Das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport hat heute die Preisträger:innen des Österreichischen Kunstpreises 2026 und des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur 2026 bekannt gegeben. Der Österreichische Kunstpreis geht heuer an acht Künstler:innen und ein Kollektiv.
Die Preisträger:innen sind: Milica Stojanovic/„Milica Tomic“ (Bildende Kunst), Asli Kislal (Darstellende Kunst), Ayub Kurdwin (Filmkunst), Michael Stavaric (Kinder- und Jugendliteratur), Verein SOHO in Ottakring (Kulturinitiativen), Adelheid Harsieber (Künstlerische Fotografie), Eva Schmidt (Literatur), Elisabeth Bakambamba Tambwe (Medienkunst) und Michael Jarrell (Musik). Mit dem Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur wird feld72 architekten zt gmbh gewürdigt.
„Kunst lässt uns anders sehen, hören und denken. Sie kann vertraute Sichtweisen ins Wanken bringen, Erinnerungen wachrufen und Vorstellungen davon entwickeln, was noch möglich sein könnte. Gerade darin liegt ihre besondere Kraft: Kunst braucht nicht immer Antworten. Sie schafft Räume für Neugier, Widerspruch und neue Gedanken.
Kunst beginnt dort, wo Gewohntes neu gesehen wird. Sie stellt Fragen, bevor Antworten feststehen, macht Unsichtbares sichtbar und gibt Gedanken eine Form, für die Worte manchmal nicht ausreichen. Sie kann irritieren, begeistern und überraschen, und damit unseren Blick auf die Welt verändern.
Ich gratuliere den Preisträger:innen des Österreichischen Kunstpreises 2026 sowie des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur 2026 sehr herzlich. Ihre Arbeiten zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kraftvoll Kunst und Architektur unsere Wahrnehmung erweitern und neue Perspektiven eröffnen können.“ – Vizekanzler und Bundesminister für Kunst und Kultur Andreas Babler
Der Österreichische Kunstpreis und der Hans-Hollein Kunstpreis für Architektur werden jährlich vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport vergeben. Die Auszeichnungen werden erfolgreichen Persönlichkeiten des kulturellen Lebens, die mit einem umfassenden, international anerkannten Gesamtwerk hervorgetreten sind, zuerkannt. Die Auswahl der Preisträger:innen erfolgt durch eine Expert:innenjury. Die Preisverleihung findet am 26. November in Wien statt.
Die Preisträger:innen des Österreichischen Kunstpreises und des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur 2026
- Milica Stojanovic / „Milica Tomic“ – Bildende Kunst
- Asli Kislal – Darstellende Kunst
- Ayub Kurdwin – Filmkunst
- Michael Stavaric – Kinder- und Jugendliteratur
Ursprünglich aus Brünn stammend und in Österreich aufgewachsen, bewegt sich der Autor Michael Stavaric wie selbstverständlich zwischen Sprachen und kulturellen Räumen. Als Übersetzer aus dem Tschechischen findet diese Vielsprachigkeit auch Eingang in sein literarisches Werk. Mit lyrischen Sprachverdrehungen, eigenwilligen Idiomen und großer Lust am sprachlichen Spiel setzt er sein kurioses Figureninventar mit surrealem Witz in Szene. Sachinformationen und kuriose Nebensächlichkeiten verbindet er spielerisch mit verschiedenen Textsorten und verknüpft dabei kulturwissenschaftliche und ökologische Themen mit einer ironischen Weltsicht. Kinderliteratur versteht er dabei keineswegs als vereinfachte Form von Literatur, sondern als eigenständige Kunstform, in der Sprache, Bilder und unterschiedliche Erzählweisen kreativ und präzise zusammenspielen. - Verein SOHO in Ottakring – Kulturinitiativen
- Adelheid Harsieber – Künstlerische Fotografie
- Eva Schmidt – Literatur
Eva Schmidt zählt zu jenen österreichischen Autorinnen, die das Besondere im scheinbar Alltäglichen sichtbar machen. Seit ihrem Debüt mit dem Erzählband „Ein Vergleich mit dem Leben“ (Residenz Verlag, 1985) zeichnet sie mit großer Beobachtungsgabe Menschen und Lebensgeschichten, die nicht geradlinig und makellos sind. Ihre Sprache bleibt dabei nah an den Figuren, ohne sich ihnen aufzudrängen. Mein Leben ist auch ein Leben, heißt es am Ende des zuletzt erschienenen Romans „Neben Fremden“ (Jung und Jung, 2025). Man mag es eine Faszination für das Banale nennen, doch viel mehr ist es ein Hinwenden zu unperfekten Lebensgeschichten, zu solchen, die Bruchstellen aufweisen. Auch ihre eigene literarische Biografie kennt Brüche und lange Schaffenspausen, auf die mit „Zwischen der Zeit“ (1997) und „Ein langes Jahr “(2016) eindrucksvolle Rückkehrmomente folgten. - Elisabeth Bakambamba Tambwe – Medienkunst
- Michael Jarrell – Musik
- feld72 architekten zt gmbh – Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur 2026
Presseaussendung Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport / Red.