Wie die vom Büchereiverband Österreichs (BVÖ) neu veröffentlichte Statistik für das Jahr 2025 belegt, konnten die Österreichischen Bibliotheken mit über 29 Millionen Entlehnungen und nahezu 11 Millionen Besuchen das Niveau von 2019, dem Jahr vor der Corona-Pandemie, übertreffen und somit ihre Rolle als unverzichtbare Bildungs- und Begegnungsorte nachhaltig festigen. Ebenfalls ein Rekord ist die hohe Repräsentativität der vorliegenden Daten: Mit einer Beteiligung von 97,2 % haben fast alle Büchereien des Landes ihre Zahlen gemeldet – ein neuer Höchstwert in der Geschichte der österreichischen Büchereistatistik.

Statistik und Leistungsdaten der Öffentlichen Bibliotheken Österreichs

Büchereien als Treffpunkt

Der Trend zum „Dritten Ort“, also zur Bibliothek als physischem Aufenthalts- und Interaktionsraum, setzt sich fort. Während die Zahl der Standorte seit 2019 leicht um 3,4 % auf 1.344 sank, stieg die Zahl der Besuche im Vergleich zu 2024 um 4,6 % an.

Laut BVÖ-Geschäftsführerin Ursula Liebmann beweist diese Entwicklung vor allem eines: „Unsere Bibliotheken bieten längst mehr als Regale voller Bücher. Sie sind wichtige Ankerpunkte für das soziale Miteinander.“

Steigende Zahl an Mitarbeiter:innen

Die strukturelle Basis bilden weiterhin die kommunalen und kombinierten Bibliotheken, die über 77,4 % der Standorte stellen und 86,4 % aller Entlehnungen abwickeln. Getragen wird dieses System, insbesondere im ländlichen Raum, von einem beeindruckenden ehrenamtlichen Engagement. Die Zahl aller Mitarbeiter:innen in öffentlichen Bibliotheken stieg um 7,9 %. Somit sichern rund 11.260 Bibliothekar:innen die lokale Nahversorgung mit Bildung und Kultur.

Partizipative Programme und innovative Ideen

Die Statistik 2025 macht außerdem deutlich: Bibliotheken sind schon lange nicht mehr nur klassische Ausleihstationen, sondern lebendige Kultur- und Bildungszentren. Das belegen auch die knapp 58.000 Veranstaltungen – von Mitmach-Vorlesestunden über Vorträge bis hin zu Escape-Room-Spielen, Experimentier-Workshops oder Erzählcafés –, die im vergangenen Jahr über 1,3 Millionen Teilnehmende anlockten. Kooperationen mit Schulen und Kindergärten bilden einen zentralen Aufgabenbereich: Mehr als 36.000 Angebote richteten sich an Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre.

Neue Bereiche in den Bibliotheken, bei deren Entwicklung die Bevölkerung oft miteinbezogen wird, haben zur Einrichtung von Saatgutbibliotheken oder Bibliotheken der Dinge geführt. Diese stehen im Sinne von „Sharing is Caring“ für einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Zusätzlich zu den verschiedensten digitalen Medien zum Verleih werden Veranstaltungsangebote gemacht, welche die digitale Kluft zwischen den Generationen verringern sollen.

Um auch künftig den Spagat zwischen digitaler Innovation und unersetzbarem physischem Begegnungsort als Medien- und Informationskompetenzzentrum erfolgreich zu meistern, ist laut Büchereiverband eine nachhaltige finanzielle Absicherung durch die öffentliche Hand weiterhin unabdingbar.

 

Presseaussendung Büchereiverband Österreichs / Red.