Nach der Bekanntgabe der aktuellen Zahlen durch den Börseverein-Bericht „Buchmarkt kompakt 2025/2926“ – insbesonders dem ausgewiesenen Rückgang der Buchkäufer:innen in der Altergruppe der 10- bis 15-Jährigen um rd. 31 Prozent – fordert Loewe-Verlagsleiter Christoph Gondrom eine selbstkritische Debatte in der Branche. In der aktuellen Diskussion stünden vor allem die sinkende Lesekompetenz und Versäumnisse der Bildungspolitik im Mittelpunkt. Beides sei ernst zu nehmen, greift aus Sicht des Loewe Verlags aber zu kurz, wenn die Branche ihre Antwort allein von Schulen, Eltern und Politik erwartet.

„Das Medienumfeld von Kindern entwickelt sich heute rasanter denn je. Deshalb dürfen wir nicht in erster Linie darauf warten, dass die Politik das Problem löst. Die entscheidende Frage an uns Verlage lautet: Entwickeln wir genügend Bücher, die im Wettbewerb um Aufmerksamkeit tatsächlich bestehen können?“ – Christoph Gondrom, Verlagsleiter des Loewe Verlags

Das Buch konkurriere heute nicht mehr nur mit anderen Büchern, sondern vor allem mit Kurzvideos, Games und seriellen Smartphone-Dramen, die auf unmittelbare Einstiege, hohe Taktung und fortlaufende Reize setzen. Gerade für Kinder, die noch keine stabile Leseroutine entwickelt haben, könne der Einstieg in ein Buch dagegen zunächst anstrengender sein. Appelle allein würden dieses Gefälle nicht überwinden.

Nach Ansicht des Loewe-Verlags müssten Verlage deshalb stärker darüber nachdenken, wie Geschichten schneller greifen, früh Erfolgserlebnisse bieten und leichter zugänglich werden – ohne inhaltliche Ansprüche zu senken. Die Antwort läge weder in der bloßen Nachahmung digitaler Formate noch in weniger anspruchsvollen Büchern. Unmittelbare Einstiege, klare Dramaturgie, visuelles Erzählen, kurze Etappen und serielle Spannung seien keine Erfindungen des Smartphones, sondern klassische Mittel guter Geschichten. Bildstarke Konzepte wie Loewe Wow! und Loewe Graphix würden zeigen, wie Text und Bild gemeinsam Wege ins Lesen öffnen können.

Die aktuellen Marktzahlen wären damit nicht nur ein Auftrag an Politik, Schulen und Familien. Sie sollten auch eine Aufforderung an die Verlagsbranche sein, ihre Bücher konsequenter aus der Perspektive der Kinder zu denken. Lesenlernen braucht Förderung. „Lesenwollen“ braucht Bücher, die begeistern.

 

Pressemitteilung Loewe Verlag / Red.