Gestern Abend wurde der Bayerische Buchpreis in München verliehen: In der Kategorie Belletristik erhielt Shida Bazyar den Preis für ihren Roman „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch), in der Kategorie Sachbuch wurde Susanne Heim für ihr Buch „Die Abschottung der Welt“ (C.H.Beck) ausgezeichnet. Zusätzlich würdigte Ministerpräsident Dr. Markus Söder Stefan Aust mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten. Der Bayern 2-Publikumspreis ging an das Buch „Dear Britain“ (DuMont) von Annette Dittert.

Die Jury des Bayerischen Buchpreises diskutierte live und in Anwesenheit der nominierten Autor:innen sowie vor geladenem Publikum in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz über drei Romane und drei Sachbücher. Nach insgesamt 60 Minuten fällte die Jury, der dieses Mal Maja Beckers (DIE ZEIT), Andreas Platthaus (Frankfurter Allgemeine Zeitung) und Marie Schoeß (Bayerischer Rundfunk) angehörten, die Entscheidung, „Die Lücken“ von Shida Bazyar (Kiepenheuer & Witsch) und „Die Abschottung der Welt“ (C.H.Beck) von Susanne Heim auszuzeichnen.

„Shida Bazyars Roman ‚Die Lücken’ ist an Facettenreichtum kaum zu überbieten. Wie dort aus individuellen Schicksalen das Gesellschaftsbild einer deutschen Kleinstadt über neunzig Jahre zusammengesetzt wird, das ist ebenso meisterhaft erzählt wie die bedrückende Kontinuität der Ausgrenzung, die nach den jüdischen Mitbürgern auch die in der zweiten Jahrhunderthälfte zugezogenen Migranten erfahren. Keiner Figur dieses grandiosen Buchs darf man sich sicher sein, und diese Befremdungserfahrung bei der Lektüre spiegelt die Hilflosigkeit jener, die im Roman nicht der Gemeinschaft zugerechnet werden.
Susanne Heims ‚Die Abschottung der Welt’ ist der Musterfall eines Sachbuchs. Auf der Basis akribischer Recherche wird ebenso anschaulich wie mitreißend erzählt, was aus dem Machtbereich des Nationalsozialismus fliehende Juden in anderen Staaten erwartete: im günstigen Fall Gleichgültigkeit, aber viel öfter Ablehnung, Schikanen oder gar Zurückführung in die Hände derer, denen sie sich entkommen geglaubt hatten. Der Schluss auf die gegenwärtigen Haltungen gegenüber Flüchtlingen liegt nahe, und so wird aus einer Geschichtsstudie ein aktuelles Plädoyer.“ – Jurybegründung

Die Preisträgerinnen erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan.

Nominierungen 2026

Cover der für den Bayerischen Buchpreis 2026 nominierten Bücher | © Bayerischer Buchpreis

Cover der für den Bayerischen Buchpreis 2026 nominierten Bücher | © Bayerischer Buchpreis

Nominiert waren in der Kategorie Belletristik neben dem Roman „Die Lücken“ (Kiepenheuer & Witsch) von Shida Bazyar auch „Licht nach oben“ (Schöffling & Co.) von Susan Kreller und „Glaszeit“ (Luchterhand) von Leh-Wei Liao.
Für die Kategorie Sachbuch hatte die Jury außer dem Buch „Die Abschottung der Welt“ (C.H.Beck) von Susanne Heim (C.H.Beck) auch „Die Welt verändern“ (Klostermann) von Andreas Dorschel sowie „Tierwelt am Limit“ (Rowohlt) von Norbert Sachser und Niklas Kästner ausgewählt.

„Bayern ist Buchland und einer der wichtigsten Verlagsstandorte in Deutschland! Rund 300 Buchverlage und über 9.500 Erstauflagen im Freistaat zeigen, dass das Buch in Bayern ein Zuhause hat. Wir sind stolz auf die Branche, ihren wirtschaftlichen Erfolg – und freuen uns über die zahlreichen Geschichten, die uns die Bücher erzählen. Lesen ist Leidenschaft und Genuss. Bücher entführen uns in fremde Welten, unterhalten und informieren. Wir gratulieren allen Nominierten – und ganz besonders den diesjährigen Preisträgerinnen Sachbuch und Belletristik, Susanne Heim (‚Die Abschottung der Welt’) und Shida Bazyar (‚Die Lücken’) zu ihren herausragenden Leistungen sowie Stefan Aust zum Ehrenpreis des Ministerpräsidenten. Herzlichen Glückwunsch!“ – Der Leiter der Staatskanzlei, Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien Dr. Florian Herrmann bei der Überreichung des Ehrenpreises des Bayerischen Ministerpräsidenten an Stefan Aust

Bayern2-Publikumspreis

Der Bayern2-Publikumspreis war die vierte Auszeichnung, die an dem Abend vergeben wurde. Gekürt wurde das Buch „Dear Britain“ (DuMont) von Annette Dittert.
Die Leser:innen konnten in den vergangenen Wochen für ihren Favoriten unter fünf Bestsellern bayerischer Buchhandlungen votieren. Zur Wahl standen neben dem Preisträgertitel auch die Bücher „Lázár“ (Rowohlt Berlin) von Nelio Biedermann, „Nein sagen“ (Kiepenheuer & Witsch) von Matthias Brandt, „Die Riesinnen“ (Penguin) von Hannah Häffner sowie „Pina fällt aus“ (List) von Vera Zischke.

Durch den Abend führte Judith Heitkamp. Die Veranstaltung wurde live im Radio auf Bayern 2 übertragen. Die Sendung steht auch als Podcast zur Verfügung.

Veranstaltet wird der Bayerische Buchpreis vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern mit Förderung durch die Bayerische Staatskanzlei. Medienpartner des Preises ist Bayern 2, unterstützt wird er von der ZEIT Verlagsgruppe, der Bayerischen Sparkassenstiftung sowie dem Verein zur Leseförderung.

 

Pressemitteilung Bayrischer Buchpreis / Red.