INTERVIEW: Mohr Morawa investiert mit neuem ERP-System weiter in die Digitalisierung der Unternehmensprozesse

Ossi Hejlek im Gespräch mit:

Antoinette Henriquez (Geschäftsleitung Kundenservice, Prozessmanagement)
und Peter Kargl (Geschäftsleitung Vertrieb, Einkauf)

Die Verträge zur Zusammenarbeit mit MSH Medien System Haus wurden im August unterzeichnet. Die Implementierung der VAS.5-Anwendung erfolgt schrittweise.

Was bedeutet ERP-System?

Henriquez: ERP steht für Enterprise Resource Planning. Bisher haben wir jahrzehntelang mit einer Software gearbeitet, die intern entwickelt und von unserem IT-Team stets den Markterfordernissen angepasst wurde. Wir haben hervorragende Experten im Haus, aber die Technologien verändern sich sehr rasant. Nicht alle dadurch entstehenden, möglichen Erweiterungsmaßnahmen zur Optimierung des Workflows können schnell genug ins vorhandene System implementiert werden. Daher haben wir uns entschlossen, eine Partnerschaft mit einem externen Softwareanbieter einzugehen, der die notwendigen Technologien auch laufend auf dem aktuellsten Stand hält. Das geschieht auf Basis eines großen Branchenverständnisses, da die Anwendung VAS.5 von MSH bereits von mehreren großen Auslieferungen in Deutschland eingesetzt wird. Auch das Kundenservice profitiert davon, da die Mitarbeiter von überall – auch von zu Hause – in das System einsteigen können und bei Erkennung der Telefonnummer durch das System die Kundendaten automatisch auf den Bildschirm bekommen. Dadurch können sie noch besser und schneller auf Kundenanliegen eingehen. Die Anwendung schafft Transparenz und wirkt sich ressourcensparend aus. Das bestehende MoMo-Kernsystem wird sukzessive gänzlich ersetzt und erhält den Namen MIND – MoMo Im Neuen Design. Unsere IT-Abteilung kann sich dadurch verstärkt um den reibungslosen Betrieb aller Systeme kümmern, anstatt sich mit Technologie-Entwicklung zu befassen.

Können Kunden Statistiken einsehen?

Henriquez: Im Juni launchten wir unseren neuen B2B-Webshop. Dort können die Buchhandlungen ihre Belege, Bestellungen und Umsätze abrufen. Natürlich wird dieser Webshop auch an das neue ERP-System angebunden.

Wie lange lief der Auswahlprozess?

Kargl: Alle Abteilungen arbeiteten ein Jahr an der Dokumentation der Notwendigkeiten. Diese Analyse war Basis der Ausschreibung. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren entschieden wir uns für MSH. Die beiden Hauptgründe dafür sind die Leistungsfähigkeit des Systems und die große Branchenkenntnis von MSH. Die Umstellung auf die einzelnen VAS.5-Module erfolgt unter Wahrung der Qualität im Parallelbetrieb mit unserem bestehenden System – 2023 wird dann nur mehr das neue laufen.

Wie profitieren Verlage davon?

Kargl: Da große Auslieferungen in Deutschland damit arbeiten, ist vielen Verlagen der Umgang mit dem Reporting bereits bekannt. Ebenso werden wir
ONIX-Titelmeldungen der Verlage verarbeiten können. Das System berücksichtigt alle unsere Notwendigkeiten, egal, ob es sich um Verlagsauslieferung, Schulbuch oder Barsortiment handelt.

Hat das Einfluss auf andere Bereiche?

Henriquez: Insofern, dass wir parallel zum neuen ERP-System auch unsere Lagersoftware erneuern. Die shipping.NET-Lösungsplattform wird nahtlos an das ERP-System angebunden.

Wie sieht es mit Einkauf, Disposition und Lagerhaltung aus?

Kargl: Die Disposition der Novitäten wird bisher durch Vormerker, Vertreter, Verlag und unsere Erfahrung bestimmt. Bei der Backlist ist dies schwieriger. Künftig wird die Disposition durch Systemparameter unterstützt und somit mitbestimmt, was sich optimierend auf die permanente Lieferbarkeit und die Schnelligkeit des Nachbezugs auswirken wird.

Danke für das Gespräch!

 

Advertorial Interview aus dem sortimenterbrief September 2021
Fotos: Copyright Mohr Morawa

Veröffentlicht von

Ossi Hejlek

Chefredakteur und Herausgeber des sortimenterbriefs, Geschäftsführender Gesellschafter der Verlagsbüro Karl Schwarzer GmbH Alle Beiträge von Ossi Hejlek anzeigen