Die Autor:innen Marcel Beyer (DE), Petra Nagenkögel (AT), Lara Rüter (DE), Boris Schumatsky (DE) und Ivna Žic (CH) sind für den „Wortmeldungen Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte 2026“ nominiert. Der Preis ist mit 35.000 Euro dotiert und zeichnet exzellente kurze literarische Texte aus, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen und Diskursen der Gegenwart auseinandersetzen. Am 11. Februar stellen die Autor:innen ihre Texte im Literaturhaus Frankfurt am Main vor. Die Jury wählte die fünf Texte der Shortlist aus mehr als 160 vorgeschlagenen Texten aus.
„Uns lag eine äußerst diverse Auswahl an literarischen Auseinandersetzungen mit Themen wie Krieg, Gewalt, ökologischer Krise, Krankheit, KI, Apokalyptik und Trauer vor, die uns vielfach berührt haben. Für die Shortlist haben wir fünf Texte ausgewählt, die auf unterschiedliche Weise einen souveränen, originellen und nachhaltigen Zugriff auf ihre thematischen Herausforderungen zeigen. Uns überzeugten in besonderer Weise die Texte, die sich mit der sozialen Dimension von Krankheit und Körper sowie der körperlichen Dimension von repressiver Politik auseinandersetzen.“ – Jury
Die Shortlist-Nominierung ist mit jeweils 3.500 Euro dotiert. Die Jury entscheidet Ende Februar über die Vergabe des Wortmeldungen-Literaturpreises 2026. Die Preisverleihung findet am 12. Juni 2026 in Frankfurt am Main statt.
Die Texte der Shortlist sind hier zu lesen: wortmeldungen.org/literaturpreis/shortlist
Ab 7. Februar sprechen Ludwig Lohmann und Maria-Christina Piwowarski in einer Sonderfolge des Podcast blauschwarz berlin über die Texte der Wortmeldungen-Shortlist.
Jury 2026
Juror:innen Alice Hasters (Autorin und Podcasterin), Bernadette La Hengst (Musikerin), Kathrin Röggla (Autorin), Christoph Steier (Literaturwissenschaftler), Gerhild Steinbuch (Theaterautorin und Dramaturgin), Felix Trautmann (Philosoph und Soziologe) und Beate Tröger (Literaturkritikerin) zu ihrer Auswahl.
Die nominierten Autor:innen für den Wortmeldungen-Literaturpreis 2026
- Marcel Beyer (*1965) schreibt Gedichte, Romane, Essays und Libretti. Zuletzt erschienen der Gedichtband „Dämonenräumdienst“ (Suhrkamp Verlag, 2020) und der Band „Die tonlosen Stimmen beim Anblick der Toten auf den Straßen von Butscha“ (Wallstein Verlag, 2023) über die Medienwirklichkeiten während der ersten Wochen des russischen Großangriffs auf die Ukraine im Frühjahr 2022. Für sein umfangreiches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg Büchner-Preis 2016, der Thomas Kling-Poetikdozentur 2019 und dem Peter Huchel-Preis 2021.
- Petra Nagenkögel (*1968) lebt als freie Autorin und Literaturvermittlerin in Wien. Sie publizierte Prosa, Lyrik und essayistische Texte in Zeitschriften und Anthologien. Ihr literarisches Debüt „Dahinter der Osten“ erschien 2002 im Residenzverlag. Zuletzt veröffentlichte sie den Prosaband „DORT. Geografie der Unruhe“ (Jung und Jung, 2019). Seit 1998 leitet sie den Literaturverein Prolit im Salzburger Literaturhaus mit Schwerpunkt auf der Vermittlung ost- und südosteuropäischer Literatur.
- Lara Rüter (*1990) schreibt Lyrik und Essays. Ihr letzter Gedichtband „amoretten in netzen“ erschien 2024 im Wunderhorn Verlag, der Essay „Affenliebe“ erscheint im Frühjahr 2026 im Hanser Verlag. Sie wurde für ihr Schreiben mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Preis für Lyrik beim Open Mike, dem Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik 2020, dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Literarischen März 2021 und dem Kranichsteiner Literaturförderpreis 2025. Im selben Jahr war sie Stadtschreiberin von Halle.
- Boris Schumatsky (*1965) ist Schriftsteller und Publizist. Er wurde in Moskau geboren und lebt seit den 1990er Jahren in Berlin. Zuletzt erschienen der Roman „Die Trotzigen“ (Blumenbar 2016) und der Essayband „Der neue Untertan“ (Residenz Verlag 2021). In seinem aktuellen Romanprojekt über den Selbstmord Paul Celans verarbeitet er Erfahrungen von Krieg und Gewalt (erscheint im Herbst 2026 im Residenz Verlag). Ein Auszug aus dem Roman wurde beim Bachmannpreis 2025 mit dem Deutschlandfunk-Preis ausgezeichnet.
- Ivna Žic (*1986) lebt als freie Schriftstellerin und Theaterregisseurin in Wien und Zürich. Die gebürtige Zagreberin schreibt Prosa, Texte fürs Theater, Essays und übersetzt aus dem Englischen und Kroatischen. Ihr Debütroman „Die Nachkommende“ (Matthes & Seitz Berlin, 2019) wurde für den Schweizer und den Österreichischen Buchpreis nominiert sowie mit dem Anna-Seghers-Preis 2020 und dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis 2022 ausgezeichnet. Der Essayband „Wahrscheinliche Herkünfte“ (Matthes & Seitz Berlin 2023) wurde 2024 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet.
Der Große Shortlist-Abend
Mittwoch, 11. Februar 2026, 19.30 Uhr
Lesungen und Gespräche mit Marcel Beyer, Petra Nagenkögel, Lara Rüter, Boris Schumatsky, Ivna Žic
Moderation: Carolin Callies, Amelie May, Malu Schrader, Shirin Sojitrawalla, Jan Wiele
Veranstaltungsort: Literaturhaus Frankfurt, Schöne Aussicht 2, 60311 Frankfurt am Main
Tickets: 12 Euro / ermäßigt 8 Euro – Informationen und Kartenvorverkauf
Ein Mitschnitt der Shortlist-Veranstaltung wird am 22. März um 12 Uhr (Wiederholung am 26. März um 15:00) auf hr2-kultur in der Sendung „Literaturland Hessen“ ausgestrahlt.
Wortmeldungen-Literaturpreis
Der Wortmeldungen-Literaturpreis 2026 ist ein Programm der Crespo Foundation in Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt und dem Verbrecher Verlag.
Präsentiert von hr2-kultur und blauschwarz berlin.
Wortmeldungen zeichnet literarische Texte aus, die sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen und Diskursen der Gegenwart auseinandersetzen. Das Programm vernetzt Autor:innen und erzeugt Sichtbarkeit für ihre Texte und Positionen. Der Wortmeldungen Ulrike Crespo Literaturpreis für kritische Kurztexte ist mit 35.000 Euro dotiert, der gleichnamige Förderpreis mit 15.000€. Wortmeldungen ist ein Programm der Crespo Foundation.
Presseaussendung wortmeldungen.org / Red.