Die Lesemotive kommen ins VLB

Die Integration eines neuen Klassifikationsstandards für Bücher ins Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) steht bevor: In drei Phasen bindet der Technologie- und Informationsanbieter MVB die „Lesemotive“ in den kommenden Wochen in seine Metadatenbank ein. In Ergänzung zu Warengruppen und Thema-Klassifikation eröffnet diese dritte Dimension der Kundenansprache Verlagen und Buchhandlungen neue Möglichkeiten bei der Vermarktung von Büchern. Denn mit den Lesemotiven lassen sich erstmals die unbewussten Kundenbedürfnisse bewusst adressieren, die Menschen zum Buchkauf bewegen. Das schafft zusätzliche Orientierung im Buchmarkt und neue Kaufimpulse. Alles Wissenswerte zur Integration der Lesemotive ins VLB inklusive FAQ unter: www.vlb.de/lesemotive.

Neuer Service: automatisierte Zuordnung

Zukünftig ordnet MVB allen VLB-Titeln automatisch ein Haupt-Lesemotiv und gegebenenfalls ein Neben-Lesemotiv zu (davon ausgenommen sind Kinderbücher bis zum Lesealter von einschließlich elf Jahren sowie Geschenkbücher, weil die kaufende und die lesende Person bei diesen Titeln nicht identisch sind) – für diesen Service entstehen keine Zusatzkosten. Auf Basis der im VLB hinterlegten Metadaten stellt die Künstliche Intelligenz (KI) des Partners QualiFiction die Zuordnung der Lesemotive nach einem einheitlichen Prinzip sicher. Sie wurde von ausgewiesenen Branchenexpertinnen und -experten für die Lesemotive in einem mehrstufigen Validierungsprozess trainiert und entwickelt sich als lernendes System fortlaufend weiter. Bevor alle Anwenderinnen und Anwender auf der Benutzeroberfläche unter www.vlb.de Zugang zu den Lesemotiven erhalten, können sich Verlage und Datenabnehmer, die mit dem VLB arbeiten, schrittweise mit den zugeordneten Lesemotiven ihrer Bücher vertraut machen.

„Nur zehn Monate nachdem wir die Marktforschungsergebnisse der Gruppe Nymphenburg Consult und die daraus abgeleitete Klassifikation vorgestellt haben, können wir die Lesemotive jetzt über unsere Metadatenbank der gesamten Branche zur Verfügung stellen. Möglich macht das die intensive Vorarbeit unserer Expertinnen und Experten, die mehr als 8.000 VLB-Titeln manuell den Lesemotiven zugeordnet und so die Grundlage für den umfassenden Einsatz der KI geschaffen haben. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank für dieses tolle Engagement! Die laufenden Pilotprojekte in Verlagen und Buchhandlungen, die wir zusammen mit unserer Lesemotiv-Botschafterin Stephanie Lange durchführen, bestätigen das enorme Potential, das die Lesemotive für die Positionierung und Vermarktung von Büchern bieten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dem neuen Klassifikationsstandard jetzt richtig durchstarten können“, sagt Kai Wels, Leiter Geschäftsbereich Digital bei MVB.

Informationsangebot

Alle Anwenderinnen und Anwender des VLB erhalten im ersten Schritt allgemeine Informationen zur Einführung der Lesemotive per E-Mail. Im Folgenden werden sie vor den für sie relevanten Phasen zusätzlich mit spezifischen Informationen versorgt. Parallel bietet MVB kostenlose Webinare an, die vermitteln, wie Verlage, Datenabnehmer und Buchhandlungen jeweils den größtmöglichen Nutzen aus den Lesemotiven für ihr Geschäft ziehen können – die Termine werden in Kürze bekanntgegeben.

Generelle Informationen über den Lesemotiv-Standard, seinen Ursprung in der Marktforschungsstudie „Buchkäufer – quo vadis?“ des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Ergebnisse der darauf aufbauenden Marktforschungsstudie „Bewusst unbewusst: Vom verborgenen Lesemotiv zum Kaufimpuls“ und das dazugehörige Beratungsangebot von MVB gibt es unter: www.lesemotive.de.

Über das VLB

Das Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) ist die zentrale Plattform für den automatisierten Austausch von Produktinformationen in der deutschsprachigen Buchbranche. Auf Basis globaler Standards, deren Etablierung und Weiterentwicklung das VLB maßgeblich prägt, versorgt das System den Handel und weitere Abnehmer mit optimierten Metadaten zu rund 2,5 Millionen Titeln aus mehr als 22.000 Verlagen. Unter der internationalen Marke Metabooks bietet die VLB-Technologie Verlagen und Buchhandlungen in Brasilien und Mexiko erstmals eine umfassende Infrastruktur zum einheitlichen Metadatenmanagement.
www.vlb.de

Über MVB

Der Technologie- und Informationsanbieter MVB macht Bücher sichtbar. Zentrale Plattformen auf Basis internationaler Metadatenstandards ermöglichen Verlagen und Buchhandlungen im In- und Ausland die erfolgreiche und effiziente Vermarktung ihrer Titel. Redaktionelle und werbliche Formate sowie der persönliche Austausch bei Netzwerkveranstaltungen geben Orientierung in den verschiedenen Buchmärkten. Im engen Austausch mit Kunden und Marktteilnehmern aus allen Bereichen der Buchbranche arbeiten die Teams an den Standorten in Frankfurt am Main, Mexiko-Stadt, New York und São Paulo fortlaufend an innovativen Infrastrukturlösungen für den Buchhandel der Zukunft.
www.mvb-online.de

 

Pressemitteilung MVB

VLB-TIX-Inhousing: Neue Termine für Systemwechsel

Den Wechsel auf die neu entwickelte Infrastruktur seines Titelinformationssystems VLB-TIX vollzieht der Technologie- und Informationsanbieters MVB nicht, wie geplant, für alle Anwendergruppen gleichzeitig im dritten Quartal dieses Jahres, sondern schrittweise ab Dezember 2021. Buchhandlungen werden zuerst auf die neue Benutzeroberfläche zugreifen können, um ihren Novitäteneinkauf im Januar vorzubereiten. Premiumkunden, also Verlage inklusive Vertreterinnen und Vertretern, Vertriebskooperationen und Buchhandelsgemeinschaften, arbeiten bis zur vollständigen Umstellung im Sommer 2022 auf dem Bestandssystem weiter, profitieren aber bereits zum Wechsel des Sortiments auf das zukünftige System von Performance-Steigerungen durch die Lastverteilung.

Ausschlaggebend für die Entscheidung, den Starttermin zu verschieben, ist die Neubewertung des Entwicklungszeitraums nach der termingerecht bereitgestellten und durchgeführten Beta-Phase, bei der ausgewählte Anwenderinnen und Anwender definierte Szenarien im zukünftigen VLB-TIX-System getestet haben. Diese Re-Evaluation hat ergeben, dass die noch offenen Entwicklungspunkte in der verbleibenden Zeit bis zum ursprünglichen Starttermin mit den vorhandenen Ressourcen nicht in der notwendigen Qualität umzusetzen sind. Das Ziel, bereits im nächsten Quartal ein voll funktionsfähiges, neues VLB-TIX-System in einem reibungslosen Übergangsprozess zur Verfügung zu stellen, ist dadurch nicht erreichbar.

Angesichts der verzögerten Qualitätssteigerung für den Handel erhalten Premiumkunden eine Teilerstattung ihrer VLB-TIX-Gebühren in Höhe von jeweils 30 Prozent für alle Monate im Zeitraum von September 2021 bis zum Start des Parallelbetriebs – eine Unterschreitung der Mindestgebühr ist nicht möglich. Dieser Preisnachlass wird automatisch als Rabatt bei der Jahresabrechnung 2022 berücksichtigt.

Über den veränderten Ablauf bei der Einführung des neuen VLB-TIX-Systems informiert ab sofort eine umfassende und kontinuierliche Kundenkommunikation auf unterschiedlichen Kanälen. Unter www.vlbtix.de/inhousing gibt zudem ein FAQ erste Antworten auf zentrale Fragen.

Ronald Schild, Geschäftsführer bei MVB: „Uns ist bewusst, dass der kurzfristig verschobene Starttermin für das neue VLB-TIX-System für viele Anwenderinnen und Anwender, die sich auf die Umstellung eingestellt, vorbereitet und gefreut haben, mehr als enttäuschend ist. Mit unserer bisherigen Projektstruktur konnten wir leider nicht verhindern, dass einzelne Teilverzögerungen in den vergangenen Wochen die geplante Umstellung im dritten Quartal unmöglich gemacht haben. Das war ein Fehler, für den wir uns ausdrücklich entschuldigen. Um sicherzustellen, dass unsere Prozesse unter den veränderten Rahmenbedingungen reibungslos funktionieren, stellen wir unsere internen Ressourcen neu auf und holen uns zusätzliche externe Unterstützung. Die daraus entstehenden Mehrkosten tragen wir bei MVB, so dass unseren Premiumkunden keine zusätzlichen Kosten für die weitere Nutzung von VLB-TIX entstehen. Nachdem wir alle Alternativen intensiv geprüft haben, sind wir davon überzeugt, dass der nun eingeschlagene Weg eines schrittweisen Übergangs die beste Lösung für unsere Kundinnen und Kunden ist, auch wenn Buchhandlungen und Verlage dadurch länger als geplant mit dem bestehenden System arbeiten müssen und erst nach und nach von den angekündigten Verbesserungen profitieren. Leider ist die Verschiebung des Starttermins die notwendige Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss unseres Entwicklungsprozesses, also für ein leistungsstarkes VLB-TIX, über das alle Beteiligten bestmöglich zusammenarbeiten können.“

Kai Wels, Leiter Geschäftsbereich Digital bei MVB: „Bei der Planung dieses komplexen Großprojekts stand für uns von Anfang an im Fokus, dass der Umsetzungszeitraum möglichst wenige Anwenderinnen und Anwender beeinträchtigt. Über das Jahr wechseln sich die Hochphasen in Buchhandlungen und Verlagen mit Einkaufsrunden und Buchmessen unmittelbar ab oder überlappen. Nur die Ferienzeit im Sommer ist etwas ruhiger. Da wir dem Buchhandel, der schwerpunktmäßig von den Performance-Beeinträchtigungen des bestehenden VLB-TIX-Systems betroffen ist, auf keinen Fall eine weitere Einkaufsrunde unter den aktuellen Bedingungen zumuten können und wollen, haben wir uns für die Aufsplittung zum Jahreswechsel entschieden. Natürlich wissen wir, dass zwischen dem in diesem Jahr besonders wichtigen Weihnachtsgeschäft und der Inventur nur ein schmales Zeitfenster besteht, aber die Umstellung auf den Parallelbetrieb ist ein wichtiger Faktor für die notwendigen Stabilitätsverbesserungen. Bis zur Umstellung auf den Parallelbetrieb setzen wir unsere Bemühungen mit unveränderter Intensivität fort, das Bestandssystem hinsichtlich seiner Performance weiter stabil zu halten.“

Performance-Steigerungen durch Parallelbetrieb

Die Lastverteilung durch den Parallelbetrieb von Bestandssystem und zukünftigem VLB-TIX-System ab Dezember 2021 sorgt für Performance-Steigerungen bei allen Anwendergruppen, da weniger Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig auf dem Bestandssystem arbeiten. Dabei entstehen keine doppelten Pflegeaufwände.

Auf Grund der veränderten Architektur erfordert das zukünftige System keinen Über-Nacht-Abgleich mehr mit dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB), sondern greift direkt auf dessen Metadaten zu. Dieser Effekt ist ein zentraler Grund für das gesamte Inhousing-Projekt und verhindert, dass selbst größere Aktualisierungen/Importe durch die Verlage die VLB-TIX-Performance wie bisher beeinträchtigen können. Alle VLB-TIX-spezifischen Daten, also Titel-Anreicherungen, Vorschauen mit allen Angaben, Themenspecials und Aktionspakete, werden im Parallelbetrieb fortlaufend aus dem Bestandssystem heraus synchronisiert. So arbeiten alle Anwendergruppen jederzeit mit einheitlichen Datenbeständen.

Inhousing-Ziele im Überblick

  • Performance: Die neue Systemarchitektur macht VLB-TIX auf Dauer leistungsfähig und zuverlässig, auch bei intensivierter Nutzung.
  • Nutzerfreundlichkeit: Anwenderinnen und Anwender profitieren von zunehmend optimierten Funktionen sowie mittelfristig von möglichst nahtlosen Übergängen zwischen dem Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) und VLB-TIX.
  • Weiterentwicklung: Die technologische Infrastruktur schafft die Grundlage für flexiblere Anpassungsmöglichkeiten in der Zukunft.

Aktuelle Nutzerzahlen

Mehr als 23.200 Anwenderinnen und Anwender sind auf VLB-TIX registriert – davon 8.400 aus Buchhandlungen und über 6.800 aus Verlagen und Vertriebskooperationen sowie fast 8.000 Journalistinnen und Journalisten, Bloggerinnen und Blogger sowie Leserinnen und Leser. Ihnen stehen derzeit mehr als 7.100 Vorschauen – davon 1.170 für das Frühjahr 2021 – sowie zahlreiche Themenspecials, Aktionspakete und digitale Leseexemplare zur Verfügung. Insgesamt listet VLB-TIX rund 2,5 Millionen Titel, darunter nahezu alle deutschsprachigen Neuerscheinungen.

Über VLB-TIX

Das Titelinformationssystem ist die Plattform der Buchbranche für die tagesaktuelle Kommunikation über Neuerscheinungen. VLB-TIX verbessert den Informationsfluss zwischen Verlagen, Vertretern, Buchhandlungen und deren Kunden sowie Journalisten und Bloggern. Weiterführende Produktinformationen über die Neuerscheinungen aller 22.000 im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) gelisteten Verlage erleichtern die Einordnung und Bewertung von Novitäten, die somit bedarfs- und zielgruppenspezifisch vermarktet und eingekauft werden. – www.vlbtix.de

Über MVB

Der Technologie- und Informationsanbieter MVB macht Bücher sichtbar. Zentrale Plattformen auf Basis internationaler Metadatenstandards ermöglichen Verlagen und Buchhandlungen im In- und Ausland die erfolgreiche und effiziente Vermarktung ihrer Titel. Redaktionelle und werbliche Formate sowie der persönliche Austausch bei Netzwerkveranstaltungen geben Orientierung in den verschiedenen Buchmärkten. Im engen Austausch mit Kunden und Marktteilnehmern aus allen Bereichen der Buchbranche arbeiten die Teams an den Standorten in Frankfurt am Main, Mexiko-Stadt, New York und São Paulo fortlaufend an innovativen Infrastrukturlösungen für den Buchhandel der Zukunft. – www.mvb-online.de