Seit einigen Wochen werden Fake-Mails an Autor:innen verschickt, scheinbar im Namen der Kulturredaktionen der ARD-Anstalten. Die offenbar mit KI erstellten Mails sind sehr persönlich gehalten, wirken seriös und enthalten auch Verweise auf die Werke der Empfänger:innen. In Aussicht gestellt wird ein Interview oder ein Podcast-Gespräch zur Frankfurter Buchmesse. Wer auf solche Mails antwortet, erhält dann ein ein weiteres Mail, in der kostenpflichtige „Medienpakete“ in Höhe zwischen 200 und 500 Euro „angeboten“ werden.

„Die gefälschten Mails diskreditieren zum einen unsere journalistische Arbeit, weil wir ja niemals Geld für ein Interview verlangen würden. Zum anderen wird mit dem Vertrauen und den Erwartungen der Autor:innen gespielt.“ Katrin Schumacher, MDR

Die betroffenen ARD-Anstalten – darunter SWR, WDR, Radio Bremen und der SR – haben allesamt Anzeigen erstattet.

Auch Verlage berichteten dem Böresenverein von solchen Fake-Mails, nicht nur an ihre Autor:innen, sondern auch von ähnlich gearteten Phishing-Versuchen, um an Manuskripte zu kommen. Ähnliches meldete auch das Literaturhaus Bonn: Vorgeblich im Namen ihrer Mitarbeiter wären Einladungen zu einem Projekt verschickt worden, das es freilich nicht einmal gibt.
Auch in diesen Fällen wurden Strafanzeigen erstattet.

Abgesehen von übertrieben positiven, bestätigenden Formulierungen, fehlenden oder falschen Signaturen, falscher Sprache und ähnlichen Auffälligkeiten gibt es ein Kriterium, das Fake-Mails und alle Phishing-Versuchte am sichersten entlarvt: Die (tatsächliche) E-Mailadresse des Absenders. Endet diese nicht mit der üblichen, betreffenden Firmen-Domain, sondern stattdessen mit einer anderen, ist (immer) größte Vorsicht geboten. Das gilt gerade auch für vorgebliche Privat-Accounts (z.b.: gmail oder yahoo), selbst von Bekannten.

 

Börsenverein / Red.