Regina Kammerer, Leiterin des btb Verlags und des Luchterhand Literaturverlags, wird »Verlegerin des Jahres«

Regina Kammerer ist vom Branchenmagazin BuchMarkt zur Verlegerin des Jahres 2021 gewählt worden.

Seit 1994 zeichnet BuchMarkt im Dezember die Verlegerin oder den Verleger des Jahres aus. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury, die sich ausschließlich aus den bisherigen Preisträgern zusammensetzt, auf Regina Kammerer.

Die „Jury“ (das sind die bisherigen VerlegerInnen des Jahres) war sich in diesem Jahr besonders einig: „Regina Kammerer führt die Verlage btb und Luchterhand seit Jahren mit großer Beständigkeit, programmatischer Leidenschaft und visionärer Kraft. Sie hat bewiesen, dass die skandinavische Literatur nicht nur aus Mord und Totschlag besteht – und hat in diesem Jahr mit den Büchern von Juli Zeh, Leila Slimani, Irvin & Marilyn Yalom, Ferdinand von Schirach u.v.a. nicht nur den erfolgreichsten Roman des Jahres, sondern wieder auch weitere Verkaufserfolge für den Buchmarkt zu verantworten.“

„Ich komme nicht aus einem bildungsbürgerlichen Haushalt, und Bücher sind mir immer auch Rettung gewesen. Was ich daraus gelernt habe? Die Begegnung mit einem Buch ist wie die mit einem Menschen: sobald sie echt, spannend und überraschend ist, trägt sie. Algorithmen können vieles, aber sie ersetzen nie dieses Gespräch auf Augenhöhe“, so Kammerer.
Und sie findet: „Büchermachen ist was Wunderbares. Aber es ist immer Teamarbeit, in allen Bereichen. Ich bin zudem mit einer wunderbaren Lektoratstruppe gesegnet und habe das große Glück, mit Grusche Juncker genauso vertrauensvoll zusammenarbeiten zu können wie zuvor mit Georg Reuchlein“.

Thomas Rathnow, CEO der Penguin Random House Verlagsgruppe: »Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Regina Kammerer und gratuliere ihr auch auf diesem Wege von Herzen! Mit der Wahl zur Verleger*in des Jahres wird eine Frau geehrt, die seit vielen Jahren eine ganze Reihe klassischer verlegerischer Tugenden erfolgreich in die Praxis umsetzt. Regina verbindet ihre scharfe literarisch-ästhetische Urteilskraft zum einen mit einer bewundernswerten Hartnäckigkeit in der Durchsetzung der von ihr entdeckten und geschätzten Autor*innen, zum anderen mit einem ausgeprägten Sinn für die Arbeit im Team und dem intensiven Austausch mit Büchermenschen in aller Welt.«

 

Presseaussendung Penguin Random House Verlagsgruppe / BuchMarkt / sortimenterbrief-Red.

Internationale Buchmärkte trotzen Corona mit deutlichen Zuwächsen im ersten Halbjahr 2021

Die internationalen Buchmärkte verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein vielerorts deutliches Umsatzplus – und zwar sowohl im Vergleich zum Vorjahreszeitraum als auch zu den ersten sechs Monaten 2019, als noch keine Lockdowns galten. Dies ist das Ergebnis einer exklusiven Sonderauswertung von GfK Entertainment. Wie die neun Länder umfassende Studie zeigt, konnten die Erlöse binnen eines Jahres teilweise um über ein Drittel gesteigert werden, so beispielsweise in Brasilien (plus 33,4 Prozent) und Spanien (plus 38,3 Prozent). Im Zweijahresvergleich lag das Wachstum hier jeweils immer noch bei 16,3 bzw. 12,8 Prozent. In Italien betrugen die Zuwächse zu 2020 rund 36,8 Prozent, in Frankreich sogar 43,4 Prozent.

Etwas flacher verlief die 2021er-Umsatzkurve bislang in den Niederlanden (plus 4,3 Prozent), wo viele Geschäfte im Gegensatz zum Vorjahr zeitweise schließen mussten. Auch in Deutschland war der Trend im Vergleich zur ersten Hälfte 2020 positiv-einstellig (plus 4,1 Prozent), im Vergleich zu 2019 allerdings um 4,9 Prozent rückläufig. Der Schweizer Buchmarkt beendete die ersten sechs Monate mit einem Plus von 11,1 Prozent, während Portugal sowie die belgischen Regionen Flandern und Wallonien jeweils Anstiege von 18,9 bzw. 16,8 und 33,8 Prozent meldeten.

Im Folgenden die wichtigsten Highlights und zentrale Insights der Studie:

Höhere Preise beflügeln Umsatztrend

Das Umsatzplus im ersten Halbjahr 2021 ging fast durchweg mit gestiegenen Durchschnittspreisen einher. Obwohl sich auch die Absätze zumeist positiv entwickelten, fielen die Steigerungsraten in acht der neun untersuchten Regionen hier niedriger als beim Umsatz aus.

Non-Fiction übertrumpft Fiction

In den meisten analysierten Ländern konnten Sachbücher und Ratgeber noch stärker zulegen als das Fiction-Segment. Viele beliebte Werke stammten dabei von Politikern wie Barack Obama, Philippe De Villiers oder Giorgia Meloni. Auch Kochbücher, Lebens- und Finanzratgeber sowie Feminismus-Titel wurden häufig nachgefragt. Derweil landete die mittlerweile verstorbene Bestsellerautorin Lucinda Riley mit „Die verschwundene Schwester“ den meistverkauften Roman in der Schweiz, Flandern und den Niederlanden.

Kulturpässe werden intensiv genutzt

Comics, darunter insbesondere Mangas, erfreuen sich anhaltender Popularität und waren in Frankreich, Italien und Spanien die Warengruppe mit dem größten Wachstum. Zu diesem Erfolg dürften auch Förderangebote des Staates wie in Frankreich und Italien beigetragen haben. Dort erhalten junge Erwachsene, die 18 Jahre alt geworden sind, einen Gutschein im Wert von mehreren hundert Euro, der für kulturelle Angebote verwendet werden kann.

Streaming-Boom erreicht auch den Buchmarkt

Seit Anfang der 2000er hatten Kino-Blockbuster wie „Harry Potter“ und „Die Tribute von Panem“ die Verkäufe der entsprechenden Buchvorlagen befeuert. Nun, da viele Lichtspielhäuser über Monate schließen mussten und Streaming-Dienste ungebrochen boomen, zeigt sich vermehrt der Einfluss von Serienhits wie „Bridgerton“ oder „Lupin“. Diese verhalfen den Büchern von Julia Quinn und Maurice Leblanc zum Beispiel in Belgien, Frankreich, Italien und Spanien zu verstärkter Aufmerksamkeit. Die ebenfalls auf Netflix erschienene Miniserie „Das Damengambit“ führte in Italien zu einem Run auf Spiele- und Schach-Handbücher.

Interesse an E-Books lässt nach

Der Absatzweg E-Book, der gesondert betrachtet wurde, konnte an die positive Entwicklung aus dem Vorjahr vielerorts nicht mehr anknüpfen. Während digitale Bücher im Gesamtjahr 2020 beispielsweise in Flandern (plus 16,5 Prozent) und den Niederlanden (plus 12,7 Prozent) noch schwarze Zahlen geschrieben hatten, waren die Werte dort im ersten Halbjahr um 3,6 bzw. 5,3 Prozent rückläufig. Auch die Schweiz und Spanien vermeldeten ein Minus, wohingegen der E-Book-Trend in Deutschland (plus 9,6 Prozent) weiter anhält.

Zur Studie: Basis der Auswertung sind die physischen Buchmarkt-Zahlen für das erste Halbjahr 2021 auf Handelspanel-Basis für die Länder Belgien (Flandern/Wallonien), Brasilien, Frankreich, Italien, Niederlande, Portugal, Spanien und Schweiz sowie auf Basis des GfK Consumer Panels für Deutschland, jeweils ohne Abos und Downloads.

Wenn Sie an weiteren Informationen oder einem Erhalt der vollständigen Studie interessiert sind, wenden Sie sich bitte an senta.wolf@gfk.com.

 

Presseaussendung GfK Entertainment GmbH

Österreichischer Buchmarkt im Februar

Die Öffnungen der Buchhandlungen schlagen sich auch in den Umsätzen des österreichischen Buchhandels nieder: +4,3 Prozent wurden im Februar erwirtschaftet.
Entscheidend waren dafür +5,3 Prozent Umsatzsteigerung der Hardcover/Softcover, auch das Taschenbuch legte um +0,6 Prozent zu. Das Hörbuch/Audiobook hatte hingegen –10,3 Prozent zu verzeichnen. Kumuliert bedeutet das für das bisherige Jahr –13,1 Prozent.

HVB-Marktdaten Februar 2021 als pdf

 

Eine Presseinformation des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
www.hvb.at

Österreichischer Buchmarkt im Jänner

Das Jahr 2021 startete im Lockdown, im Buchhandel waren im gesamten Jänner nur Click & Collect sowie das Versandgeschäft erlaubt.

Die Auswirkungen brachten –28,8 Prozent Umsatzeinbuße im Vergleich zum Vorjahresmonat. Den größten Rückgang gab es bei den Taschenbüchern (–36,1 Prozent), gefolgt von Hardcover, Softcover (–24,8 Prozent) und der Editionsform Hörbuch/Audiobook (–24,7 Prozent).
Details finden Sie in diesem Buchhandelspanel: HVB_Marktdaten_01-21 (pdf in neuem Tab)

 

Eine Pressemitteilung des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
www.hvb.at

Österreichischer Buchmarkt 2020 mit Umsatzminus von -4,4 Prozent

Der Buchabsatz 2020 verzeichnet insgesamt ein Umsatzminus von -4,4 Prozent. Dramatischer ist die Lage im stationären Buchhandel, dort beträgt das Umsatzminus -12,8%. Der Dezember 2019 – mit einem leichten Umsatzplus von +0,6 Prozent im Gesamtverkauf – konnte die Jahresbilanz nicht mehr ins Positive drehen.

Corona geschuldet verzeichnen beinahe alle Warengruppen einen Umsatzrückgang. Besonders hart trifft es das Segment Reise mit einem Minus von -36 Prozent. Einzig das Kinder- und Jugendbuch schließt mit einem Plus von +2,9 Prozent ab.

Das Sachbuch verzeichnet mit -0,2 Prozent ein vergleichsweises geringes Minus. Die Belletristik weist ein Minus von -2,7 Prozent auf, gefolgt von den Ratgebern mit -3,9 Prozent. Der Umsatzrückgang des Segmentes „Geisteswissenschaft, Kunst, Musik“ beläuft sich auf -5,3 Prozent, „Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik“ verlieren -5,8 Prozent und „Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft“ beschließen das Jahr mit -7,7 Prozent.

Alle Editionsformen schrieben 2020 negative Zahlen: Die Editionsform Hardcover, Softcover verlor -3,4 Prozent, das Taschenbuch -5,8 Prozent. Das Hörbuch/Audiobook ist mit einem Umsatzverlust von -14,8 Prozent betroffen.

Erster und zweiter Lockdown haben deutliche Spuren hinterlassen. Berücksichtigt man alle Verkaufskanäle, sowohl den stationären Buchhandel wie auch Nebenmärkte (Tankstellen, Elektro- und Drogeriemärkte, LEH) und den kompletten E-Commerce/Online-Bereich beträgt der Umsatzverlust im März -24,3 Prozent, im April gar -31,8 Prozent. Der November-Lockdown – wiederum über alle Verkaufskanäle gemessen – beschert dem Buchverkauf ein Minus von -15,3 Prozent. Trotz der äußerst positiven Bilanzen im Juni (+14,4), September (+7,9) und Oktober (+3,6) konnten diese die rigorosen Rückgänge in den anderen Monaten nur geringfügig abfedern.

Jahres-Buchcharts 2020

Den ersten Platz der Jahres-Buchcharts 2020 in der Sparte Belletristik (Hardcover) belegt der Roman Uhudler-Verschwörung von Thomas Stipsits (Carl Ueberreuter Verlag), auf Platz 2 befindet sich flüchtig von Hubert Achleitner (Paul Zsolnay Verlag). Der dritte Platz geht mit Kopftuchmafia ebenfalls an Thomas Stipsits (Ueberreuter). Stipsis war mit Kopftuchmafia auch 2019 in den Top 3 vertreten (2. Platz).

Auf Platz 1 beim Segment Sachbuch (Hardcover) 2020 liegen Monika Gruber und Andreas Hock mit Und erlöse uns von den Blöden (Piper), gefolgt von Barack Obama mit Ein verheißenes Land (Penguin) auf Platz 2. Yuval Noah Harari belegt mit Eine kurze Geschichte der Menschheit (Pantheon) den dritten Platz.

Platz 1 und 2 der meistverkauften Ratgeber im Jahr 2020 (Hardcover) gehen an Christina Bauer mit Backen mit Christina (Platz 1) und Brot backen mit Christina (Platz 2), beide von Löwenzahn Verlag. Auf dem dritten Platz liegt Stefanie Stahl mit Das Kind in dir muss Heimat finden (Kailash).

Buchmarkt im Dezember 2020

Mit einem leichten Umsatzplus von +0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat schnitt der österreichische Buchverkauf im Dezember ab. Besonders die Editionsform Hardcover, Softcover konnte mit +3,4 Prozent dazugewinnen. Das Taschenbuch hatte –6 Prozent zu verzeichnen, das Hörbuch/Audiobook –15,6 Prozent.

Mit +9,2 Prozent konnte das Sachbuch im Dezember verglichen mit dem Vorjahresmonat zulegen. Auch die Belletristik (+4,2 Prozent), die Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft (+3,1 Prozent) und die Geisteswissenschaften, Kunst, Musik (+1,8 Prozent) konnten den Weihnachtsmonat mit Umsatzzuwächsen abschließen. Die Warengruppen Kinder- und Jugendbücher (–3,6 Prozent), Naturwissenschaften, Medizin, Informatik, Technik (–3,6 Prozent) sowie Ratgeber (–3,9 Prozent) setzten weniger um als noch im Dezember 2019. Auch zu Jahresende hatten es Bücher aus der Kategorie Reisen besonders schwer mit einem Rückgang von –22,8 Prozent.

Die Marktdaten und Buchcharts wurden im Auftrag des HVB von Media Control erhoben, erfassen knapp 90 Prozent des Absatzes via Scannerkassen und beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.1.2020 bis inklusive den 31.12.2020. Berücksichtigt werden stationärer Buchhandel, Buchhandelsketten, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte.

 

Eine Presseinformation des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels
www.hvb.at