Deutschland

Die schwierige Gesamtwirtschaftslage wirkt sich nun auch auf den Buchmarkt in Deutschland aus: In einem für den Handel insgesamt schwachen Jahr 2025 konnte auch der Umsatz mit Büchern nicht an die positiven Ergebnisse der beiden Vorjahre anknüpfen (2024: +1,8 Prozent, 2023: +2,8 Prozent). Der Umsatz in den zentralen Vertriebswegen (Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte) sank gegenüber 2024 um 2,9 Prozent. Im Dreijahresvergleich liegt er aber 1,6 Prozent über dem von 2022, dem ersten Jahr nach der Corona-Pandemie.
Das Geschäft in den Buchhandlungen vor Ort für sich genommen lag laut Branchen-Monitor Buch 2025 3,0 Prozent hinter dem Vorjahresumsatz zurück, aber auch hier steht gegenüber 2022 ein Plus (+1,0 Prozent).

„Dem Buchmarkt geht es derzeit wie dem gesamten Einzelhandel: Angesichts des weiterhin schlechten Konsumklimas fällt die Bilanz für 2025 durchwachsen aus. Der hohe Kostendruck und ein immenser Bürokratieaufwand stellen Handel, Verlage und Branchenlogistik zusätzlich vor Hürden. Hoffnungsvoll stimmt die anhaltende Buchbegeisterung junger Menschen: Das Interesse insbesondere an New-Adult-Titeln und damit der Umsatz der Belletristik wächst weiter. So geht die Buchbranche mit vielen Herausforderungen, aber auch mit Optimismus und Zuversicht ins neue Jahr“ – Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Trotz rückläufiger Gesamtumsätze wuchs die Belletristik erneut, und zwar um 1,3 Prozent gegenüber 2024 (und um 14,9 Prozent gegenüber 2022). Die übrigen Warengruppen erreichten das Vorjahresergebnis nicht. Kinder- und Jugendbücher schlossen das Jahr mit einem leichten Umsatzminus von 2,5 Prozent ab, das Sachbuch mit einem Minus von 4,7 Prozent. Auch Ratgeber konnten ihren Umsatz nicht halten (-7,0 Prozent).

Das meistverkaufte Buch 2025 (Hardcover) in Deutschland ist laut Media Control „Der Nachbar“ von Sebastian Fitzek. Es folgen „Asterix in Lusitanien“ von Fabcaro und Didier Conrad auf Rang 2 und „The Secret of Secrets“ von Dan Brown auf Platz 3.

Die veröffentlichten Daten für die Vertriebswege Sortimentsbuchhandel, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhaus sowie Elektro- und Drogeriemärkte bieten eine erste Tendenzaussage für die Entwicklung des Buchmarkts 2025. Vollständige Buchmarktzahlen, die alle weiteren Vertriebswege (Verlage direkt, Versandbuchhandel, sonstige Verkaufsstellen, Buchgemeinschaften) sowie das Rechnungsgeschäft umfassen, liegen im Sommer 2026 vor.

Deutschsprachige Schweiz

Seit Jahren bewegen sich der stationäre Buchhandel und die Online-Buchshops in der Deutschschweiz in wirtschaftlicher Hinsicht seitwärts. Auch 2025 blieb der Umsatz im Vorjahresbereich, mit einem erfreulichen Plus von einem Prozent. Das Buch kann seine Position trotz immer grösserer Medienvielfalt halten. Dies zeigt der Branchenmonitor Buch, den GfK Entertainment im Auftrag des Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verbands SBVV erstellt. 2023 war der Umsatz des stationären Buchhandels und der Online-Buchshops in der Deutschschweiz gegenüber 2022 um 0,7 Prozent zurückgegangen, 2024 sank er gegenüber 2023 um 0,2 Prozent – und aktuell ist ein Plus von 1,0 Prozent zu verzeichnen. Das erfreuliche Resultat 2025 ist vor allem auf das sehr gute Weihnachtsgeschäft zurückzuführen. Der Dezemberumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um satte 10,9 Prozent.

Insgesamt stieg die Zahl verkaufter Bücher 2025 gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Prozent, die Preise erhöhten sich um durchschnittlich 0,7 Prozent. Die Umsätze sind also stabil, und das seit vielen Jahren. Allerdings: Die Besitzstandwahrung ist für die Branche keine wirklich erfreuliche Nachricht. Die Kosten steigen, weshalb auch höhere Umsätze nötig wären. Zwar geht die Zahl der Buchhandlungen in der Deutschschweiz noch nicht so deutlich zurück wie in vielen anderen Ländern; trotzdem zeigen Schliessungen von zum Teil über lange Zeit erfolgreichen Geschäften, dass die Situation für die Branche auch hierzulande herausfordernd ist. Der Buchhandel ist denselben Tendenzen ausgesetzt wie das gesamte Retailgeschäft: steigende Betriebskosten, globale Konkurrenz durch riesige Online-Unternehmen, Einkaufstourismus, gedämpfte Konsumbereitschaft.

Auffallend sind die Verlagerungen bei den Warengruppen: Die wichtigste Warengruppe Belletristik gewinnt Anteile, ebenso das Kinder- und Jugendbuch und das populäre Sachbuch. Wissenschaftliche Sachbücher, Ratgeber oder Reisebücher werden hingegen immer weniger nachgefragt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Internetplattformen und KI-Chatbots liefern Informationen zuhauf, und das in der Regel erst noch kostenlos. Auch wenn das Buch dank sorgfältiger Edition als Informationsmedium besonders viel Seriosität ausstrahlt, scheint sich die Wissensvermittlung immer stärker auf Onlineangebote zu verlagern.

Die Nachfrage nach fiktionaler Unterhaltungsliteratur – eben der Belletristik – wächst aber deutlich. Geschätzt werden offenbar vor allem Geschichten aus dem eigenen Umfeld: Schweizer Autorinnen und Autoren sind bei der hiesigen Leserschaft äusserst beliebt. Von den ersten zehn Titeln auf der Bestsellerliste Hardcover Belletristik stammen sieben aus Schweizer Federn, darunter auch das meistverkaufte Buch des Jahres: „Lázár“ des jungen Zürchers Nelio Biedermann, erschienen bei Rowohlt Berlin. Knapp dahinter konnte sich der ewige Bestseller Martin Suter platzieren, mit „Wut und Liebe“ (Diogenes). Überhaupt fällt auf, dass auf den Bestsellerlisten viele Namen stehen, die dort auch in den letzten Jahren anzutreffen waren: Joël Dicker, Christine Brand, Philipp Gurt, Jean-Luc Bannalec oder Sebastian Fitzek bei der Belletristik zum Beispiel, Giulia Enders, Stefanie Stahl, Elke Heidenreich oder Mikael Krogerus bei den Sachbüchern. Besonders ausgeprägt sind Dauererfolge beim Kinder- und Jugendbuch: „Gregs Tagebuch“, das „Guinness-Buch der Rekorde“ und auch Globi sind mehrmals unter den Top 20 anzutreffen.

Erfolgreich waren nicht nur Schweizer Autor:innen und Autoren, sondern auch hiesige Verlage. Diogenes ist zwei Mal unter den Top 20 bei Hardcover Belletristik und gleich vier Mal beim Taschenbuch vertreten, Kein & Aber hat einen Belletristik- und zwei Sachbuch-Erfolge vorzuweisen. Weitere Schweizer Verlage, die es auf die Bestsellerlisten geschafft haben, sind Dörlemann, Kampa, Wörterseh, Woow-Books (Atrium Verlag), der Arisverlag und Globi.

Der ausführliche Marktreport 2025 mit absoluten Umsatzzahlen wird in den nächsten Wochen vom SBVV und von GfK Entertainment erstellt. Er basiert auf zusätzlichen Abfragen und enthält umfassende Angaben zur Entwicklung der Branche; einbezogen werden zum Beispiel auch der Direktverkauf der Verlage und die Umsätze der Lehrmittel-Verlage. Die Publikation des Marktreports erfolgt Anfang März.

 

Börsenverein des Deutschen Buchhandels / Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband SBVV / Red.