Der österreichische Buchmarkt zeigt im Jahr 2025 eine verhaltene Entwicklung. Während der Umsatz am Gesamtmarkt mit +0,1 Prozent stabil bleibt, ist im stationären Buchhandel ein Rückgang von -1,4 Prozent zu verzeichnen. Auch die Absatzentwicklung fällt negativ aus: Am Gesamtmarkt sank der Absatz um -2,3 Prozent, im stationären Handel sogar um -3,9 Prozent.

Die angespannte wirtschaftliche Lage wirke sich weiterhin auf den österreichischen Buchmarkt aus:

„Steigende Kosten bei gleichzeitig zurückhaltendem Konsum setzen Handel und Verlage unter erheblichen Druck. Um die bestehenden Strukturen des Buchmarkts zu sichern, braucht es jetzt gezielte Unterstützung. Die von uns vehement geforderte Senkung der Mehrwertsteuer auf Bücher wäre ein wirksamer Schritt, um die Branche nachhaltig zu stärken. Bücher sind geistige Grundnahrungsmittel. Dass Bücher für viele Menschen ein unverzichtbarer Bestandteil ihres Alltags bleiben, stimmt uns trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zuversichtlich“ – Benedikt Föger, Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels

Die Inflation in Österreich stieg 2025 auf rund 3,8 Prozent und lag damit fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt der Eurozone. Der durchschnittliche Buchpreis erhöhte sich im Vergleich zu 2024 um +2,5 Prozent und lag quer über alle Warengruppen, Ausgabeformen und Absatzwege hinweg bei 16,67 Euro. Die Preissteigerung blieb damit, wie auch in den Vorjahren, unter der Teuerungsrate.

Durchschnittlicher Buchpreis pro Jahr:

2025: 16,67 Euro
2024: 16,27 Euro
2023: 16,03 Euro
2022: 15,32 Euro
2021: 15,08 Euro

Belletristik, Kinderbuch und Sachbuch entwickeln sich positiv

Im Umsatzvergleich der Warengruppen schneidet die Belletristik am besten ab: Sie verzeichnete ein Umsatzplus von +3,1 Prozent. Auch Kinder- und Jugendbücher entwickelten sich positiv und legten um +2,6 Prozent zu. Ebenfalls im Plus liegt die Sachbuch-Sparte mit einem Zuwachs von +2,6 Prozent.

Deutlich rückläufig zeigten sich hingegen die Themenbereiche Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft, die 2025 mit -10 Prozent das stärkste Minus verzeichneten. Auch in den Naturwissenschaften setzte sich der Abwärtstrend der vergangenen Jahre fort (-4,6 Prozent). Weitere Umsatzrückgänge gab es in den Warengruppen Geisteswissenschaften, Kunst und Musik (-3,3 Prozent), Ratgeber (-6,0 Prozent) sowie Reisen (-4,6 Prozent).

Im stationären Buchhandel zeigt sich ein ähnliches Bild: Abgesehen von Belletristik (+1,4 Prozent), Kinder- und Jugendbuch (+0,6 Prozent) und Sachbuch (+0,4 Prozent) entwickelten sich alle Warengruppen rückläufig. Auch hier mussten die Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft mit -9,7 Prozent das größte Minus hinnehmen.

Bei den Editionsformen auf dem Gesamtmarkt verloren Taschenbücher leicht an Umsatz (-0,2 Prozent), während Hardcover- und Softcover-Ausgaben zusammen ein Plus von +0,4 Prozent erzielten. Der Umsatz mit Kalendern blieb stabil (+0,1 Prozent), Karten und Globen verzeichneten hingegen einen deutlichen Rückgang von -8,9 Prozent.

Schwächeres Weihnachtsgeschäft als 2024

Ein Blick auf den Umsatz im Dezember zeigt ein rückläufiges Bild im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl am Gesamtmarkt (-2,6 Prozent) als auch im stationären Handel (-4,5 Prozent) wurde weniger Umsatz erzielt als im Dezember 2024. Besonders gefragt als Weihnachtsgeschenke waren Bücher aus den Bereichen Belletristik, Kinder- und Jugendbuch sowie Ratgeber. Insgesamt wurden im November und Dezember 2025 rund 25,9 Prozent des Jahresumsatzes erwirtschaftet – ein Beleg dafür, dass Bücher weiterhin zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken zählen.

Jahresbestseller 2025

2025 schaffte es erneut ein österreichischer Autor an die Spitze der Belletristik-/Hardcover-Charts: Wolf Haas belegte mit „Wackelkontakt“ (Carl Hanser Verlag) den ersten Platz. Auf Rang zwei folgt Sebastian Fitzek mit „Der Nachbar“ (Droemer), Platz drei belegt Dan Brown mit „The Secret of Secrets“ (Lübbe).

In der Kategorie Sachbuch/Hardcover führt Giulia Enders mit „Organisch“ (Ullstein Buchverlage) die Jahrescharts an. Auf Platz zwei landet „Hirnfit bis 100“ von Johannes Huber und Elisabeth Gürtler (Edition A), gefolgt von „Weltwissen Heilung“ von Johannes Huber und Yasmina Kobza (Edition A) auf Platz drei.

In der Sparte Ratgeber/Hardcover steht 2025 – wie bereits im Vorjahr – Stefanie Stahl mit „Das Kind in dir muss Heimat finden“ (Kailash) an der Spitze. Platz zwei belegt Melanie Pignitter mit „Wiedersehen mit mir selbst zwischen Pizza und Aperol“ (Gräfe und Unzer), Platz drei geht an „Einfach backen mit Sauerteig“ von Christina Bauer (Löwenzahn Verlag).

In der Kategorie Kinder- und Jugendbuch (Hardcover und Taschenbuch) belegt Jeff Kinney mit „Gregs Tagebuch 20 – Bock auf Party?“ (Baumhaus Verlag) den ersten Platz der Jahresbestsellerliste. Auf Rang zwei folgt ebenfalls ein Titel aus der Reihe: „Gregs Tagebuch 19 – So ein Schlamassel!“. Den dritten Platz erreicht Magnus Myst mit „Das kleine Böse Buch Band 1“ (Ueberreuter Verlag).

Vergleich mit dem deutschsprachigen Gesamtmarkt

In der Schweiz sorgte ein starkes Weihnachtsgeschäft mit einem Plus von +10,9 Prozent im Dezember für ein positives Jahresergebnis. Der Jahresumsatz stieg um +1,0 Prozent, die Zahl der verkauften Bücher erhöhte sich um +0,3 Prozent. Die durchschnittlichen Buchpreise legten moderat um +0,7 Prozent zu. In Deutschland zeigt sich hingegen eine rückläufige Entwicklung: Der Umsatz sank 2025 im Vergleich zu 2024 um -2,9 Prozent. Im stationären Handel lag der Umsatz mit -3,0 Prozent ebenfalls unter dem Vorjahresniveau. – mehr dazu „Deutscher und Deutschschweizer Buchmarkt 2025“

Fazit

Der österreichische Buchhandel spürt – wie viele andere Branchen – derzeit die allgemeine Kaufzurückhaltung. Ein Lichtblick ist die stabile Entwicklung der Belletristik sowie des Kinder- und Jugendbuchs, die auch in einem herausfordernden Umfeld weiterhin für wichtige Impulse am Buchmarkt sorgt.

 

Alle Marktdaten wurden im Auftrag des HVB von Media Control erhoben, erfassen knapp 90 Prozent des Absatzes via Scannerkassen und beziehen sich auf den Zeitraum vom 1.1.2025 bis inklusive den 31.12.2025. Berücksichtigt werden stationärer Buchhandel, Buchhandelsketten, E-Commerce inkl. Amazon, Bahnhofsbuchhandel, Kauf-/Warenhäuser, Elektro- und Drogeriemärkte.

 

Pressemitteilung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels / Red.