Christoph W. Bauer erhält den Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck 2021

Seit 1981 zeichnet die Stadt Innsbruck jährlich Kulturschaffende für ihr Gesamtwerk aus. Die Preisträger*innen werden von einer Fachjury nominiert, das Preisgeld ist mit 12.000 € dotiert. Die Vergabe erfolgt jährlich abwechselnd in den Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik.

Im Jahr 2021 wird in der Sparte Literatur Christoph W. Bauer für sein Gesamtwerk ausgezeichnet.

„Bauer nimmt sich häufig historische Stoffe als Ausgangspunkt, dennoch bleibt der Blick stets gegenwärtig und fragend, er füllt mit seinen Texten Leerstellen, erweitert historische Erzählungen durch jene oftmals kleinen Zusätze, die bislang Unbenanntem eine Sprache geben. Auch wenn sein historisches Ausgangsmaterial meist in Innsbruck verortbar ist, schafft er es, seine Texte unabhängig der örtlichen Gegebenheiten allgemein gültig zu machen. Seine Figuren wiederum sind stets Fragende, gelegentlich Polarisierende, oft Einsame und Verlorene, ihnen gibt er mit seinen Texten eine Stimme … Entsprechend seiner Wertschätzung der Weltliteratur gegenüber nimmt sich Christoph W. Bauers Sprache zurück, prescht vor, lotet aus, verstört, ist abstrakt und bildhaft. Denn Bauer bleibt ein Zweifelnder, so etwa heißt die Titelzeile eines seiner Gedichte:
,fremd bin ich eingezogen unter meine haut‘
Das umfangreiche Werk Bauers ist ,Sprachkunst‘, kein Wort zu viel, kein Wort außerhalb seines Erzählrhythmus.“
Aus der Jurybegründung, Mag. Roland Sila

Christoph W. Bauer, geboren 1968 in Kärnten, aufgewachsen in Tirol. Verfasst Lyrik, Prosa, Essays, Hörspiele und Übersetzungen. Zahlreiche Veröffentlichungen, mehrere Auszeichnungen, u.a. Reinhard-Priessnitz-Preis (2001), Publikumspreis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (2002), Preis des Kärntner Schriftstellerverbands (2010), Kärntner Lyrikpreis (2014), Outstanding Artist Award und Tiroler Landespreis für Kunst (beide 2015) sowie zuletzt Preis für künstlerisches Schaffen der Stadt Innsbruck (2021).

Bei Haymon: wege verzweigt. Gedichte (1999), die mobilität des wassers müsste man mieten können. Gedichte (2001), fontanalia.fragmente. Gedichte und Prosa (2003), Aufstummen. Roman (2004), AHOI! Gedichte aus 25 Jahren Haymon Verlag (Hrsg., 2007), Im Alphabet der Häuser (2007), Graubart Boulevard (2008), Als Kind war ich weise (Hrsg., 2009), Der Buchdrucker der Medici (2009, HAYMONtb 2015), gemeinsam mit Anton Christian schweben im kopf (2010), die Gedichtbände mein lieben mein hassen mein mittendrin du (2011) und getaktet in herzstärkender fremde (2011), der Porträtband Die zweite Fremde. Zehn Jüdische Lebensbilder (2013), der Erzählband In einer Bar unter dem Meer (2013), die Gedichtbände orange sind die äpfel blau und stromern (beide 2015) und der Roman Niemandskinder (2019). 2022 erscheint sein neuer Gedichtband an den hunden erkennst du die zeiten.

 

Aussendung Haymon Verlag

Der Österreichische Krimipreis 2021 geht an Andreas Gruber!

„Die 70er und 80er Jahre waren von anglo-amerikanischen Krimis und Thrillern geprägt, in den 90ern erreichte uns eine Welle von skandinavischen Kriminalromanen und schließlich kamen auch bundesdeutsche Thriller ganz groß raus. Wie immer hinkt Österreich ein wenig hinterher, aber mittlerweile haben wir eine stark etablierte Krimi- und Thrillerszene, die sich nicht nur nicht verstecken braucht, sondern bahnbrechend und wegweisend ist. Thomas Raab, Bernhard Aichner, Alex Beer, Marc Elsberg, Beate Maxian, Claudia Rossbacher, Herbert Dutzler und Ursula Poznanski sollte man einfach gelesen haben. Und besonders schön ist es, dass es dafür auch einen eigenen Österreichischen Krimipreis und jede Menge österreichische Krimi-Festivals gibt, bei denen man diese kreativen Köpfe hautnah kennenlernen kann.“ – Statement des diesjährigen Preisträgers Andreas Gruber

Andreas Gruber

Andreas Gruber, geboren in Wien, lebt mit seiner Frau Heidi und schnurrenden Mitbewohnern im beschaulichen Grillenberg. Alles andere als beschaulich geht es in der Welt seiner Protagonisten zu: Maarten S. Sneijder, Peter Hogart und Walter Pulaski haben es mit knallharten Fällen zu tun. Wie groß die Faszination des Schreckens ist, zeigen die zahlreichen Fans von Grubers Büchern, die sehnsüchtig jeden neuen Band erwarten und auch den neuesten Fall „Todesschmerz“ in kürzester Zeit nach oben in die Bestsellerlisten katapultiert haben.
Ermitteln darf einmal mehr Maarten S. Sneijder, und der ist ein Fall für sich. Er hasst Menschen, er klaut Bücher, er hat Cluster-Kopfschmerzen, akupunktiert sich selbst und raucht Marihuana. Aber er ist ein Genie und hat seine eigene Sneijder-Methode entwickelt, um Killer zu fassen.

„Schriftstellerei bedeutet für mich, dass ich interessante Figuren erfinden darf, ohne in der Psychiatrie zu landen – und Menschen auf originelle Weise ermorden kann, ohne im Gefängnis zu landen. Aber sonst bin ich ein netter Kerl“, so Andreas Gruber.

Das kostet er bereits seit 1996 aus, in diesem Jahr begann er nämlich mit dem Schreiben. Mittlerweile sind seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien erschienen, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstücke adaptiert. Seine Romane wurden bisher als Übersetzungen in Frankreich, Italien, der Türkei, Brasilien, Japan und Korea veröffentlicht. Gruber wurde bereits für den Friedrich-Glauser-Preis und zweimal für den Leo-Perutz-Preis der Stadt Wien nominiert. Außerdem ist er Preisträger der Herzogenrather Handschelle und mehrfacher Gewinner des Vincent Preises und des Deutschen Phantastik Preises.

Österreichischer Krimipreis

Der von den Swarovski Kristallwelten gestiftete Österreichische Krimipreis steht für die besondere Würdigung der Kriminalliteratur und wird nun bereits zum vierten Mal verliehen. Über 100 Krimispezialist*innen – Buchhändler*innen, Blogger*innen und Journalist*innen haben abgestimmt. Der Preis wird an Autor*innen verliehen, deren Kriminalromane inhaltlich und literarisch besonders überzeugen und die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz des Genres unterstreichen sowie richtungsweisende neue Entwicklungen innerhalb des Genres anstoßen.

Die Gewinnerin von 2019, Alex Beer, wird im Rahmen der Veranstaltung in den Swarovski Kristallwelten am 24. Oktober die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger, Andreas Gruber, halten.

 

Presseaussendung Haymon Verlag