Heute wurden in der Glashalle der Leipziger Buchmesse die Sieger:innen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben und mit dem Preis der Leipziger Buchmesse geehrt.

Belletristik

Katerina Poladjan: „Goldstrand“ | S. Fischer

„Wie erzählen wir unser Leben, wenn wir es selbst kaum fassen können? Meisterlich führt Katerina Poladjan vor, wie eine Biographie aus Selbstbefragung und Erfindung entsteht, aus Fabulieren und dem Umschiffen von Schmerz. Ihre Sprache ist leicht und abgründig zugleich, ihre Hauptfigur betrachtet sie mit Zuneigung und sanftem Spott, solange, bis das Bild eines Menschen entsteht, der sich auf einen Abschied vorbereitet und selbst noch nicht weiß, wohin ihn die Reise führt.“ – Begründung der Jury

Katerina Poladjan wurde 1971 in Moskau geboren, wuchs in Rom und Wien auf und lebt in Deutschland.
Für „Hier sind Löwen“ (S. Fischer, 2019) erhielt sie Stipendien des Deutschen Literaturfonds, des Berliner Senats und von der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. 2021 wurde sie mit dem Nelly-Sachs-Preis der Stadt Dortmund ausgezeichnet. Mit „Zukunftsmusik“ (S. Fischer) stand Katerina Poladjan auf der Shortlist für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022. 2025 erhielt sie den Großen Preis des Deutschen Literaturfonds.

Sachbuch/Essayistik

Marie-Janine Calic: „Balkan-Odyssee. 1933–1941. Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa“ | C.H. Beck

„Südosteuropa ist bislang in der Exilforschung kaum beachtet – Marie-Janine Calic schließt eine Lücke mit diesem eindrucksvollen Werk. In ihrer enormen und akribischen Recherche erzählt sie die wechselvolle Geschichte der Balkanroute anhand vieler Einzelschicksale, erschließt politisch-historische Zusammenhänge und zeigt den Balkan als Region der Hoffnung und des Übergangs.“ – Begründung der Jury

Marie-Janine Calic ist Professorin für Geschichte Ost- und Südosteuropas an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie war als Politische Beraterin u. a. am Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag tätig. Unter ihren zahlreichen Publikationen sind u. a. die Monographien „Südosteuropa. Weltgeschichte einer Region“ (C.H.Beck, 2016) und „Geschichte Jugoslawiens im 20. Jahrhundert“ (C.H.Beck, 2010).

Übersetzung

Aus dem Spanischen von Manfred Gmeiner
Gustavo Faverón Patriau: „Unten leben“ | Literaturverlag Droschl

„Dutzende Stimmen bilden in diesem meisterhaften Horror- und Schelmenroman ein Mosaik der düsteren Geschichte Lateinamerikas. Manfred Gmeiner hat diese labyrinthische Erzählung mit spielerischer Eleganz übertragen, ohne jemals den Blick auf ihre eigensinnigen Figuren, die literarischen Querverweise und das magische Funkeln der Poesie zu verlieren. Seine ebenso furchtlose wie packende Übersetzung macht die Lektüre zu einer unvergesslichen Erfahrung.“ – Begründung der Jury

Manfred Gmeiner, geboren 1964 in Wien, war lange als selbstständiger Buchhändler in einer gemeinsam mit seiner Partnerin gegründeten spanischsprachigen Buchhandlung tätig. Nach Weitergabe der Buchhandlung ist er nun als Scout und Übersetzer aus dem Spanischen tätig. Er gab mehrere Anthologien heraus und übersetzte u. a. Jordi Peidro, Francisco Álvarez und Federico García Lorca.

Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse will mit seinen drei Kategorien – Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung – die gesamte Vielfalt herausragender Gegenwartsliteratur abbilden. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird seit 2005 von einer siebenköpfigen Jury aus renommierten Literaturkritiker:innen vergeben.

 

Leipziger Messe / Red.