruhm als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts wurde aber vor allem durch seine „Trilogie des Scheiterns“ begründet, die er in den 1950er Jahren im Verlag Scherz & Goverts veröffentlichte. Sie besteht aus den drei Romanen „Das Treibhaus“, „Der Tod in Rom“ und „Tauben im Gras“ und kreist um deutsche Befindlichkeiten in der unmittelbaren Nachkriegszeit.

„Seine Nachkriegsromane … machten Wolfgang Koeppen zu einem Giganten der bundesrepublikanischen Literatur, seine ungeschriebenen und unvollendeten Werke zu ihrem größten Mythos.“ (Günter und Hiltrud Häntzschel: Wolfgang Koeppen. Frankfurt am Main 2006)

1962 wurde Wolfgang Koeppen mit dem Georg-Büchner-Preis geehrt, dem zahlreiche weitere Auszeichnungen folgten. 1990 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Greifswald und schließlich 1994 die Ehrenbürgerschaft der Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Koeppen starb 1996 in seiner Wahlheimat München.

Die Universitäts- und Hansestadt Greifswald verleiht seit 1998 alle 2 Jahre den mit 5.000 Euro dotierten Wolfgang-Koeppen-Preis. Mit ihm wird ein literarisches Wirken gewürdigt, das in ähnlicher Weise wie das Werk Wolfgang Koeppens dem unvollendeten Projekt der literarischen Moderne verbunden, seiner Zeitgenossenschaft eingedenk bleibt und nicht zuletzt in seiner sozialen Sensibilität dem Werk Koeppens vergleichbar ist.

Zu den bisherigen Preisträgen zählen: †Richard Anders (1998), Thomas Lehr (2000), Susanne Riedel (2002), †Ludwig Fels (2004), Bartholomäus Grill (2006), Sibylle Berg (2008), Joachim Lottmann (2010), Anna Katharina Hahn (2012), Karl-Heinz Ott (2014), Thomas Hettche (2016), Christoph Peters (2018) und Marcus Braun (2020).

 

Pressemitteilung Universitäts- und Hansestadt Greifswald / Red.

„Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2022 geht an Gertraud Klemm

Die Schriftstellerin Gertraud Klemm erhält den von der österreichischen Industrie gestifteten „Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ 2022.
Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird bereits seit 1962 von einer unabhängigen Jury vergeben, am 26. September wird er durch den Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, im Wiener Haus der Industrie überreicht.

Die Jury begründet die Auswahl für die diesjährige Auszeichnung wie folgt: „Gertraud Klemm analysiert in ihren Romanen und Essays die beharrlich gleichen sozialen Fragen unserer sich verändernden Gesellschaft ohne Scheu vor Konfrontationen. Ihr scharfer Blick führt den Lesenden die Aktualität ungelöster alter Problematiken in einer lebendigen, präzisen Sprache, der auch das Spiel mit Humor nicht fremd ist, meisterlich vor Augen.“

Gertraud Klemm

Geboren 1971 in Wien, studierte Gertraud Klemm ursprünglich Biologie und arbeitete dann als Gutachterin bei der Stadt Wien. 2006 folgte die berufliche Umorientierung, seitdem steht ihr literarisches Schaffen im Zentrum ihrer Arbeit. Romane wie „Herzmilch“, und „Aberland“ folgten. 2016 brach sie mit ihrem Roman „Muttergehäuse“ ein gesellschaftliches Tabu und thematisierte ihren unerfüllten Kinderwunsch. Zuletzt setzte sie mit ihrem Roman „Hippocampus“ ein Zeichen für die gleichberechtigte Wahrnehmung von Frauen. In ihren Romanen und politischen Kommentaren legt Klemm den Finger in die Wunden unserer Zeit und regt damit Debatten über das Frauenbild in unserer Gesellschaft an. Für ihre zahlreichen Werke wurde sie unter anderem mit dem Outstanding Artist Award 2020, dem Ernst-Toller-Preis 2021 sowie mit dem Publikumspreis beim Bachmannpreis 2014 ausgezeichnet.

Die Jury

Die unabhängige Jury des „Literaturpreises der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans“ setzt sich aus Prof. Marianne Gruber (Ehrenpräsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Literatur), Univ.-Prof. Dr. Johann Holzner (vorm. Leiter des Brenner-Archivs an der Universität Innsbruck) und Barbara Neuwirth (Schriftstellerin) zusammen.

Literaturpreis der Österreichischen Industrie – Anton Wildgans

Der Preis wird auf Vorschlag der unabhängigen Jury einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller der jüngeren oder mittleren Generation mit österreichischer Staatsbürgerschaft verliehen, „dessen oder deren Werk von hervorragender Relevanz für die literarische und gesellschaftliche Korrelation unserer Zeit ist“. Er gehört zu den renommiertesten österreichischen Literaturpreisen. Unter den Preisträgerinnen und Preisträgern befinden sich eine Reihe von prominenten Autorinnen und Autoren der Zweiten Republik wie Ingeborg Bachmann, Thomas Bernhard, Michael Köhlmeier, Arno Geiger, Sabine Gruber, Olga Flor, Robert Seethaler, Erich Hackl, Sabine Scholl, Daniel Kehlmann, Reinhard Kaiser-Mühlecker und zuletzt Andrea Grill.

 

Presseaussendung Industriellenvereinigung / Red.

DAV übergibt Goldene Schallplatten an Bestsellerautorin Rita Falk und Schauspieler Christian Tramitz

Bestsellerautorin Rita Falk und Interpret Christian Tramitz wurden erneut mit zwei Goldenen Schallplatten für jeweils über 100.000 verkaufte Hörbücher der Titel »Kaiserschmarrndrama« und »Guglhupfgeschwader« ausgezeichnet.

Den Preis vergibt der Bundesverband Musikindustrie (BVMI). Alle bisher erschienenen elf Titel der Franz Eberhofer-Krimireihe (als Bücher bei dtv) hat Der Audio Verlag (DAV) als Hörbücher produziert, eingelesen von Schauspieler Christian Tramitz.
Zehn Titel der Reihe – von »Winterkartoffelknödel« bis »Guglhupfgeschwader« – erhielten bisher Goldenen Schallplatten. Insgesamt hat Der Audio Verlag damit über eine Million Hörbücher der Reihe verkauft.
DAV-Geschäftsführer Amadeus Gerlach übergab die Preise persönlich an Autorin und Sprecher.

Die erfolgreiche Regionalkrimireihe wurde von September bis Dezember 2021 um ein Podcast-Programm ergänzt. Da alle Veranstaltungen der »Eberhofer unterwegs«-Live-Tour mit u.a. dem stets ausverkauften Münchner Circus Krone in den letzten beiden Jahren 2020 und 2021 coronabedingt ausfallen mussten, hat Der Audio Verlag die Rita-Falk-Fans mit dem Franz-Eberhofer-Podcast »Radio Niederkaltenkirchen« mit Hintergrundinfos, Ratespielen und Talks versorgt. Die 12 Folgen haben bisher über 230.000 Hörer gefunden und standen in den Top 10 der Apple Podcast-Charts.

In diesem Jahr finden nun wieder Veranstaltungen zur Krimireihe statt, am 22. Juni 2022 öffnet auch der Circus Krone wieder seine Manege für die Buchpremiere des aktuellen elften Titels »Rehragout-Rendezvous«.

 

Aussendung Der Audio Verlag

BMKÖS: Literaturpreise 2022 vergeben – Mayer gratuliert Isolde Charim, Florian Neuner, Willy Puchner, Thomas Stangl und Julie Völk

Im ersten Quartal des Jahres tagen traditionell die Jurys zur Vergabe der Literaturpreise des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS). Nun stehen die Preisträger:innen des Jahres 2022 fest: Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik geht an Isolde Charim, der Outstanding Artist Award für Literatur an Florian Neuner. Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird Thomas Stangl zuerkannt. In der Sparte Kinder- und Jugendliteratur werden Julie Völk mit dem Outstanding Artist Award und Willy Puchner mit dem Österreichischen Kunstpreis bedacht.

„Schriftstellerinnen und Schriftsteller verwirklichen alleine damit, dass sie schreiben und veröffentlichen, das Recht, eigene Geschichten zu erzählen, das Recht, ihre Meinung frei zu äußern, und das Recht, ihre Vorstellungen öffentlich zur Diskussion zu stellen. Sie stellen Fragen, bringen uns auf Ideen, erweitern unseren Blick, vergrößern unseren Horizont und bereiten uns Vergnügen. Einige herausragende österreichische Künstlerinnen und Künstler, die diese für uns alle wichtigen Werke schreiben, werden auch heuer wieder mit einem Literaturpreis der Republik ausgezeichnet“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer und weiter: „Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und danke den Jurorinnen und Juroren für die wohlbedachte Auswahl an wunderbaren Schriftstellerinnen und Schriftstellern.“

Die Jurybegründungen im Detail

Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Kulturpublizistik geht an Isolde Charim. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Als Kulturpublizistin ist die Philosophin Isolde Charim eine präzise Beobachterin und Analytikerin der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrem Heimatland Österreich und darüber hinaus. Isolde Charim sucht nicht nach leicht erklärbaren Symptomen gesellschaftlicher und kultureller Phänomene wie Identitätspolitik, Populismus und religiösem Fundamentalismus, sondern nach deren schwer zu erkennenden Ursachen. In ihren regelmäßigen Kolumnen für in- und ausländische Medien gelingt es ihr, aktuelle Kritik an politischen Entwicklungen und Entscheidungen mit fundamentalen philosophischen Ansichten zu verbinden. Ihr stark rezipiertes Werk ‚Ich und die Anderen‘ (2018) richtet sich an ein breites Publikum. Charim beschreibt darin mit großem Engagement und in wohltuend unprätentiöser Sprache den ihrer Meinung nach zentralen politischen Schauplatz der Gegenwart, den Kampf gegen die pluralistische Gesellschaft. Auf beeindruckende Weise gelingt es ihr, dessen Ausprägungen philosophisch versiert, differenziert und anschaulich zu analysieren. Isolde Charim macht es sich bei ihren Diagnosen nicht leicht. Widerspruch und das Unterlaufen von Erwartungen ihrer Leserschaft sind ihr dabei weder rhetorische Mittel noch selbstgefällige Pose, sondern münden vielmehr in ein glaubwürdiges Plädoyer für eine freie Gesellschaft, in der individuelle Ansprüche verwirklicht werden können und sollen. Mit ihrer Arbeit und ihrem Werk leistet Isolde Charim nicht nur einen wichtigen Beitrag zu gesellschafts- und kulturpolitischen Debatten, sondern auch zur Selbstverortung des Einzelnen innerhalb einer freien und pluralistischen Gesellschaft“, so die Jury, der Benedikt Föger, Univ.-Prof. em. Dr. Thomas Macho, Mag.a Andrea Fredriksson-Zederbauer angehörten.

Der mit 10.000 Euro dotierte Outstanding Artist Award für Literatur geht heuer an Florian Neuner.

„Florian Neuners Schreiben steht in den Traditionen des Experiments. In seinem ersten Buch ‚Und käme schwarzer Sturm gerauscht‘ (2001) spielen Montageverfahren eine zentrale Rolle. Die Auseinandersetzung mit der Collagetechnik gipfelt in dem Prosaband Zitat Ende (2007). Mit Lust und Witz werden in ‚Ramsch‘ (2019) die trivialen Erzählmuster zeitgenössischer Romanproduktion auf den Punkt gebracht. Daneben betreibt Neuner literarische Stadtforschung, in ‚Ruhrtext‘ (2010) und ‚Rost‘ (2021) steht Dokumentarisches neben dezidiert subjektiven Lektüren urbaner Räume. Florian Neuners Werk ist – im schönsten Sinn des Wortes – ein weites Feld jenseits narrativer Klischees“, so die Jury, der Dr. Sebastian Fasthuber, Mag.a Dr.in Katja Gasser und Margret Kreidl angehörten.

Der Outstanding Artist Award für Literatur wird jährlich an eine Autorin/einen Autor der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, die/der bereits wichtige literarische Veröffentlichungen vorweisen kann.

Der mit 15.000 Euro dotierte Österreichische Kunstpreis für Literatur wird Thomas Stangl zuerkannt.

„In eine Zeit, in der selbstgewiss verlautbarte Standpunkte aufeinanderprallen, stellt Thomas Stangl seit seinem Debüt ‚Der einzige Ort‘ (2004) seine Literatur, in der die Möglichkeiten der Sprache ausgelotet werden, mit der sich ‚Wirklichkeit‘ erst erkunden lässt. Mit seinen Romanen, Erzählungen und Essays legt Stangl ein poetisches Netz über die Wirklichkeit und bereist und befragt diese damit. Er steht in der Tradition eines Prosaschreibens, das nicht zuerst auf die erzählte Geschichte baut, sondern auf die Wahrnehmung von Welt, die beeinflusst ist von Sprache, Denken und Erinnerung. Thomas Stangl eröffnet einen Raum der Verwandlung, der zugleich den Blick auf die Verhältnisse schärft“, so die Jury mit Dr. Bernhard Fetz, Mag.a Sabine Gruber und Dr.in Brigitte Schwens-Harrant.

Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird für das literarische Gesamtwerk einer österreichischen Autorin bzw. eines österreichischen Autors vergeben.

In der Sparte Kinder- und Jugendliteratur werden Julie Völk mit dem Outstanding Artist Award und Willy Puchner mit dem Österreichischen Kunstpreis ausgezeichnet. Der Jury gehörten Renate Habinger, Mag.a Magda Hassan, Leonora Leitl, Mag. Franz Lettner und Dr.in Heidi Lexe an. Dotation: 10.000 bzw. 15.000 Euro.

Jurybegründung zu Julie Völk: „Wem folge ich zuerst? Der kleinen Straßenbahn auf ihrer Rundfahrt durch die Stadt? Oder doch dem kleinen Autozug, der eine Zirkustruppe – tja – wohin führt? Beim Betrachten von Julie Völks Bildern verliert man sich in der Zeit, indem man sich in Räumen zurechtfindet, Farbstimmungen nachspürt und mit ihren Figuren gemeinsam deren Lebenswege nachzeichnet. Julie Völk verwendet verschiedenste Illustrationstechniken von Cyanotypie bis Pastellkreidezeichnung. Dabei ist ihr zarter Stil immer unverwechselbar wiederzuerkennen. Ihre feinen Bleistiftzeichnungen zeigen detailreich Kinder und ihre Erwachsenen, die sparsam eingesetzten zarten Farbtöne unterstreichen das Dargestellte. Ihre Kompositionen lassen uns über Landschaften und Stadtansichten schweben und unwillkürlich sucht das Auge wunderbare Landeplätze, um ins Geschehen einzutauchen. Behutsam nähert sie sich auch schwierigeren Themen, inszeniert Märchen neu und ist dabei immer ganz nah an der Zielgruppe.“

Jurybegründung zu Willy Puchner: „Mit großer Feinfühligkeit, neugierigem Spieltrieb und poetischer Kindlichkeit zerlegt Willy Puchner die Welt, die uns zum Alltag geworden ist und setzt sie in seinen Büchern zu phantastischen Wunderwelten zusammen. Hier begegnen sich Fundstücke und Fabelwesen in ungewöhnlichen Szenarien, die zum Erzählen und Neuentdecken einladen. Zwischen erzählendem Bilderbuch und Sachbuch kreiert Willy Puchner seine eigene und sehr persönliche Art der Narration: Seine „Materialbücher“ sind kunstvolle Wunderkammern voller Eindrücke und Geschichten, die dazu anregen, die eigenen Wunderwelten und sich selbst in ihnen zu entdecken. Der Österreichische Kunstpreis für Kinder- und Jugendliteratur 2022 ehrt mit Willy Puchner einen Künstler, der mutig und in unverwechselbarer Handschrift vom Bereisen und Sammeln von Welten erzählt und zum Gestalten einlädt. Willy Puchner beweist, dass Bilderbücher Kunstwerke sein können und dass sich Kinderbücher nicht an ein Alter, sondern an das Kind im Menschen richten.“

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Das JVM-Gütesiegel für Volontariate 2022 geht erneut an Ravensburger

Die Jungen Verlags- und Medienmenschen zeichnen aus! Im März 2022 erhält der Ravensburger Verlag zum zweiten Mal das Gütesiegel für Volontariate des Junge Verlags- und Medienmenschen e. V.

Die Auszeichnung begründet sich in der guten Qualität der angebotenen Volontariate. Diese wird an einem umfangreichen Kriterienkatalog gemessen, der unter anderem die Vereinbarung und Einhaltung verbindlicher Ausbildungsstandards und eine faire Vergütung vorsieht. Trotz weiterhin erschwerter Bedingungen konnte der Verlag seine hochwertige Ausbildungsqualität auch während der Pandemie beibehalten und damit dem Branchennachwuchs die Möglichkeit einer fairen und gewinnbringenden Ausbildung im Volontariat bieten.

Und das sagt das erneut ausgezeichnete Unternehmen:
„Ravensburger Produkte füllen wertvolle Zeit mit Sinn – dafür stehen und arbeiten alle Ravensburger:innen gemeinsam. Dazu gehört für uns, unsere Volontär:innen durch eine gute Betreuung und professionelle Schulungen bestmöglich auf die Aufgaben vorzubereiten. Eine faire Vergütung ist dabei für uns selbstverständlich. Wir freuen uns sehr, dass unser Verständnis von unseren Volontär:innen wertgeschätzt und durch die erneute Verleihung des Gütesiegels anerkannt wird.“

Zukünftig wird der Rhythmus der Vergabe angepasst: Das Gütesiegel wird nur noch einmal jährlich im Herbst, zur Frankfurter Buchmesse, vergeben werden. Eine Bewerbung sowohl durch Unternehmen als auch Volontär:innen ist jedoch nach wie vor ganzjährig möglich.

Über das Gütesiegel:

Für das Gütesiegel können sich Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum sowie deren Volontär:innen mit der Einreichung eines Fragebogens bewerben. Voraussetzung für den Erhalt des Gütesiegels ist die Erfüllung verbindlicher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstundenregelung gehören. Die Kriterien für die Vergabe orientieren sich u. a. an den Volontariaten in Presse- und Zeitschriftenverlagen, die größtenteils mithilfe von Tarifverträgen geregelt sind. Um ein objektives Bild zu erhalten, wird der Fragebogen von der Personalabteilung sowie von mindestens drei Volontär:innen unabhängig voneinander ausgefüllt. Das Gütesiegel wird nach positiver Prüfung für zwei Jahre – bzw. für drei Jahre bei einer Wiedervergabe – durch die AG Nachwuchsrechte des Junge Verlags- und Medienmenschen e. V. vergeben. Die Ergebnisse der Prüfung werden für jedes Unternehmen in einem Gütesiegelbericht dokumentiert und können auf der Webseite des Vereins öffentlich eingesehen werden.

 

Pressemitteilung Junge Verlags- und Medienmenschen e.V.

Literaturpreis des Landes Steiermark 2022 geht an Radka Denemarková

Auf Antrag von Kulturlandesrat Christopher Drexler hat die Steiermärkische Landesregierung den einstimmigen Beschluss gefasst, den Literaturpreis des Landes Steiermark 2022 an Radka Denemarková zu vergeben. Das Literaturstipendium 2022 erhält Chrystyna Nazarkewytsch, das Lichtungen-Lyrik-Stipendium 2022 Luca Manuel Kieser.

Der Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die beiden Stipendien mit je 5.000 Euro. Sie werden durch Beschluss der Landesregierung auf Basis einer Jury-Empfehlung vergeben. Nach eingehender Beratung hat die Jury folgende Begründungen für ihre Empfehlungen abgegeben:

Literaturpreis:

Radka Denemarková schreibt aus dem Eigenen heraus, ohne ihr Selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Persönliche Erfahrungen, Erlebnisse und Haltungen nutzt die dezidiert politische Schriftstellerin, um den Blick auf fremde Welten zu lenken, gesellschaftlich Relevantes darzustellen, Anklage zu erheben. Kompromisslosigkeit geht dabei mit die Umstände stets aufs Neue prüfender Reflexion einher: eine Verbindung, die sowohl in sprachlicher Brillanz als auch inhaltlicher Tiefe zutage tritt.
Dabei verfolgt „die Schwalbe von Prag“, wie die tschechische Schriftstellerin gerne signiert, in Schreiben und Leben eine Poetik der Menschlichkeit, ja, Herzlichkeit, der sie auf lange Sicht mehr Macht zugesteht als allen Formen autoritärer Repression, gegen die sie hier wie anderswo ankämpft. „Die Güte der Schwalbe“, heißt es etwa in ihrem Roman Ein Beitrag zur Geschichte der Freude, „hat ein größeres Gewicht als die Gesetze der Herrscher“.
Zu behaupten, dass Radka Denemarková während ihrer Aufenthalte als Grazer Stadtschreiberin (2017/2018) und als „writer in residence“ der Kulturinitiative Kürbis Wies (2021) enge Kontakte zur steirischen Literatur- und Kulturszene geknüpft habe, ist untertrieben. Tatsächlich trat sie sowohl mit den arrivierten Medien und Häusern als auch mit dem schreibenden Nachwuchs in derart regen Austausch, dass dieser auch mit ihrer Abreise nicht endete. Kein Wunder, dass Denemarkovás Lesungen in Graz mittlerweile Heimspielen gleichen!
Radka Denemarková, geboren 1968, schreibt auf Tschechisch und Deutsch. Sie schreibt Romane, Theaterstücke, Drehbücher und Essays, übersetzt aus dem Deutschen und lehrt Creative Writing.
Als einzige tschechische Autorin ist sie vierfache Preisträgerin des Magnesia Litera Preises (in den Kategorien Prosa, Sachbuch, Übersetzung und bestes Buch des Jahres 2019.)
Zuletzt erschienen auf Deutsch 2019 der Roman Ein Beitrag zur Geschichte der Freude und 2022 Stunden aus Blei, ein Roman über das heutige China (beide bei Hoffmann & Campe).“ (Jurybegründung)

Literaturstipendium

Chrystyna Nazarkewytsch ist seit langem mit Graz verbunden, nicht nur durch ihren Mann, Nazar Hon.ar, der Stadtschreiber war, sondern auch durch ihr eigenes Feld: Kulturvermittlung, Übersetzungen, Essays. Vor kurzem trat sie bei einer Solidaritätslesung für die Ukraine auf, zugeschaltet aus ihrer Wohnung in Lwiw. Von dort aus informiert sie Freunde und Bekannte im Ausland über den Krieg, das sei, was sie jetzt beitragen könne, schrieb sie in einem jüngst erschienenen Artikel.
Mit dem Vorschlag, Chrystyna Nazarkewytsch das Literaturstipendium zuzuerkennen, würdigt die Jury ihre bisherige Arbeit, die stets im Zeichen der Verständigung und Vermittlung stand, zugleich möchte sie Chrystyna Nazarkewytsch explizit auffordern bzw. bestärken, weiterhin aus der Ukraine zu berichten. Auf die Frage, was der Westen tun könne, antwortete sie, der Westen könne damit beginnen, genauer zuzuhören. Dieses Stipendium soll dazu beitragen.“ (Jurybegründung)

Lichtungen-Lyrik-Stipendium

„Seit 2018 veröffentlicht Luca Manuel Kieser Gedichte in den Lichtungen. Seitdem hat er das Talent des Anfangs unterstrichen und ausgebaut. Seine Gedichte sind experimentell, aber auf eine ganz luftige und zugängliche Weise. Erst beim zweiten Hinsehen merkt man ihnen an, wieviel Arbeit darin stecken muss. Denn hier sitzt jede Silbe, jedes Wort. Ein semantisch weit aufgefächertes Spektrum bildet sich ab: Von biblischen Konnotationen über popkulturelle Zitate bis hin zu ganz traditioneller, althergebrachter Poesie. Die Syntax liebäugelt mit Anklängen von Dadaismus und Wiener Gruppe. Das alles collagiert und ordnet der Autor zu etwas – eben ganz Neuem. Luca Manuel Kieser trägt diese Arbeit mittlerweile auch in die Prosa hinüber und arbeitet an seinem Romandebüt. Die ersten Auszüge daraus versprechen viel. Das Schreiben, die Sprachkunst hat Luca Manuel Kieser studiert, aber vielleicht wäre das gar nicht notwendig gewesen. Kiesers Auseinandersetzung mit der Sprache überträgt sich nicht nur durchs Papier. Trägt er die Gedichte selbst vor, eröffnet sich eine zusätzliche Ebene durch den Körper als Vermittlungsinstrument. „und pinsle das Muster zu Ende auf dass es endlich weitergeht mit der durch die Welt grasenden Kuh“ heißt es im Gedicht „satt und sinn“. Auch mit Luca Manuel Kiesers Literatur soll es weitergehen, unbedingt und im fruchtbarsten Sinne.“ (Jurybegründung)

LR Drexler: „Besonderer Dank an die Preisträger für ihr gesellschaftliches Engagement und ihr inspirierendes künstlerisches Wirken“

Kulturlandesrat Christopher Drexler: „Mit dem Literaturpreis würdigt das Land Steiermark die herausragende Arbeit von Autorinnen und Autoren mit Bezug zu unserem Bundesland. Wir wollen damit die Wertschätzung für besondere Leistungen zum Ausdruck bringen und insbesondere mit den Stipendien aufstrebende Literatinnen und Literaten einladen und motivieren, uns weiterhin mit ihren Texten zu bereichern.
Ich danke den Jury-Mitgliedern, dass sie ihre Entscheidungen entlang aktuellster Ereignisse ausgerichtet haben und sowohl den Kampf gegen autoritäre Repression in den Fokus ihrer Erwägungen rücken, als auch die couragierte Informationsarbeit über den schrecklichen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg Putins auf die Ukraine. Besonders bedanken möchte ich mich aber bei unseren Preisträgerinnen und unserem Preisträger für ihr gesellschaftliches Engagement und ihr inspirierendes künstlerisches Wirken. Herzliche Gratulation an Radka Denemarková, Chrystyna Nazarkewytsch und Luca Manuel Kieser zu den hochverdienten Auszeichnungen des Landes Steiermark!“

Literaturpreis des Landes Steiermark

Der Literaturpreis des Landes Steiermark wird für eine anerkennungswürdige literarische Leistung an eine Künstlerin oder einen Künstler mit Steiermarkbezug vergeben. Das Preisgeld beträgt 10.000 Euro. Die Vergabe erfolgt in einem zweijährigen Rhythmus. Der Literaturpreis 2020 ging an Günter Eichberger.

Lichtungen-Lyrik-Stipendium und Literaturstipendium des Landes Steiermark

Das Lichtungen-Lyrik-Stipendium und das Literaturstipendium des Landes Steiermark werden an junge Autorinnen und Autoren vergeben, die ihre Begabung bereits gezeigt haben und die darlegen können, dass sie mit größeren literarischen Vorhaben befasst sind. In Anerkennung des Lyrik-Schwerpunkts der namensgebenden Literaturzeitschrift „Lichtungen“ wird eines der beiden Stipendien an eine Lyrikerin oder einen Lyriker im Umkreis der Literaturzeitschrift Lichtungen vergeben. Das Preisgeld für die beiden Stipendien beträgt je 5.000 Euro. Die Vergabe erfolgt in einem zweijährigen Rhythmus. 2020 erhielt der Schriftsteller Christoph Dolgan das Literaturstipendium, die Autorin Sonja Harter das Lichtungen-Lyrik-Stipendium.

 

 Presseaussendung Amt der Steirischen Landesregierung

Kurt-Wolff-Preis 2022 geht an die Verlegerin Antje Kunstmann

Das Kuratorium der Kurt Wolff Stiftung hat entschieden: Der mit 35.000 Euro dotierte Kurt-Wolff-Preis 2022 geht an die Verlegerin Antje Kunstmann.

Sie hat über Jahrzehnte hin mit großem Spürsinn, wachem politischen Bewusstsein und nicht nachlassender Energie ihren Münchner Verlag zu einem Spiegel und Akteur in der Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik gemacht und zugleich die deutsche und internationale Gegenwartsliteratur miteinander ins Gespräch gebracht. Sie hat ein facettenreiches Ensemble aus Belletristik und Sachbuch, Gedichten und Kinderbuch, zeitkritischen Essays und Reportagen geschaffen, in dem Illustrationen Hauptdarsteller, Kochbücher nicht nur kulinarisch, Anschaulichkeit und Prägnanz Verbündete sind. Ihr Verlag, dem sie durch alle Branchenkrisen hindurch die Unabhängigkeit bewahrt hat, ist ein lebendiger Beweis für die Einsicht, dass Programmmachen allein nicht reicht, dass wer Bücher macht, die Bedingungen dafür, etwa das Urheberrecht, im Auge behalten muss.

Den mit 15.000 Euro dotierten Kurt-Wolff-Förderpreis 2022 erhält der Leipziger Verlag Poetenladen, der seit fast fünfzehn Jahren die Literatur im Netz und das Buch, das in der Hand liegt, in Erzählungen, Romanen und Gedichten verknüpft und demonstriert, wie sich die Druckmedien im Zeitalter der Digitalisierung verjüngen lassen.

Preisverleihung

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse findet die Preisverleihung nunmehr am Freitag, 18. März 2022, 13:00 Uhr, im Gohliser Schlösschen, Menckestraße 23, 04155 Leipzig, statt. Eine Anmeldung ist unter info@kurt-wolff-stiftung.de erforderlich. Die Laudatio hält der Verleger Heinrich von Berenberg.
Die Auszeichnung wird bei Youtube live gestreamt.

 

Presseinformation Kurt Wolff Stiftung

Preis der Leipziger Buchmesse 2022 an Tomer Gardi, Uljana Wolf und Anne Weber

Drei Wortkünstler:innen nahmen in der Glashalle der Leipziger Messe den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung entgegen: Tomer Gardi, Uljana Wolf und Anne Weber. Anne Weber erhielt den Preis in der Kategorie Übersetzung für „Nevermore“ von Cécile Wajsbrot, übersetzt aus dem Französischen. Die siebenköpfige Jury unter der Leitung von Insa Wilke zeichnete zudem Uljana Wolf für ihr Werk „Etymologischer Gossip. Essays und Reden“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch/Essayistik aus. In der Kategorie Belletristik freute sich Tomer Gardi für seinen Roman „Eine runde Sache“ über die bedeutende Auszeichnung.

Kategorie Belletristik

Tomer Gardi: Eine runde Sache | zur Hälfte übersetzt aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer | Literaturverlag Droschl

Zur Begründung der Jury:

Unverschämt, dieser Tomer Gardi. Den ersten Teil seines Romans erzählt er nicht in astreinem Deutsch, sondern in einer Kunstsprache mit eigenartiger Rechtschreibung und merkwürdigem Satzbau. Broken German. Es gibt einen zweiten Teil, oder besser: Es gibt den Roman doppelt. Jetzt hat Tomer Gardi ihn auf Hebräisch geschrieben. Anne Birkenhauer hat ihn ins Deutsche übersetzt. … „Eine runde Sache“ ist ein Schelmenstück. Wirklichkeit und Fiktion prallen darin aufeinander wie das Echte und das Gemachte. Dabei spielt Gardi ebenso kunstvoll wie dreist mit Lesegewohnheiten und Erwartungen an einen Roman, zumal an einen deutschsprachigen. „(…) ein Schriftsteller ist jemand, der Schwierigkeiten hat mit die deutsche Sprache“, schreibt er und hinterfragt unser Bedürfnis nach Korrektheit und Geradlinigkeit ebenso wie ästhetische Normen. Dahinter lauert die bittere Frage, wie es einem Menschen überhaupt gelingen kann, seine eigene Sprache zu finden. Kurzum: „Eine runde Sache“ ist ein großzügiger Roman von hoher sprachlicher Präzision.

Tomer Gardi

Tomer Gardi, geboren 1974 in Galiläa, lebt in Berlin. 2016 erschien sein Roman BROKEN GERMAN, 2019 SONST KRIEGEN SIE IHR GELD ZURÜCK (beide im Literaturverlag Droschl). BROKEN GERMAN erhielt als Hörspieladaption 2017 den Deutschen Hörspielpreis, das Hörspiel DIE FEUERBRINGER – EINE SCHLAGER-OPERETTA wurde von der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Monats Februar 2018 gewählt.

Kategorie Sachbuch / Essayistik:

Uljana Wolf: Etymologischer Gossip. Essays und Reden | kookbooks

Zur Begründung der Jury:

Uljana Wolf hätte in allen drei Kategorien für unseren Preis nominiert werden können, und in allen drei auch mit diesem einen Buch, denn das ist sehr vereinfacht gesprochen ein Sachbuch übers Übersetzen von Lyrik – allerdings höchst komplex geschrieben von einer Poetin, die auch als Übersetzerin renommiert ist. Wolfs „Etymologischer Gossip“ bietet denn auch sowohl hinreißende Gedichte als auch brillante Übertragungen aus anderen Sprachen. Doch gewonnen hat der Band zu Recht in der Sparte Sachbuch, denn diese Lebensthemensammlung seiner Verfasserin ist ein Musterbeispiel für Essayistik. Und geradezu übermütig sind Wortgewitzheit und Assoziationsfreude, mit denen Uljana Wolf ans Werk geht. Dieses Sachbuch ist nicht zuletzt ein Lachbuch: Wer wissen möchte, wie eine fröhliche Sprachwissenschaft sich liest, der hat damit die geeignete Lektüre zur Hand. Ihrem „Etymologischen Gossip“ möchte man gar nicht mehr aufhören zu lauschen.

Uljana Wolf

Uljana Wolf ist Lyrikerin und Übersetzerin. Ihr Werk wurde in über 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Peter-Huchel-Preis für ihr Debüt KOCHANIE, ICH HABE BROT GEKAUFT (kookbooks, 2005) und dem Arbeitsstipendium der Villa Massimo Rom 2017/18. Zuletzt übersetzte sie mit Michael Zgodzay Gedichte von Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki aus dem Polnischen (NORWIDS GELIEBTE, Edition Korrespondenzen 2019).

Kategorie Übersetzung:

Anne Weber | „Nevermore“ von Cécile Wajsbrot, übersetzt aus dem Französischen | Wallstein Verlag

Zur Begründung der Jury:

Eine französische Autorin, die auch Übersetzerin ist, übersetzt „To the Lighthouse“ von Virginia Woolf. Sie wird ihrerseits übersetzt von Anne Weber, einer Deutschen, die ebenfalls Schriftstellerin ist. Was diese drei Frauen hier aufführen, das ist ein Krimi des Bezeichnens! Doch wo ist das Bezeichnete eigentlich? „Jedes Ding verbirgt ein anders“, liest man in Anne Webers Worten bei Cécile Wajsbrot. Und so führt sie uns im Flüsterton dreier Sprachen ein in ein Reich der Abwesenheiten: in das ausgebombte Dresden, die im Krieg zerstörte Kathedrale von Coventry, das verseuchte Gebiet um Tschernobyl und zur Industrieruine der High Line in New York. Etwas lebt an diesen Orten, das sich immer wieder entzieht. So wie das Original sich dem Übersetzer entzieht. Gespensterorte und – Gespensterworte. Anne Weber, herzlichen Glückwunsch zu diesem „Roman Noir“ der Übersetzungskunst. Herzlichen Glückwunsch auch zum Preis der Leipziger Buchmesse.

Anne Weber

Die Autorin und Übersetzerin Anne Weber, geboren 1964 in Offenbach, lebt in Paris. Sie übersetzt ins Deutsche (u.a. Pierre Michon, Marguerite Duras) und Französische (z. B. Sibylle Lewitscharoff und Wilhelm Genazino). Ihr Roman KIRIO (S. Fischer, 2017) stand auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse 2017, für ANNETTE, EIN HELDINNENEPOS (Matthes & Seitz, 2020) erhielt sie den Deutschen Buchpreis.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipzig Buchmesse wird von einer siebenköpfigen Jury vergeben: Unter der Leitung von Insa Wilke haben Moritz Baßler, Anne-Dore Krohn, Andreas Platthaus, Miryam Schellbach, Shirin Sojitrawalla und Katharina Teutsch die Nominierten ausgewählt. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner sind das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur.

Leipziger Buchmesse im Internet: www.leipziger-buchmesse.de | www.leipziger-buchmesse.de/buecherleben

Leipziger Buchmesse im Social Web: facebook.com | twitter.com | instagram.com

 

Aussendung Leipziger Buchmesse

Sarah M. Orlovský für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert

Heute wurden sie bekannt gegeben: Die Nominierungen für die wichtigste Auszeichnung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. Und wir dürfen jubeln: Die Oberösterreicherin Sarah M. Orlovský ist mit „Eine halbe Banane und die Ordnung der Welt“ in der Kategorie Kinderbuch für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

In dem berührenden Buch geht es um eine intensive Schwesternbeziehung zwischen die sich eine furchtbare Krankheit schiebt: Magersucht.

Aus der Jurybegründung: „Hilflosigkeit und Verzweiflung, aber auch Liebe und Hoffnung kommen im Monolog der jüngeren Schwester bewegend zum Ausdruck. Unterstrichen wird dies durch die kunstvoll-rhythmische Sprache. Das Buch sensibilisiert für die Krankheit und macht die Not des Umfelds eindrücklich erlebbar. – Eine Ausnahmeerscheinung im Kinderroman, die der Ausnahmesituation der Protagonistin gerecht wird.“

Nähere Informationen zum Buch und eine Leseprobe finden Sie hier: https://www.tyroliaverlag.at/item/46926156

Deutscher Jugendliteraturpreis

Schon seit 1956 prämiert der Deutsche Jugendliteraturpreis jährlich herausragende Werke der Kinder- und Jugendliteratur und ist mit insgesamt 72.000 Euro dotiert. Stifter ist das deutsche Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Alle Nominierungen sowie die vollständigen Jurybegründungen sind unter www.jugendliteratur.org abrufbar.

 

Presseaussendung Tyrolia Verlag

Deutscher Gartenbuchpreis 2022: Zwei Bücher aus dem AT Verlag ausgezeichnet

Am 11. März 2022 fand zum 17. Mal die festliche Verleihung des Deutschen Gartenbuchpreises auf Schloss Dennenlohe statt. Der Deutsche Gartenbuchpreis, initiiert von Robert und Sabine von Süsskind, wird in zehn Kategorien vergeben. Insgesamt wurden über 100 von den Verlagen eingereichte Bücher von einer Expert*innen-Jury bewertet.

Aus dem AT Verlag gewinnen:

1. Preis – Kategorie Bestes Garten-Kochbuch

Dahlienchips & Berberitzenreis von Judith Gmür-Stalder, Kathrin Fritz, Maurice K. Grünig

Begründung der Jury:
„Kann man das essen?“ Diese auf der Hand liegende Frage beschäftigt vordergründig jeden, der sich näher mit
Pflanzen auseinander setzt. Den Blickwinkel zu weiten, welche Pflanzen aus dem Garten oder der Natur
berechtigterweise auch auf dem Essteller landen können. Der gewichtige Band sticht in diesem Kontext allerdings
auf ganz besondere Weise hervor, denn er sprüht vor Fantasie und Experimentierfreude. Haben Sie schon einmal
Eichenholz-Milchcreme, Ofen-Quittenschnitze, Wassermelonen-Pizza oder Dahlien-Chips gegessen? Lassen Sie
sich von dem hervorragend illustrierten Werk verführen!

2. Preis – Kategorie Bestes Garten- oder Pflanzenportrait?

Beinwell von Regine Ebert

Über Schloss und Schlosspark Dennenlohe

Der Schlosspark Dennenlohe ist mit aktuell 26 Hektar der grösste private Rhododendron- und Landschaftspark in Süddeutschland. Er gilt als einer der schönsten Parks in Deutschland. Der Park wird von Robert Freiherr von Süsskind, dem «Grünen Baron», selbst gestaltet und gepflegt. Schloss Dennenlohe ist Initiator des Bayerischen Gartennetzwerks und Sitz des Verbands Bayerischer Parks und Gärten e.V. Seit 2016 beherbergt es die Internationale Gartenfachbuch-Bibliothek aus den bisher eingereichten Büchern des Deutschen & Europäischen Gartenbuchpreises, der 2006 von Robert und Sabine von Süsskind initiiert wurde. www.dennenlohe.de.

 

Pressemitteilung AT-Verlag

Verlagsgruppe Oetinger erreicht erstes Nachhaltigkeitsziel

Die Verlagsgruppe Oetinger hat das erste Ziel ihrer Nachhaltigkeitsstrategie erreicht und für die gesamte Buchproduktion eine CO2-Kompensation eingeführt. Dabei konnten allein für die Produktion im Jahr 2021 insgesamt 717.492 kg CO2 kompensiert werden. Das entspricht 2.229.827 km mit dem PKW oder der jährlichen CO2-Bindung von 57.440 Buchen.

2021 wurden insgesamt sechs Projekte auf der ganzen Welt gefördert. Dazu zählten neben der Plastic Bank, die sich für den Meeresschutz einsetzt, auch diverse Aufforstungsprojekte und ein Projekt für sauberes Trinkwasser in der Sierra Leone. Welche Projekte unterstützt werden, entscheiden Leser*innen in einem Abstimmungsverfahren. Ein QR-Code in den Büchern informiert über die unterstützen Klimaschutzprojekte.
Weitere Informationen auf dem Nachhaltigkeitsblog 17 Ziele: https://www.oetinger.de/verlagsgruppe/17-ziele

Christian Graef, kaufmännischer Geschäftsführer der Verlagsgruppe Oetinger: „Als Kinder- und Jugendbuchverlag stehen wir in besonderer Verantwortung für die kommenden Generationen. Wo immer wir CO2 vermeiden oder reduzieren können, werden wir das tun. Unser klares Ziel ist es die Verlagsgruppe kontinuierlich in allen Bereichen noch nachhaltiger aufzustellen und unseren Beitrag zur Erreichung der 17 Nachhaltigkeitsziele der UN (SDGs) zu leisten. Das betrifft nicht nur die Produktion, sondern das gesamte Unternehmen. Um auch den Handel mit ins Boot zu holen, haben wir den Nachhaltigkeitsaward ins Leben gerufen.“

Alle Buchhandlungen können sich noch bis zum 31. März 2022 mit ihren Ideen und Konzepten, mit denen sie ökonomische und soziale Nachhaltigkeit fördern und das Klima aktiv schonen, beim Nachhaltigkeits-Award 2022 bewerben. Die Preisvergabe findet im Rahmen der IGUS-Tagung 2022 in Hamburg statt.
Alle Infos zum Award unter https://www.oetinger.de/angebot-und-aktionen

Im Bereich der Produktion basiert die Nachhaltigkeitsstrategie auf den Prinzipien Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren. Die Verlagsgruppe Oetinger verzichtet weitestgehend auf Einschweißfolien. Alle Veredelungsverfahren werden überprüft, im Pappbilderbuch wurde von UV-Lack auf Dispersionslack umgestellt. Außerdem wurden Produktionspläne synchronisiert, um Transporte zu bündeln und Buchformate überprüft, um den Papierverschnitt zu minimieren. Einzelne Bücher werden nach dem Cradle-to-Cradle Verfahren produziert. Dabei werden ausschließlich Substanzen verwendet, die dem biologischen Kreislauf zugeführt werden können.

 

Pressemitteilung Verlagsgruppe Oetinger

Deutscher Hörbuchpreis 2022: Die Preisträger:innen

Die Gewinner:innen des Deutschen Hörbuchpreises 2022 wurden am Abend des 15.3.2022 in einer Live-Radiosendung bei WDR 5 bekannt gegeben. Der Verein Deutscher Hörbuchpreis verzeichnete im 20. Wettbewerbsjahr rund 300 Einreichungen von Verlagen, Sendern und Produzent:innen. In einem mehrstufigen Verfahren ermittelten die drei Jurys folgende Preisträger:innen:

Die Preisträger:innen 2022

Als „Beste Interpretin“ wird Schauspielerin Martina Gedeck für ihre Lesung des Romans „Nastjas Tränen“ von Natascha Wodin (Argon Verlag) ausgezeichnet.

„Ruhig und nüchtern, mitfühlend und warm“ gestalte sie diese Erzählung von Sehnsucht und Verlust, bescheinigt ihr die Preisträgerjury. Gedecks „intimer Dialog mit uns Hörerinnen und Hörern“ arbeite mit großer Souveränität und „nahezu greifbarer Präsenz“ sowohl die Tragik als auch die komischen Aspekte des Textes heraus: „Stellenweise absurd, traurig und von fesselnder Poesie.“

Schauspieler Edgar Selge erhält den Preis in der Kategorie „Bester Interpret“ für die Lesung seines Romans „Hast Du uns endlich gefunden“ (Argon Verlag). Jeder „Versuchung“ und „Verführung“, die mit der Autorenlesung eines autofiktionalen Stoffes einhergehe, wisse sich Selge zu entziehen, hebt die Jury hervor. Sie attestiert dem „feinfühligen Schauspieler“, das „labile Gleichgewicht“ im Erzählen seiner Lebensgeschichte zu wahren. „Auf bravouröse Art und Weise“ gelinge ihm die „Gratwanderung zwischen Identität und Rolle“.

Regisseurin Christiane Ohaus und Komponistin Stephanie Nilles teilen sich den Preis in der Kategorie „Bestes Hörspiel“. In der neunstündigen Hörspielfassung von John Steinbecks Epos „Jenseits von Eden“ (NDR / Der Hörverlag) rücke die Regisseurin den Figuren so nahe, „dass hinter dem Ringen zwischen Gut und Böse ganz andere Sujets durchschimmern“, urteilt die Jury. Mit der „eindringlichen Musik“, der sich wesentlich die „dichte Atmosphäre“ verdanke, und einem hochklassigen Ensemble füge sich alles „zu einem außergewöhnlichen Ganzen, das vorführt, wie wir Menschen sind und wie wir sein könnten“.

Für die „Beste Unterhaltung“ im Jubiläumsjahr des Hörbuchpreises wird Schauspieler Charly Hübner geehrt, der sein literarisches Debüt „Charly Hübner über Motörhead oder Warum ich James Last dankbar sein sollte“ selbst eingelesen hat (tacheles! / ROOF Music). „Mit irren Ohrwürmern“ müsse rechnen, wer dieses Hörbuch konsumiere, warnt die beeindruckte Preis­trägerjury. Hübner habe seine DDR-Jugenderinnerungen „genial aufgeschrieben“ und präsen­tiere sie so „ungemein witzig“, dass „wir alle James Last dankbar sein können“.

Zum dritten Mal gewinnt Sprecher Stefan Kaminski den Preis in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“. Mit seiner Lesung von Julia Bleskens „Mission Kolomoro oder: Opa in der Plastiktüte (Oetinger audio) hat er die „Hörwölfe“, eine fünfköpfige Kinderjury aus Wolfschlugen (Baden-Württemberg), vollauf begeistert. Die Kinder bewundern Kaminskis Fähigkeit, „allein durch seine Sprechweise und Stimme ganz unterschiedliche Menschentypen lebendig werden zu lassen“, und empfehlen die „fantasievolle und spannende Abenteuerreise“ nicht nur Gleichaltrigen, sondern der ganzen Familie.

Baran Datli und Anton Stanislawski erhalten die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Podcast“. Für „Hannes soll kein Russe werden“ (Audible) hat das Autorenduo zwei Jahre lang die tragisch endende Geschichte des „Systemsprengers“ Hannes recherchiert. Mit ihrer „unaufgeregten und sachlichen“ Dokumentation, der „hohen Authentizität“ der Interviews und einem kontinuierlichen Spannungsaufbau über sieben Teile hinweg zeigen die beiden Preis­träger nach Meinung der Jury, „wozu ein klug inszenierter Podcast fähig ist. Eine Offenbarung“.

Der Deutsche Hörbuchpreis ist in jeder Kategorie mit 3.333 € dotiert.

„Das besondere Hörbuch 2021“ für Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess

Anlässlich seines 20. Jubiläums verleiht der Deutsche Hörbuchpreis die Auszeichnung „Das besondere Hörbuch 2021“ für eine Produktion, die aus dem Gesamtkontingent der Einreichun­gen herausragte. Hier entschied sich die Preisträgerjury für „Saal 101. Dokumentar­hörspiel zum NSU-Prozess“ (Der Hörverlag / Bayerischer Rundfunk für die Hörspielabteilungen der ARD und Deutschlandfunk). 6000 Seiten Protokolle und Notizen der ARD-Gerichtsreporter wurden, so befindet die Jury, zu einem „wertvollen Stück Zeitgeschichte“ verdichtet, eine „journalistische Glanzleistung“ sondergleichen. Dramaturgisch hervorragend gegliedert und getragen von erstklassigen Sprecher:innen, vermittle diese Produktion unmissverständlich, worum es geht: „um die Verteidigung unserer Freiheit, um den Schutz unseres Rechtsstaates, letztlich um unser Wohlergehen“.

Die Live-Radiosendung von WDR 5 war auch im Deutschlandradio / Kanal „Dokumente und Debatten“ sowie auf hr2-kultur, MDR Kultur, NDR Kultur, SR 2 und SWR2 zu hören, zudem im Livestream bei BR 2. Einer langjährigen Tradition entsprechend eröffnete die Preisverleihung des Deutschen Hörbuchpreises auch in diesem Jahr das internationale Literaturfest Lit.COLOGNE.

 

Pressemitteilung Deutscher Hörbuchpreis

Der Young Storyteller Award 2022 geht los

Der erste Young Storyteller Award 2021 hat alle Erwartungen übertroffen und sich gleich zum größten Nachwuchswettbewerb für Schreiber:innen und Storyteller im deutschsprachigen Raum entwickelt. Gemeinsam gehen jetzt story.one, Thalia, Die Literarische Welt und SchoolFox in die nächste Runde – mit tollen Preisgeldern und Regeln, die garantiert für noch mehr Spannung sorgen werden.

Der Wettbewerb hat zum Ziel, junge Schreib- und Storytelling-Talente aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu entdecken.

So funktioniert die Teilnahme

Teilnehmen können alle, die zum Start 35 Jahre und jünger sind. Bis 31. August soll auf www.story.one ein Buch aus kurzen Geschichten/Texten/Szenen, keine länger als 2.500 Zeichen (exkl. Leerzeichen), geschrieben werden. Themen und Genres sind frei wählbar – ob Real Life, Fiction oder Sachbuch, Mehrteiler, Szenen oder Einzelgeschichten, Prosa oder Poetry – alles ist möglich, und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Die Texte dürfen nur noch in keinem anderen Buch veröffentlicht worden sein.

Im nächsten Schritt sind die Autor:innen aufgerufen, aus ihren 12-17 Geschichten/Texten/ Szenen ihr Buch selbst zu gestalten, ein Cover zu wählen und optional Geschichten zu bebildern. Auch wenn der Text am wichtigsten ist, die Jury bewertet das Gesamtwerk. Der Buchupload bis spätestens 31.8.2022 besiegelt die Teilnahme am YSA22. Die Erstellung des Buches ist komplett kostenlos, jede:r Teilnehmer:in bekommt ein kostenloses Belegexemplar des Buches (mit ISBN) zugeschickt und wird an den Verkaufserlösen beteiligt.

Besonderes Gewicht erhält der Wettbewerb in diesem Jahr durch die Partnerschaft mit der Literarischen Welt, die einmal monatlich als Beilage in Welt am Sonntag erscheint. Mit an Bord ist heuer auch die zum Unicorn GoStudent gehörende Kommunikationsplattform SchoolFox, die Schüler, Eltern und Lehrer verbindet.

„Ich sehe großes kreatives Potential bei Jugendlichen. Die Kids sollen aktiv werden und zeigen, was sie können!“ zeigt sich Julian Breitenecker, der Geschäftsführer von SchoolFox, begeistert.

Wie entscheidet die Jury

„Gut schreiben ist Voraussetzung, aber zu wenig um den Young Storyteller Award 2022 zu gewinnen. Es geht um die gesamte Buchidee“, erklärt Hannes Steiner, Gründer von story.one. „Wir suchen eine neue Generation von Autor:innen, die ihre Idee auch überzeugend umsetzen und vertreten können“, so Steiner weiter.

Jede einzelne Einreichung wird zuerst sorgfältig von einer großen Fachjury gelesen, die am Ende eine Longlist von 20 Büchern erstellt. Dann beginnt die Arbeit der Endjury rund um Literaturagent Marcel Hartges, der u.a. Ronja von Rönne, Charlotte Roche oder Ferdinand von Schirach auf die Bestsellerlisten geführt hat. Auch die Bachmann-Jurorin und Herausgeberin der Literarischen Welt, Dr. Mara Delius, ist in der End-Jury.

Story Slam und Preisverleihung

Beim Story Slam am 14.10.2022 in der Thalia Buchhandlung, Mariahilferstraße 99, haben die Finalist:innen die Gelegenheit, ihre Bücher und sich selbst als Autor:innen zu präsentieren. Auch diese Live-Performance fließt in die endgültige Jury-Bewertung mit ein – diese gibt noch am Abend die Gewinner:in des Young Story Teller Award bekannt.

„Der Abschlussabend des ersten Young Story Teller Awards 2021 war ein Riesenerfolg,“ schwärmt Andrea Mikkhaeel, Marketingleiterin bei Thalia, „daran möchten wir in unserem dann neu gestalteten Flagshipstore, anknüpfen und mit den Finalistinnen ihre Erfolge feiern.“

Als Preise winken Preisgelder in Höhe von €10.000 für die Gewinner:innen und die Promotion des Gewinnerbuches durch Thalia. Außerdem werden die Bücher aller Autor:innen, die es auf die Longlist geschafft haben, den drei führenden Literaturagenturen im deutschsprachigen Raum vorgestellt und in den Thalia-Megastores geführt.

Über story.one

Bei story.one dreht sich alles um Geschichten. Geschichten, aus denen Bücher werden, die Menschen begeistern. Ein neues Buchformat, das keine Grenzen kennt, mit 12-17 Geschichten, das On- und Offline miteinander verbindet und für Spaß am Lesen steht. Mittlerweile sind bei story.one +75.000 Geschichten von mehr als 8.000 Autor:innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu finden. Mit dem von story.one initiierten Young Storyteller Award wird eine neue Generation von jungen und spannenden Autor:innen entdeckt und gefördert.
www.story.onewww.instagram.com/story.one.world/

Über Thalia

„Welt, bleib wach“, damit übernimmt Thalia gesellschaftliche Verantwortung und bringt das Lesen zurück in die Lebenswelt der Menschen. „Lesen wie du willst“ umfasst neben dem klassischen physischen Buch auch eBooks und digitale Hörbücher. Als leidenschaftlicher Geschichtenentdecker verbindet der Buchhändler Qualität, Persönlichkeit, Inspiration und Service. Persönliche Beratung, ein vielfältiges Sortiment und digitale Services eröffnen Kunden eine einzigartige Erlebniswelt. Neben Büchern und eBooks führt Thalia ein großes Non-Book Sortiment, das jedes Leseabenteuer hervorragend ergänzt.
www.thalia.atwww.instagram.com/thalia_buchhandlungen_at/

Über Die Literarische Welt

Deutschlands größte Qualitäts-Sonntagszeitung Welt am Sonntag bietet ihren Leserinnen und Lesern Inspiration durch exklusive Interviews, tiefgründige Reportagen und kluge Unterhaltung.
Die traditionsreiche „Literarische Welt“, 1925 von Willy Haas gegründet, erscheint immer am ersten Wochenende des Monats als Beilage in Welt am Sonntag. Herausgeberin Dr. Mara Delius bildet mit ihren Autorinnen und Autoren darin die Sphäre der internationalen Literatur in ihrer Breite ab. Mit ihren Kritiken, Essays, Recherchen und exklusiven Abdrucken bietet die „Literarische Welt“ intellektuelle Impulse für die Leserinnen und Leser von Welt am Sonntag.
de.wikipedia.org/wiki/Die_literarische_Welt | www.welt.de/weltamsonntag

Über SchoolFox

Die All-in-One Schul-App von Fox Education. SchoolFox verbindet Lehrpersonen, Pädagog:innen, Eltern, Schüler:innen und die Schulleitung und ermöglicht, alles von einem Ort aus zu organisieren. Mit über 7.000 Bildungseinrichtungen und 1,3 Millionen aktiven Usern ist SchoolFox die Nummer 1 in der DACH-Region.
www.schoolfox.com

 

Pressemitteilung www.story.one

Ali Smith erhält den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2022

Der vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport vergebene Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur geht heuer an die in Schottland geborene Autorin Ali Smith.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer gratuliert herzlich: „Ali Smith zählt seit mehr als zweieinhalb Jahrzehnten zu den fixen Größen der Literatur Großbritanniens. Mit den Übersetzungen ihres zuletzt erschienenen Jahreszeiten-Buchquartetts hat sie nun endgültig auch die deutschsprachige Leserschaft erobert. Sie begeistert die Leserinnen und Leser sowie die Literaturkritik gleichermaßen“, so Mayer. „Ali Smith folgt in ihren Büchern den verschlungenen Wegen menschlicher Beziehungen. In ihren Romanen und Short Stories begegnen wir uns selbst und finden die großen und kleinen Themen unserer Zeit, unsere Hoffnungen und Ängste wieder. Dabei ist ihr Blick auf uns freundlich, interessiert, mitfühlend, beobachtend, ironisch und immer wieder auch voller Witz. Wir alle haben eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden – und es ist Ali Smith, die sie in große Literatur verwandelt und lesenswert macht.“

Die Jurybegründung: „Ali Smith bleibt in ihren Romanen und Erzählungen nah an unserer Gegenwart. Und weil Gegenwart ohne Vergangenheit nicht zu haben ist, stattet sie Figuren mit Biografien aus, in denen sich das 20. Jahrhundert spiegelt. Als Menschenkennerin weiß Smith, dass es, um Personen nahe zu kommen, nicht ausreicht, sie auf äußere Lebensstationen festzulegen. Sie stattet sie mit Träumen und Erinnerungen, Fantasien und Gedankenspielen aus. Dazu bedarf es eines gewieften ästhetischen Programms, das der Fülle der inneren Zustände gerecht wird. Ali Smith verfügt über die literarischen Mittel, um empathisch, wütend, ironisch, nüchtern, bisweilen in kühne Fantasien ausgreifend, bisweilen dem realistischen Schreiben verpflichtet, die Vielfalt der Gesellschaft wie die Vielfalt des Einzelnen ins Bild zu rücken.“

Die fünfköpfige Jury für den Preis 2022 bestand aus Mag. Robert Huez, Mag.a Anne-Catherine Simon, Dr. Anton Thuswaldner, Anna Weidenholzer und Univ. Prof. Mag. Dr. Norbert Christian Wolf.

Ali Smith

Ali Smith wurde 1962 in Inverness in Schottland geboren und lebt in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt. Ihr Roman „Beides sein“ wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit „Herbst“ kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize. Ihre Bücher erscheinen in der deutschen Übersetzung von Silvia Morawetz im Luchterhand Verlag. Im April erscheint als Follow-up zum Jahreszeitenzyklus ihr neues Buch mit dem Titel „Companion piece“.

Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat, was durch Übersetzungen dokumentiert sein muss. Das Werk muss auch in deutschsprachiger Übersetzung vorliegen.
Der Preis ist mit € 25.000 dotiert. Die Preisverleihung erfolgt durch Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer traditionell im Rahmen eines Festaktes während der Salzburger Festspiele.
Zuletzt ging der Preis an Mircea C?rt?rescu, Andrzej Stasiuk, Karl Ove Knausgård, Zadie Smith, Michel Houellebecq, Drago Jan?ar und László Krasznahorkai.

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport 

Volha Hapeyeva erhält den Wortmeldungen-Literaturpreis 2022

Volha Hapeyeva erhält für ihren bisher unveröffentlichten und auf Deutsch verfassten Essay „Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils“ den Wortmeldungen-Literaturpreis 2022. Der Preis für kritische Kurztexte wird von der Crespo Foundation ausgelobt und ist mit EUR 35.000 dotiert.

Mit diesem Essay wird ein Text ausgezeichnet, dem es „auf eindringliche Weise gelingt, das Nachdenken über Heimat und persönliche Wurzeln mit der Reflexion über Gewalt und Macht zu verweben. Dabei zielt die Autorin vor allem auf die Kraft der Sprache ab: Sie zeigt, dass Diktaturen Sprachpolitik für ihre Zwecke nutzen, dass sie ihre eigene Sprache etablieren, dass Worte töten können. Und dass Diktaturen Kunst und Poesie unterdrücken, weil sie Mittel des kritischen Denkens sind, die ihnen gefährlich werden können. Gerade deswegen setzt Hapeyeva despotischen Machtstrukturen ein poetisches, nomadisches Denken entgegen. Ihr kunstvoll arrangiertes Plädoyer für eine widerständige Poesie gewinnt vor dem Hintergrund des Krieges gegen die Ukraine an bedrückender Aktualität. Hapeyeva tut, was eine Autorin im Angesicht von Gewalt und Unterdrückung zum Besten tun kann: mit starken Worten wirken.“, so die Jury in ihrer Begründung.

Volha Hapeyeva, *1982 in Minsk, ist Dichterin (Prosa, Lyrik, Drama, Kinderbuch), Übersetzerin und promovierte Linguistin. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen. Ihre Gedichte wurden in mehr als 15 Sprachen übertragen. Unter dem Titel „Mutantengarten“ liegt auch eine Auswahl auf Deutsch vor. Zudem erschien mit „Camel Travel“ bei Droschl ihr Debütroman, übersetzt von Thomas Weiler.
Volha Hapeyeva lebt seit 2020 im deutschen und österreichischen Exil.
Derzeit hält sie sich in München auf und wird von dort im Herbst nach Berlin wechseln.

Die Preisverleihung findet am 19. Juni im Schauspiel Frankfurt statt.
Die Laudatio hält Sighard Neckel (Soziologe). Mehr über den Literaturpreis finden Sie auf https://www.wortmeldungen.org/

Bereits 2019 erhielt übrigens ein Droschl-Autor den Wortmeldungen-Literaturpreis. Es war Thomas Stangl.

 

Pressemeldung Literaturverlag Droschl

Österreichischer Buchpreis 2022: Jetzt einreichen!

Ab sofort können Verlage bis 17. April 2022 ihre aktuellen Werke für den Wettbewerb einreichen. Der zu vergebende Österreichische Buchpreis sowie der Debütpreis sind mit insgesamt 45.000 Euro dotiert. Das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport, der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und die Arbeiterkammer Wien richten den Preis gemeinsam aus.

Der Österreichische Buchpreis stellt die heimische Literatur in den Mittelpunkt: Der Wettbewerb zielt darauf ab, die Qualität und Vielstimmigkeit der österreichischen Gegenwartsliteratur zu würdigen und ihr im deutschsprachigen Raum die gebührende Aufmerksamkeit zu garantieren. Im vergangenen Jahr wurde Raphaela Edelbauer mit ihrem Buch „DAVE“ (Klett-Cotta) ausgezeichnet. Der Debütpreis ging an Anna Albinus für „Revolver Christi“ (edition FOTO.tapeta).

Details zur Ausschreibung

Teilnahmeberechtigt sind Verlage, die Mitglieder im Hauptverband des Österreichischen Buchhandels, im Börsenverein des Deutschen Buchhandels oder im Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband sind. Die Einreichung zum Österreichischen Buchpreis 2022 ist kostenlos. Pro Verlag können maximal zwei Titel österreichischer Autor:innen aus dem Bereich der Literatur in Form belletristischer, essayistischer, lyrischer oder dramatischer Werke eingereicht werden. Diese müssen zwischen 8. Oktober 2021 und 11. Oktober 2022 erschienen sein oder erscheinen. Zudem können Erstlingstitel österreichischer Autor:innen aus dem Bereich der Literatur in Form belletristischer, essayistischer, lyrischer oder dramatischer Werke für den Debütpreis 2022 eingereicht werden, der von der Arbeiterkammer Wien gestiftet wird.

Die Fachjury

Die Entscheidung über die Auszeichnungen treffen auch in diesem Jahr unabhängige Expert:innen ihres Fachs. Die Jury für den Österreichischen Buchpreis setzt sich 2022 aus Bernhard Bastien (Buchhändler, Buchhandlung Lerchenfeld), Edith-Ulla Gasser (Redakteurin, Ö1), Stefan Gmünder (Literaturkritiker, Der Standard und Volltext), Katharina Teutsch (Literaturkritikerin, FAZ) und Norbert Christian Wolf (Literaturwissenschaftler, Universität Wien) zusammen.

Longlist / Shortlist

Nach Ende der Einreichfrist wählen die Juror:innen unter allen Einreichungen zehn Werke für die Longlist des Österreichischen Buchpreises sowie drei Titel für die Debütpreis-Shortlist aus, die beide am 6. September 2022 veröffentlicht werden. Die fünf nominierten Werke der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis werden am 11. Oktober 2022 verkündet.

Preisverleihung zum Auftakt der Buch Wien (23. bis 27. November)
Erst am 21. November, dem Abend der Preisverleihung, erfahren die fünf Autor:innen der Shortlist sowie die drei Autor:innen der Debütpreis-Shortlist, wem die Auszeichnungen zuerkannt werden. Die Ehrung findet im Kasino am Schwarzenbergplatz statt.

Die Preisträgerin oder der Preisträger des Österreichischen Buchpreises erhält 20.000 Euro, die vier anderen Nominierten jeweils 2.500 Euro. Der Debütpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die beiden weiteren Finalist:innen bekommen ebenfalls 2.500 Euro.

Weitere Informationen zum Österreichischen Buchpreis 2022 finden Sie unter oesterreichischer-buchpreis.at.

 

Aussendung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Ausschreibung Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur 2022

Es wird wieder spannend! Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) und die Stadt Wien Kultur vergeben mit freundlicher Unterstützung von Bestattung Himmelblau zum dreizehnten Mal den Leo-Perutz-Preis für Wiener Kriminalliteratur. Die Stadt Wien Kultur stiftet dabei das Preisgeld in der Höhe von 5.000€. Einreichungen sind ab sofort möglich!

Leo-Perutz-Preis

Der Leo-Perutz-Preis zeichnet Kriminalromane aus, deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen.

Dieses Jahr erfolgt die Ausrichtung erstmals mit freundlicher Unterstützung von Bestattung Himmelblau.

„Die Riege der bisherigen Gewinner:innen des Leo-Perutz-Preises vereint das absolute Who-is-Who der österreichischen Krimi-Literaturszene. Umso mehr freut es uns, diese renommierte Auszeichnung heuer erstmals zu unterstützen und literarische Talente vor den Vorhang zu bitten“, sagt Mag. Georg Haas, Geschäftsführer von Bestattung Himmelblau.

Einreichungen

  • Einreichberechtigt sind alle Kriminalromane, die zwischen dem 1. Juli 2021 und dem 30. Juni 2022 erschienen sind oder erscheinen werden.
  • Einreichberechtigt sind ausschließlich Verlage, nicht jedoch Autor:innen oder anderweitig an der Veröffentlichung der Bücher beteiligte Personen.
  • Die Entscheidung über die Auszeichnungen des Leo-Perutz-Preises für Kriminalliteratur trifft eine unabhängige Fachjury.

Die Einreichfrist endet am 31. März 2022.
Die Shortlist wird am 1. Juli 2022 veröffentlicht.
Die Bekanntgabe des Siegertitels sowie die Preisverleihung findet am 11. Oktober 2022 im Rahmen der Kriminacht im Wiener Kaffeehaus in Wien statt.

Anmeldungen sind ausschließlich online möglich:Zum Anmeldeformular.
Details zur Ausschreibung finden unter www.buecher.at/leo-perutz-preis/

 

Presseinformation Hauptverband des Österreichischen Buchhandels / Red.

„Buntspecht“-Finalist*innen stehen fest

Die fünfköpfige Jury des Illustrationspreises »Buntspecht« – dazu zählen Illustrator Michael Sowa (Juryvorsitz), Bilderbuchkünstlerin Britta Teckentrup, Journalistin Jana Kühn (BÜCHERmagazin) sowie jeweils ein/e Vertreter*in der AID Berlin und des Annette Betz Verlags – hat getagt und die elf Finalist*innen stehen fest.

Das sind die Künstler*innen und ihre eingereichten Bilderbuchprojekte:

  • Michaela Brunner – Ellie
  • Salomé Erard – Monsieur Krabb auf der Suche
  • Fulya Gezer Bachmann – Ali und das perfekte A
  • Enikö Gömöri – Ich bin doch ein Löwe!
  • Marika Haensch – Abenteuer mit dem Gartenyeti
  • Marit Keirat – Dackel Blau
  • Zakwan Khello & Winnie Schmidt – Das Eichhörnchen ist auf der Suche
  • Kristine Ortmeier – Zirkus Obstsalat
  • Anne-Christin Plate – Die Blumenfrau
  • Isabel Roos – Das Maisfeld
  • Heike Scharrer – The Queue (Schlangestehen)

»Buntspecht«

Der Illustrationspreis, den Annette Betz in der Ueberreuter Verlags GmbH gemeinsam mit der Akademie für Illustration und Design Berlin (AID) vergibt, wird 2022 wird zum dritten Mal verliehen.
Der Wettbewerb ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro dotiert. Die elf besten Einreichungen werden zudem mit einer exklusiven Ausstellung geehrt.

Der/die Gewinner*in des »Buntspecht« wird im Rahmen der Preisverleihung am 4. August 2022 verkündet.

Mehr Informationen zum Wettbewerb und einen Blick in die eingereichten Arbeiten gibt es hier:
www.buntspecht.berlin

 

Pressesmitteilung Ueberreuter Verlag

Preis der Leipziger Buchmesse 2022: 15 Buchtitel im Rennen um bedeutenden Literaturpreis

Die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse hat 15 Buchtitel für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung nominiert. Bis zum 17. März steigt die Spannung für die Autor:innen und Übersetzer:innen sowie ihre Verlage: Denn an diesem Tag wird der Preis, um 16 Uhr in der Glashalle des Leipziger Messegeländes vergeben und auf der Website der Leipziger Buchmesse live gestreamt.

„Die nominierten literarischen Werke zeichnen sich durch ihre außergewöhnliche Sprachkunst aus, die überhaupt erst eine Auseinandersetzung mit ihren Themen ermöglicht“, erklärt Juryvorsitzende Insa Wilke. „Auch im Sachbuch hat uns die mitreißende Intensität überzeugt, mit der die Autor:innen sich mit völlig unterschiedlichen rhetorischen Ansätzen ihren Fragestellungen widmen.“

„Die Vergabe des Preises der Leipziger Buchmesse ist in diesen Tagen wichtiger denn je“, so Buchmessedirektor Oliver Zille. „In den schwierigen pandemischen Zeiten fehlt den Verlagen, Autor:innen und Übersetzer:innen jene so notwendige Öffentlichkeit und die Begegnung mit den Leser:innen. Mit der Preisverleihung möchten wir Literatur leuchten lassen. Die Glashalle der Leipziger Messe wird dafür den würdigen Rahmen bieten.“

Die Nominierten 2022

Belletristik

  • Dietmar Dath: „Gentzen oder: Betrunken aufräumen. Kalkülroman“ (Matthes & Seitz Berlin, August 2021)
  • Tomer Gardi: „Eine runde Sache“, zur Hälfte übersetzt aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer (Literaturverlag Droschl, Juni 2021)
  • Heike Geißler: „Die Woche“ (Suhrkamp Verlag, März 2022)
  • Emine Sevgi Özdamar: „Ein von Schatten begrenzter Raum“ (Suhrkamp Verlag, Oktober 2021)
  • Katerina Poladjan: „Zukunftsmusik“ (S. Fischer Verlag, Februar 2022)

Sachbuch / Essayistik

  • Horst Bredekamp: „Michelangelo“ (Verlag Klaus Wagenbach, August 2021)
  • Hadija Haruna-Oelker: „Die Schönheit der Differenz. Miteinander anders denken“ (btb Verlag, März 2022)
  • Christiane Hoffmann: „Alles, was wir nicht erinnern. Zu Fuß auf dem Fluchtweg meines Vaters“ (Verlag C.H.Beck, Februar 2022)
  • Juliane Rebentisch: „Der Streit um Pluralität. Auseinandersetzungen mit Hannah Arendt“ (Suhrkamp Verlag, Februar 2022)
  • Uljana Wolf: „Etymologischer Gossip. Essays und Reden“ (kookbooks, Juni 2021)

Übersetzung

  • Irmela Hijiya-Kirschnereit, übersetzte aus dem Japanischen: „Dornauszieher. Der fabelhafte Jizo von Sugamo“ von Hiromi Ito (Matthes & Seitz Berlin, August 2021)
  • Stefan Moster, übersetzte aus dem Finnischen „Im Saal von Alastalo. Eine Schilderung aus den Schären“ von Volter Kilpi (mareverlag, Oktober 2021)
  • Andreas Tretner, übersetzte aus dem Russischen: „Wunderkind Erjan“ von Hamid Ismailov (Friedenauer Presse, März 2022)
  • Helga van Beuningen, übersetzte aus dem Niederländischen: „Mein kleines Prachttier“ von Marieke Lucas Rijneveld (Suhrkamp Verlag, September 2021)
  • Anne Weber, übersetzte aus dem Französischen: „Nevermore“ von Cécile Wajsbrot (Wallstein Verlag, Juli 2021)

Service für die Medien

Die Preisverleihung findet am 17. März, um 16 Uhr in der Glashalle auf dem Leipziger Messegelände statt und wird auf der Website
www.leipziger-buchmesse.de gestreamt. Eine Teilnahme für Medienvertreter ist möglich.

Für die Preisverleihung wird jedoch ein SNG Signal sowie ein Live-Stream zur Verfügung gestellt. Im Nachgang besteht die Möglichkeit, Interviews mit den Preisträgern zu führen. Bitte melden Sie sich dafür bis spätestens 10. März unter j.luecke@leipziger-messe.de an. Töne der Jury zu den diesjährigen Nominierungen finden Sie schon jetzt unter
www.preis-der-leipziger-buchmesse.de.

Nominierte vorab im LCB und Deutschlandfunk Kultur erleben

Bevor die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse ihr Urteil fällt, können sich Fans von Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzungen ein eigenes Urteil bilden. Im Literarischen Colloquium Berlin (LCB) stellen die 15 Nominierten am 3. März (Belletristik) und 8. März (Übersetzung) ihre Werke vor. Zu hören sind sie anschließend bei Deutschlandfunk Kultur sowie MDR Kultur:

  • Belletristik: 6. März, 22:03 Uhr in der Sendung „Literatur“ (Deutschlandfunk Kultur) sowie Dienstag, 15. März, 22 Uhr bei MDR Kultur; Moderation: Katrin Schumacher und Jörg Plath
  • Sachbuch/Eassyistik: 12. März, 11:05 Uhr in der Sendung „Lesart“ (Deutschlandfunk Kultur), Moderation: Andrea Gerk und Christian Rabhansl
  • Übersetzung: 13. März, 22:03 Uhr in der Sendung „Literatur“ (Deutschlandfunk Kultur), Moderation: Jörg Plath und Maike Albath

Über den Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipzig Buchmesse wird von einer siebenköpfigen Jury vergeben: Unter der Leitung von Insa Wilke haben Moritz Baßler, Anne-Dore Krohn, Andreas Platthaus, Miryam Schellbach, Shirin Sojitrawalla und Katharina Teutsch die Nominierten ausgewählt. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner ist das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur.

 

Pressemitteilung Leipziger Buchmesse

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