Navid Kermani erhält den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Europäischen Literaturtagen, am 8. Juni im Palais Fürstenberg, gab Benedikt Föger, der Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels (HVB) den diesjährigen Preisträger des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln bekannt: Navid Kermani.

Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln

Der Ehrenpreis ist die höchste Auszeichnung, die der österreichische Buchhandel zu vergeben hat. Er wird seit 1990 an Personen vergeben, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels ausgerichtet. HVB-Präsident Benedikt Föger und Walter Grond, künstlerischer Leiter der Europäischen Literaturtage, gratulieren dem Autor Navid Kermani zu dieser Auszeichnung.

„Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels verleiht Navid Kermani den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln 2021. Sowohl in seinem wissenschaftlichen Werk wie auch in seinen Romanen, Reportagen und Reden eröffnet Navid Kermani seinen Leser*innen einen profunden Blick auf wenig beachtete Lebens- und Erfahrungswelten. Seine Literatur ist im besten Sinn transreligiös und transkulturell und zeigt Haltung im Angesicht von Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Kermani steht damit für die Würde des Einzelnen ein – unabhängig von Herkunft oder religiösem Bekenntnis. Sein Engagement für eine offene, tolerante Gesellschaft und sein konsequenter Einsatz für die Menschenrechte und den Frieden machen ihn zu einem idealen Preisträger“, begründet Benedikt Föger den Entscheid der Jury.

Über Navid Kermani

Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen in Deutschland, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Mit seiner Dissertation „Gott ist schön: Das ästhetische Erleben des Koran“ sorgte er 1999 für viel Aufmerksamkeit. Für seine Romane, Essays und Reportagen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis sowie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zu seinen aktuellen Werken zählen „Entlang der Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan“ und „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“. Im Juli erscheint sein Buch „Morgen ist da“, eine Sammlung seiner bedeutendsten Reden (alle bei C.H. Beck). Seine Sachbücher erscheinen bei C.H. Beck, seine literarischen Werke im Carl Hanser Verlag.

Bisherige Preisträger*innen

Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger*innen waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai, Erika Pluhar, Armin Thurnher, Alfred Komarek, Brigitte Hammann, Barbara Coudenhove-Kalergi, Bischof Erwin Kräutler, Doron Rabinovici, Elif Shafak, Ilija Trojanow, Francesca Melandri und A.L. Kennedy.

Verleihung

Die feierliche Ehrung für Navid Kermani wird im Rahmen der Europäischen Literaturtage in einer Matinee am 21. November 2021 um 11:00 Uhr in der Minoritenkirche in Krems stattfinden.

 

Presseaussendung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Servus und Moin: der avj medienpreis 2021 geht nach Wien und Oldenburg

Es waren spannende Sekunden, als die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen, Renate Reichstein, verkündet, dass bei der Preisträgerin gleich das Telefon klingelt. Gespannt lauschten die Nominierten – Nina Daebel, Renate Grubert, Anja Höfer & Theresa Hübner, Agnes Sonntag und Andrea Wedan – und schließlich klingelte es in Wien.

„Herzlichen Glückwunsch, Andrea Wedan – für Ihre Arbeit bei der BUCHKULTUR, den Buchmedia Lesekids und Ihrem Engagement zeichnen wir Sie mit den avj medienpreis 2021 aus.“

Kurz vorher konnte bereits der Sonderpreis Leseförderung virtuell an das Team der KIBUM überreicht werden.

„Zur KIBUM fiel mir spontan ein Wort ein“, sagte Laudatorin Monika Bilstein. „UNGLAUBLICH. Es ist faszinierend, was hier jedes Jahr auf die Beine gestellt wird. Hier findet Leseförderung für die Kinder und Jugendlichen par excellence statt – und auch die Pädagogen sind im Visier des Organisationteams. Wie toll.“

„Andrea Wedan beschreibt sich selbst als #perfektdurchstrukturiertchaotisch“, zitiert die Geschäftsführerin des Peter Hammer Verlags die Preisträgerin in ihrer zweiten Laudatio. „Was dadurch entsteht, können wir alle immer wieder in dem Magazin Buchkultur nachlesen: Unterhaltsame Interviews, wunderbare Besprechungen und Buchtipps, die einfach „bärig“ sind. Auf Buchmessen ist Andrea Wedan immer im absoluten Terminstress. Doch im Halbstundentakt zeigt sie sich immer gleichermaßen interessiert, gesprächsbereit und ist ein gern gesehener Gast.“

Innerhalb der Online-Veranstaltung würdigte Renate Reichstein auch die Verdienste der Preisträgerinnen des vergangenen Jahres: Janett Cernohuby, Ute Wegmann und die Bücherpiraten, die schon stolz ihre Trophäen in die Kamera halten konnten.

„Es ist bedauerlich, dass dieses besondere Ereignis nur virtuell stattfinden kann“, sagt Renate Reichstein. „Keine Blumen. Keine Umarmungen. Kein Applaus – das ist schade. Sehr schade. Wäre all das doch so verdient!“

Die Preisverleihung fand am Freitag, den 28. Mai 2021 digital, im Rahmen der geplanten Leipziger Buchmesse, statt.

 

Aussendung Buchkultur

Huckepack Bilderbuchpreis an „Ein eiskalter Fisch“

Die HUCKEPACK-Jury kürte im Jahr 2021 aus insgesamt 444 vorliegenden Bilderbüchern einstimmig „Ein eiskalter Fisch“ zum diesjährigen Preisträger.

Ein eiskalter Fisch

Der Tod eines Haustieres bricht das Schweigen und die Gefühlskälte in einer Familie, die wir hier nur ganz kurz kennenlernen, und die uns nach der Lektüre dennoch lange nicht wieder loslässt.
Der Anblick des leeren Aquariums seines Kindes bewegt etwas im Vater. Er, den die Mutter in einem Brief als „eiskalten Fisch“ bezeichnet, wird von Gefühlen übermannt und kann so nach offenbar langer Zeit sein Kind umarmen. Für das Kind wird so der Tod des Fisches zum Auslöser für den schönsten Tag in seinem Leben. Geborgen in der kaum gekannten Umarmung des sonst so verhaltenen Vaters weint es ein wenig länger als nötig, damit der Moment nicht zu schnell vergeht.

Frauke Angel erzählt sehr geschickt und wir fragen uns: Wie hängt alles zusammen? Die nicht eindeutige Chronologie und die unklare Familiensituation bieten eine Vielzahl an Deutungs- und Identifikationsmöglichkeiten, die auf den einen heilenden und tröstenden Moment zulaufen, in dem die Familie gemeinsam Abschied von dem gestorbenen Fisch nimmt. Die blaugraue, leicht kühle Atmosphäre der Geschichte wird von Elisabeth Kihßl in zarten Aquarellen eingefangen – wunderbar.
In dieser Familie nehmen sich alle irgendwie gegenseitig HUCKEPACK, finden wir – das Kind den Vater, weil der endlich einen Moment erfährt, in dem er Gefühle zulassen kann. Die Eltern das Kind, weil sie es in seiner Traurigkeit auffangen und trösten. Und darüber letztlich das Buch uns alle, die wir lesen, lachen und schluchzen können und all diese Gefühle noch lange nach dem Lesen in uns nachklingen. Dass Elisabeth Kihßl genau die HUCKEPACK-Situation auch noch auf dem Cover eingefangen hat, ist da absolut noch das sprichwörtliche Tüpfelchen auf dem „i“!

„Ein zutiefst berührendes Buch mit einer geschickt gesponnenen Geschichte, die viel Raum gibt, sich selbst darin wiederzufinden.“ Aus der Jurybegründung zum HUCKEPACK Bilderbuchpreis

Herzlichen Glückwunsch an diese sehr verdienten Preisträgerinnen!

Cornelia Tillmanns hat das Bilderbuch eingelesen und gemeinsam mit Marcel Hallensleben von Soundsquirrel Braunschweig ein zauberhaftes Bilderbuchkino dazu erstellt, das für einen begrenzten Zeitraum kostenfrei auf der Homepage des Tyrolia-Verlages eingesehen werden kann.

Die Autorin und die Illustratorin

Frauke Angel, wurde 1974 im Ruhrgebiet geboren. Sie ist Schauspielerin und arbeitete 20 Jahre an deutschen Bühnen, zudem als Putzfrau, Verkäuferin, Grabpflegerin, Schweißerin, Bardame, Luftgitarristin und Ghostwriterin. 2017 gab sie ihr Kinderbuch-Debüt. Seitdem schreibt sie für Kinder, Jugendliche und manchmal auch für den Rest der Familie. 2020 gewann sie den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. 2021 wurde sie als „Lesekünstlerin des Jahres“ ausgezeichnet. Frauke Angel lebt in Dresden. www.fraukeangel.de

Elisabeth Kihßl, geboren 1985, studierte Grafik Design an der New Design University. Später folgten ein Diplom in Buchgestaltung und ein Lehrgang für Bilderbuchillustration. Sie lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich. Beim Tyrolia-Verlag hat sie bereits das Bilderbuch „Wir wollen doch nur spielen“ (2018; Text: Berenike Oppermann) illustriert, für das sie mit dem Nachwuchspreis „LESEL“ ausgezeichnet wurde

 

Presseaussendung Phantastische Bibliothek

Preis der Leipziger Buchmesse 2021 für Iris Hanika, Heike Behrend und Timea Tankó

Iris Hanika, Heike Behrend und Timea Tankó haben den Preis der Leipziger Buchmesse 2021 im Rahmen von Leipzig liest extra, einer Veranstaltung der Leipziger Buchmesse, erhalten. Die siebenköpfige Jury um den Vorsitzenden Jens Bisky zeichnete Iris Hanika in der Kategorie Belletristik für ihr Werk „Echos Kammern“ (Literaturverlag Droschl ) und Heike Behrend in der Kategorie Sachbuch/Essayistik für ihr Buch „Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung“ (Matthes & Seitz Berlin) aus. In der Kategorie Übersetzung würdigte die Jury Timea Tankó für die Übersetzung aus dem Ungarischen von „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ (Die Andere Bibliothek) mit dem renommierten Preis. Insgesamt 389 Werke wurden für den diesjährigen Preis der Leipziger
Buchmesse eingereicht.

Kategorie Belletristik

Iris Hanika | Echos Kammern | Literaturverlag Droschl

Zur Begründung der Jury: „Bevor ich bin gereist nach New York, ich war in Sorge. Weil war das große Reise über Atlantik und war das auch lange Reise – zehn Wochen ist lang, in diese Zeit viel kann geschehen.“ Ja, es ist viel. Doch was genau in Iris Hanikas herrlich palimpsesten Roman zwischen Berlin und New York geschieht, ist kaum seriös in aller Kürze zu erzählen. Es blitzt und spiegelt, experimentiert nur so vor sich hin. … Diese Autorin ermächtigt sich, den Mann mit den Mitteln des Jahrtausendealten männlichen Blicks zu betrachten. Josh, Narziss, der Mythos wird zum Resonanzraum, in dem sein eigener Hohlkörper sichtbar wird, Iris Hanika schiebt ihn sachte in eine ihrer
Echokammern. Nicht zuletzt hier weist sich die Autorin als kluge, witzige und wüste Erzählkonstrukteurin aus. Iris Hanika schreibt unbeirrt und seit fast drei Jahrzehnten ihre Literatur, schreibt auf ihrem Stern, an ihrem Stern. Als eine der eigensinnigsten Stimmen der deutschen Gegenwartsdichtung, die mit brutal klarem und unverschämten Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse schauen kann. Und dann wieder unheimlich erheitert. Iris Hanika übt in aller Virtuosität ihre Sprachexperimente aus und ja, sie hat diebische Freude daran, dass sie das jeden Moment den Roman
kosten könnte. Eben dieses riskante Schreiben zeichnet sie aus.

Autorin

Iris Hanika wurde 1962 in Würzburg geboren. Ihr umfangreiches Werk, u. a. die Erzählungen Katharina oder Die Existenzverpflichtung (Fannei & Walz, 1992), Treffen sich zwei (2008), Tanzen auf Beton (2012), Wie der Müll geordnet wird (2015, alle drei im Literaturverlag Droschl) bescherten der Autorin zahlreiche Preise, darunter den Hans-Fallada-Preis 2006, den European Union Prize for Literature 2006 und den Hermann-Hesse-Literaturpreis 2020.

Kategorie Sachbuch und Essayistik

Heike Behrend | Menschwerdung eines Affen. Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung | Matthes & Seitz Berlin

Zur Begründung der Jury: Nur wer sich selbst für die Welt öffnet, wird auch in ihr heimisch werden. Diese Erfahrung ist das zentrale Moment des Buchs von Heike Behrend. Die eigene Neugier der Ethnologin stieß während ihrer Feldforschungsaufenthalte auf die der besuchten Gruppen und sie selbst wurde zum Gegenstand der Beobachtung durch ihre Gastgeber. Es gehört viel Selbsterkenntnis dazu, sich erkannt zu fühlen. „Menschwerdung eines Affen“, benannt nach der sich wandelnden Zuschreibung, die man ihr in den kenianischen Tugenbergen als Forscherin, die dort zur Freundin
wurde, angedeihen ließ, legt Zeugnis davon ab, dass Heike Behrend diese Befähigung besitzt. Und mit ihrer Betrachtung der Betrachter ihrer selbst als Betrachterin gewinnt sie auch eine Perspektive auf die eigene Kultur – sowohl verstanden als nationale wie als disziplinäre. Geisteswissenschaft in der Form, wie Heike Behrend sie teilnehmend beschreibt, ist im besten Sinne Geistesbeschwörung: Sie provoziert zu einem Blick, der intellektuell agiert statt visuell. Ihr Buch ist eine ebenso köstliche wie kostbare Lektüre, die unsere Horizonte weit verschiebt, ohne dabei eine politische Agenda vermitteln zu wollen. Es ist geboren und geschrieben aus der Emphase für die Gemeinsamkeit dessen, was Menschsein ausmacht: die Überwindung von Vorurteilen. Solchen seiner selbst über andere und solchen anderer
über einen selbst. Es ist ein erhellendes Buch in diesen sich verdunkelnden Zeiten.

Autorin

Heike Behrend studierte Ethnologie und Religionswissenschaft. Sie arbeitete ethnografisch vor allem in Ostafrika und unterrichtete an verschiedenen Universitäten. Sie veröffentlichte zahlreiche Bücher und Aufsätze, u. a. Alice und die Geister. Krieg im Norden Ugandas (Trickster, 1993) und Contesting Visibility. Photographic Practices and the „Aesthetics of Withdrawa” along the East African
Coast (transcript, 2013).

Kategorie Übersetzung

Timea Tankó | „Apropos Casanova. Das Brevier des Heiligen Orpheus“ von Miklós Szentkuthy übersetzt aus dem Ungarischen | Die Andere Bibliothek

Zur Begründung der Jury: Wie lässt sich so etwas Quecksilbriges, sich jeder Zuordnung Entziehendes, wild Fantasierendes und zugleich messerscharf Argumentierendes in eine andere Sprache bringen? Die Antwort kann nur lauten: indem man mitdenkt. Und nichts anderes tut Timea Tankó. Ihre deutsche Fassung wird der intellektuellen Beweglich-, ja Quirlichkeit Szentkuthys absolut gerecht, dank ihr gerät man unweigerlich in den Sog seiner kapriolenhaften Gedankenflüge – und ohne, dass einem flau dabei wird. Er und sie, Miklos und Timea, diese beiden Liebenden der Sprache, können aber auch ganz anders, konkret-anschaulich und poetisch-bildhaft zugleich: „An einem Vormittag“, heißt es da, „war das Meer ungewöhnlich blau, die kleinen weißen Wellenspalten waren besonders parallel und zahncremefrisch, die Luft war sportlich klar, die Möwen wirkten einen Hauch melancholischer, herbstblattähnlicher als sonst, die fernen griechischen, persischen und russischen Yachten vibrierten noch höher über den Horizont als sonst – und wegen dieser kleinen Frühlingskomposition, die
einen halben Augenblick zuvor noch nicht einmal ansatzweise so aussah und im nächsten ihren fröstelnden Maifestcharme bereits verloren hatte, musste Rom untergehen.“ Wow. Was für ein Satz, was für ein Schmelz in den Beschreibungen, welch ein sanfter Rhythmus, und was für ein eiskalter Knalleffekt am Ende. Dafür, dass sie sich dieser Prosa einfühlsam und doch selbstbewusst angeschmiegt und dabei immer die Spannung gehalten hat, dafür danken wir Timea Tankó.

Übersetzerin

Timea Tankó, 1978 in Leipzig geboren, arbeitet als Dolmetscherin sowie als Übersetzerin ungarischer und französischer Literatur. Neben Übertragungen u. a. von Werken István Keménys, Antal Szerbs und György Dragománs ins Deutsche brachte sie z. B. auch Texte Esther Kinskys ins Ungarische. Zuletzt wurde sie mit dem Exzellenzstipendium des Deutschen Übersetzerfonds 2020 ausgezeichnet. Sie lebt
in Berlin.

Über den Preis der Leipziger Buchmesse

Der Preis der Leipziger Buchmesse wurde von einer siebenköpfigen Jury vergeben: Unter der Leitung von Jens Bisky haben Anne-Dore Krohn, Tobias Lehmkuhl, Andreas Platthaus, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch die Nominierten und Preisträger:innen ausgewählt.
Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung.
Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Medienpartner ist das Kundenmagazin buchjournal und Deutschlandfunk Kultur.

 

Presseinformation Leipziger Buchmesse / Pressemeldung Literaturverlag Droschl / Red.

Deutscher Hörbuchpreis 2021: Die Preisträger*innen in sechs Kategorien

In einer Live-Radiosendung des Westdeutschen Rundfunks wurden gestern Abend die Gewinner*innen des Deutschen Hörbuchpreises 2021 bekannt gegeben. Der Verein Deutscher Hörbuchpreis hat unter Pandemie-Bedingungen ein digitalisiertes Einreichungsverfahren etabliert und mit allen vier Jurys virtuell getagt.

Die PreisträgerInnen

Sie wählten aus den insgesamt über 300 Einreichungen folgende Preisträgerinnen und Preisträger aus:
Schauspieler Alexander Fehling gewinnt den Preis in der Kategorie „Bester Interpret“ für seine Lesung des autobiografischen Berichts „Ist das ein Mensch?“ von Primo Levi (NDR Kultur / Der Audio Verlag).

Dem betont sachlich geschilderten, grausamen Überlebenskampf in Auschwitz folge der Sprecher „mit großer Genauigkeit“ und „ohne jedes Pathos“, rühmt die Preis­trägerjury, er „verschmelze“ nahezu mit dem Autor. „Immer den richtigen Ton“ treffend, gebe Alexander Fehling der Unfassbarkeit des Erlebten viel Raum – „ein Ausnahmestück in Text und Interpre­tation“.

Als „Beste Interpretin“ wird Schauspielerin Elisabeth Schwarz ausgezeichnet, die „Anne-Marie die Schönheit“ von Yasmina Reza eingelesen hat (Hörbuch Hamburg).

Mit ihrer „wundervoll virtuosen Interpretation“ lasse Schwarz die Hörer*innen an der „emotionalen und doch klarsichtigen Lebensbilanz“ der Ich-Erzählerin teilhaben, urteilt die Jury. Auf allen Ebenen zwischen „humorvoller Pointierung“ und „trotziger Selbstbehaup­tung“ gelinge es Elisabeth Schwarz, in diesem Monolog „nichts Geringeres als die Tragik menschlicher Existenz zu verhandeln“.

Bereits zum dritten Mal bekommt Regisseur Klaus Buhlert den Preis in der Kategorie „Bestes Hörspiel“. Für „Die Enden der Parabel“ (SWR, DLF, Hörbuch Hamburg / Dramaturgie: Manfred Hess) hat Thomas Pynchon erstmals einer Bearbeitung seines Hauptwerks aus dem Jahr 1973 zugestimmt.

Buhlerts Verdichtung des 1200-seitigen Romans zu einem 13-stündigen Hörspiel schaffe einen „Erzählfluss“, der getragen werde von einer „Klangsprache jenseits des Illustrativen“, heißt es in der Jurybegründung. Mit seinem prominent besetzten und „spielfreu­digen“ Ensemble eröffne der Regisseur „surreale akustische Räume“.

Der Schweizer Schriftsteller Thomas Hürlimann wird in der Kategorie „Beste Unterhaltung“ geehrt. In „Einsiedeln“ (supposé) erzählt er Klaus Sander und Joachim Leser (Konzeption und Regie) frei sprechend und ebenso anekdoten- wie lehrreich von seiner Internatszeit im Benediktinerkloster.

Als Hörer*in wähne man sich gemeinsam mit dem Autor in einer „urigen Berghütte“, so „intim und geschützt“ wirke die Atmosphäre dieser Produktion, staunt die Jury. Sie hat Hürlimann „an den Lippen gehangen“ und sich „köstlich amüsiert“.

Sprecherin und Schauspielerin Birte Schnöink darf sich über die Auszeichnung in der Kategorie „Bestes Kinderhörbuch“ freuen. Die diesjährige Kinderjury aus Brühl (Rheinland) hat sich für das Hörbuch „Der Junge aus der letzten Reihe“ von Onjali K. Raúf (HÖRCOMPANY) entschieden.

Mit einer „beruhigenden Stimme“ liest Schnöink die aufregende Geschichte um Flüchtlingskind Ahmet, der sich in allen Bedrängnissen auf seine gleichaltrigen Freunde verlassen kann. Eine wichtige und schöne Botschaft, die im Wortsinne „gehört“ werden soll, meint die Kinderjury.

Den Preis in der seit 2019 ausgeschriebenen Kategorie „Bester Podcast“ teilen sich das Museum für Naturkunde Berlin und Lukas Klaschinski als Host und Produzent („Auf die Ohren“) für ihren Podcast „Beats & Bones“.

Die „lehrreichen, aber nicht belehrenden“ Folgen erklären Naturkunde „erfrischend anders und sympathisch“, schreibt die Podcast-Jury in ihrer Begründung. Ein „harmonisch abgestimmtes Sounddesign“, „kurzweilige Storytelling-Momente“ und eine „persönliche Note“ zeichnen diesen Podcast aus, der für die „großen Fragen des Lebens und die Faszination der Natur“ buchstäblich die Ohren öffne.

Der Deutsche Hörbuchpreis

Der Deutsche Hörbuchpreis ist in jeder Kategorie mit 3.333 € dotiert.

Anstelle einer festlichen Gala im Funkhaus des WDR, die coronabedingt nicht stattfinden konnte, wurden die Preisträger*innen am 26. Mai 2021 ab 20.04 Uhr in einer Live-Radiosendung auf WDR 5 präsentiert, die auch im Deutschlandradio / Kanal „Dokumente und Debatten“ sowie auf hr2-kultur, MDR Kultur, NDR Kultur, rbbKultur, SR 2 und SWR2 zu hören war.
Einer langjährigen Tradition entsprechend eröffnete die Preisverleihung des Deutschen Hörbuchpreises das internationale Literaturfest Lit.COLOGNE. Dieses findet vom 26. Mai bis 12. Juni erstmals digital statt und bietet 50 Veranstaltungen im Live-Stream und anschließend als On-Demand.
Die Sendung „Deutscher Hörbuchpreis 2021“ ist in der ARD-Audiothek nachzuhören: www.ardaudiothek.de

 

Pressemitteilung Deutscher Hörbuchpreis / Red.

 

Staatssekretärin Mayer überreicht Urkunden an zwei der fünf besten Buchhandlungen Österreichs 2021

Am Montag, den 17. Mai besuchte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer die Grätzlbuchhandlung Lainz (Wien) und die Buchhandlung Erlkönig (Wien) und überreichte die Ehren-Urkunden anlässlich der Auszeichnung mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis 2021. Die Überreichung erfolgte im Beisein von HVB-Präsident Benedikt Föger.
Im Rahmen einer Festveranstaltung werden noch vor dem Sommer alle prämierten Buchhandlungen 2021 aber auch die ausgezeichneten Buchhandlungen des Vorjahres gemeinsam geehrt.

„Es ist mir eine große Freude zwei der fünf mit dem Österreichischen Buchhandlungspreise 2021 ausgezeichneten Buchhandlungen persönlich gratulieren zu können. Buchhandlungen sind essenzieller Teil der österreichischen Kulturlandschafft. Das tritt besonders dann zu Tage, wenn sie plötzlich nicht mehr als Begegnungsräume zur Verfügung stehen. Auch wenn unsere Buchhändlerinnen und -händler hervorragend auf die Herausforderungen der Pandemie reagiert haben, kann doch nichts die Atmosphäre in den Räumlichkeiten einer Buchhandlung ersetzen. Ich danke allen Buchhandlungen, und insbesondere unseren diesjährigen Preisträgerinnen und -trägern, sehr herzlich für ihr großes Engagement“, so Staatssekretärin Andrea Mayer.

Neben der Buchhandlung Erlkönig (Wien) und der Grätzlbuchhandlung Lainz (Wien) wurden die Buchhandlung Brunner (Bregenz), die Buchhandlung Riepenhausen (Hall in Tirol) und die Buchhandlung Weidinger (Seewalchen am Attersee) mit dem Österreichischen Buchhandlungspreis 2021 ausgezeichnet.

Der Österreichische Buchhandlungspreis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) gemeinsam vergeben.

 

Pressemitteilung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Goldene Schallplatte für Marc Elsbergs „Blackout. Das ungekürzte Hörspiel“

Das ungekürzte Hörspiel „Blackout“ von Beststellerautor Marc Elsberg hat sich als Download und auf Mp3-CD insgesamt bereits über 100.000 Mal verkauft und wird daher mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. Der Titel entstand als Kooperation von Audible und dem Hörbuchverlag Random House Audio.

„Die Co-Produktion beim Hörspiel zu „Blackout“ ermöglichte uns, eine aufwendig inszenierte Produktion zu einem Weltbesteller zu realisieren. Wir erreichen und begeistern damit sowohl die Fans auf Audible als auch im stationären Handel. Der Erfolg über beide Ausgaben zeigt, dass wir hier ins Schwarze getroffen haben.“, sagt Dr. Anke Susanne Hoffmann (Programmleitung Random House Audio).

Auch Torsten Surberg (Head of Content – Audible Deutschland) betont die erfolgreiche Zusammenarbeit: „Ein toller gemeinsamer Erfolg, der zeigt, dass hochwertige Hörspiel-Adaptionen eine zusätzliche Verwertungsoption sein können. Neu und aufwendig inszeniert können auch bekannte Bestseller ein zweites Mal die Audible-Charts stürmen. Wir freuen uns insbesondere, dass die Hörspiel-Fassung von „Blackout“ nicht nur Fans der Hörbuch-Fassung erreicht hat, sondern viele neue Hörerinnen und Hörer für die Geschichte und auch den Autor begeistern konnte. Für uns bei Audible ist diese Goldene Schallplatte zudem eine schöne Bestätigung, dass wir gemeinsam mit unseren Partnern noch viel mehr Inhalte für unsere Kunden entwickeln können.“

 

Presseaussendung Random House Audio

«Hard Land» von Benedict Wells ist das Lieblingsbuch des Deutschschweizer Buchhandels 2021

Zum vierten Mal waren Buchhändlerinnen und Buchhändler der Deutschschweiz aufgerufen, ihr aktuelles Lieblingsbuch zu wählen. Unter Einfluss der Corona-Pandemie kommt dieser Wahl eine besondere Bedeutung zu, denn sie ermöglichte verschiedene Onlineauftritte: für Buchhändlerinnen und Buchhändler, die ihren Favoriten präsentierten, aber auch für die nominierten Autorinnen und Autoren, die ihr Buch gegenüber dem Handel bewerben konnten. Die originellen Video-Empfehlungen finden Sie auf der Website www.daslieblingsbuch.ch.

Aus der Shortlist mit fünf Titeln erhielt das Buch des deutsch-schweizerischen Autors Benedict Wells «Hard Land» von den 218 Buchhändlerinnen und Buchhändlern, die abgestimmt haben, die meisten Stimmen. Zum Welttag des Buches am 23. April werden die Buchhandlungen landauf, landab dieses und andere Lieblingsbücher präsentieren – darunter auch solche ihrer Kundinnen und Kunden.

Die Aktion «Das Lieblingsbuch» ist eine Initiative des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands SBVV und wird aktiv unterstützt vom Bücherblog lesefieber.ch, das die ehemalige Buchhändlerin und Bücherfreundin Manuela Hofstätter seit 16 Jahren mit viel Engagement betreibt. Der Schweizer Bücherbon, der die beliebten allgemeinen Büchergutscheine herausgibt, ist ebenso mit von der Partie.

Als Lieblingsbuch 2021 nominiert werden konnten sämtliche in deutscher Sprache publizierten Belletristik- und Sachbuch-Neuerscheinungen inklusive Übersetzungen, die im Zeitraum von April 2020 bis Ende März 2021 erschienen und in gedruckter Form im Buchhandel erhältlich sind.

Auf der diesjährigen Shortlist standen:

  • Charlotte McConaghy: «Zugvögel», S.Fischer Verlag
  • Joachim B. Schmidt: «Kalmann», Diogenes Verlag
  • Benedict Wells: «Hard Land», Diogenes Verlag
  • Iris Wolff: «Die Unschärfe der Welt», Klett-Cotta Verlag
  • Richard Wagamese: «Das weite Herz des Landes», Blessing Verlag

 

Pressemitteilung Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband

Literaturpreise der Republik Österreich 2021 an László Krasznahorkai, Lisa Spalt, Barbara Hundegger und Stefan Gmünder

Rechtzeitig zum morgigen Welttag des Buches gibt das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) die Literaturpreisträger*innen des Jahres 2021 bekannt: Der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai wird mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur ausgezeichnet. Der Outstanding Artist Award für Literatur geht an Lisa Spalt. Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird Barbara Hundegger zuerkannt. Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Literaturkritik geht 2021 an Stefan Gmünder.

„In unserer durch Medien geprägten Welt sind wir bestens informiert und Wissen ist scheinbar mühelos immer und überall auf Knopfdruck abrufbar. Aber wenn wir die Welt kennenlernen wollen, müssen wir uns entweder selber aufmachen oder zur Literatur greifen. Denn in Erzählungen, Romanen und Gedichten wird Welt in Sprache verwandelt. Dort können wir erfahren, wie es anderen ergangen ist oder ergeht, was sie erlebt und empfunden haben“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Ich freue mich, einige dieser herausragenden Künstlerinnen und Künstler, die diese Werke schaffen, heuer für ihre großartige literarische Arbeit mit einem Preis der Republik Österreich auszuzeichnen. Ich gratuliere den Preisträgerinnen und Preisträgern sehr herzlich zu dieser Auszeichnung und danke den Jurorinnen und Juroren für ihre wohlbedachte Auswahl an wunderbaren Schriftstellerinnen und Schriftstellern.“

Österreichischer Staatspreis für europäische Literatur 2021

László Krasznahorkai, der große europäische Romancier aus der ungarischen Kleinstadt Gyula, erhält den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur des Jahres 2021.

„Einzigartig im Stil, berückend in der Kraft der Bilder, hemmungslos im Finden realer und surrealer Szenen, mit kühler Ironie und scharfem Witz, sind die Romane und Erzählungen von László Krasznahorkai wohl durchdacht, vollendet geschrieben und klar komponiert. Seine Prosa, in der sich die Abgründe unserer Gegenwart auftun, ist von irritierender, berückender Schönheit: Jedes seiner Bücher ein literarisches Wunder“, erklärt Staatssekretärin Mayer und hebt in diesem Zusammenhang auch die besondere Bedeutung der Übersetzer*innen für die europäische Literatur hervor: „Dass wir László Krasznahorkai auf Deutsch lesen können, verdanken wir seinen wunderbaren Übersetzern Heike Flemming, Christina Viragh und Hans Skirecki.“

„László Krasznahorkai ist ein Meister der literarischen Intensität. In komplex verflochtenen Sätzen beschreibt er in seinen Erzählungen und Romanen heruntergekommene Wirklichkeiten, enttäuschte Hoffnungen sowie die Gewalt gesellschaftlicher Zusammenhänge. Er entwirft verstörende Panoramen der ungarischen Kleinstadt, begibt sich auf Expeditionen in weit entfernte Weltgegenden und kehrt doch immer wieder zu den Verhältnissen seines Heimatlandes zurück. Krasznahorkai ist ein wahrhaft europäischer und ein philosophischer Autor: Gewaltige Visionen einer anderen Welt durchziehen seine Bücher, Heilsversprechen bauen sich auf und stürzen in sich zusammen. In den Ritzen der Melancholie aber nistet der Humor. Ganz so, als würde es sich dabei um den eigentlichen Agenten eines freieren Lebens handeln“, so die Jury bestehend aus Xaver Bayer, Karin Cerny, Dr. Paulus Hochgatterer, Univ.-Prof. Dr. Klaus Kastberger und Mag.a Claudia Romeder.

Der Österreichische Staatspreis für europäische Literatur wird für das literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin bzw. eines europäischen Autors verliehen, das international besondere Beachtung gefunden hat. Dotation: 25.000 Euro.

Outstanding Artist Award für Literatur 2021

Der Outstanding Artist Award für Literatur geht heuer an Lisa Spalt.

„Wie Mikroskope richten Lisa Spalts literarische Werke den Blick auf das Funktionieren von Regeln und Narrationen – und immer wieder und vor allem auf die Sprache. Grimms Märchen können dabei ebenso Ausgangspunkt für ihre Wahrnehmungen und literarischen Analysen werden wie herumliegende Plastikpartikel. In ihren komplexen Texten wird aus der individuellen wie auch politischen Frage „Wie agieren in dieser Welt?“ eine immer neu herausfordernde Poetik des Widerstands“, so die Jury bestehend aus Gustav Ernst, Dr.in Brigitte Schwens-Harrant und Dr.in Anna Babka.

Der Outstanding Artist Award für Literatur wird jährlich an eine Autorin bzw. einen Autor der jüngeren oder mittleren Generation vergeben, die bzw. der bereits wichtige literarische Veröffentlichungen vorweisen kann. Der Award ist mit 10.000 Euro dotiert.

Österreichische Kunstpreis für Literatur 2021

Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird Barbara Hundegger zuerkannt.

„Die in Innsbruck lebende Autorin Barbara Hundegger setzt in ihrer sprachmächtigen Arbeit die Poesie als Instrument ein, um einen offenen, klaren Blick auf die Realität zu werfen und diese gleichzeitig, oft mit feinem Humor, zu hinterfragen. Sie ist bestens vertraut mit den lyrischen Traditionen, die sie aufgreift, umdenkt und weitertreibt. Herrschaftsverhältnisse stehen dabei genauso im Mittelpunkt ihres literarischen Spiels wie die Phrasenhaftigkeit der Sprache des Alltags. Aber das Spiel mit und um Sprache ist keinem Selbstzweck geschuldet, sondern stellt ein probates Mittel der Analyse und Erkenntnis dar, auch vor einem (gesellschafts)politischen und feministisch geprägten Hintergrund“, so die Jury bestehend aus Mag. Robert Huez, Dr.in Daniela Strigl und Dr. Anton Thuswaldner.

Der Österreichische Kunstpreis für Literatur wird für das literarische Gesamtwerk einer österreichischen Autorin bzw. eines österreichischen Autors vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert.

Österreichische Staatspreis für Literaturkritik 2021

Der biennal vergebene Österreichische Staatspreis für Literaturkritik geht an Stefan Gmünder. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Stefan Gmünder zeigt sich in seiner Auseinandersetzung mit Literatur stets als ein unbestechlicher Leser. Als einer, der der Literatur immer auf Augenhöhe begegnet. Dass er Poesie und Politik, Literatur und Leben nicht als getrennte Bereiche ansieht: davon zeugt seine gesamte literaturkritische Arbeit. Radikale Präzision im Denken wie im Schreiben zeichnen seine Texte aus. Wenn Stefan Gmünder Literatur auf ihre sprachliche und existenzielle Tauglichkeit prüft, bedeutet das auf der Seite der Lesenden ein hohes Maß an Erkenntnisgewinn, niemals Eitelkeitsschau. Mit Stefan Gmünder wird der Österreichische Staatspreis für Literaturkritik an jemanden vergeben, dessen intellektuelle Stärke nicht zuletzt daran ablesbar ist, dass er sich in der Beschränktheit seiner Zeit nie gemütlich eingerichtet hat. Wodurch seine Arbeit als zutiefst diskursfördernd im demokratiepolitisch stärkenden Sinn zu verstehen ist“, so die Jury bestehend aus Mag.a Bettina Balàka, Mag.a Dr.in Katja Gasser und Annette Knoch.

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Deutscher Kinderbuchpreis: Zeitfracht-Eigentümerfamilie Schröter stiftet neuen Preis

Die Familie Schröter, Eigentümerfamilie der Zeitfracht Gruppe, stiftet ab diesem Jahr einen mit einem Preisgeld von 100.000 Euro pro Jahr dotierten Deutschen Kinderbuchpreis. Der Preis richtet sich gezielt an Autorinnen und Autoren, die Vorlese- und Selbstlesesebücher für Kinder im leseprägenden Alter zwischen vier und acht Jahren schreiben.

Das Besondere an diesem Preis ist, dass nach einer Vorauswahl durch zehn kompetente Erwachsenenjuroren die Kinder das letzte Wort haben: Das Siegerbuch wird in einer zweiten Juryrunde jedes Jahr von 32 Kindern gekürt – jeweils ein Junge und ein Mädchen aus jedem deutschen Bundesland.

Zeitfracht-Gesellschafterin Jasmin Schröter: „Lesen macht glücklich. Es beflügelt die Phantasie, öffnet die Welt, gibt Zugang zu Bildung und schafft die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Mit dem Deutschen Kinderbuchpreis wollen wir darüber hinaus Autoren und potenzielle Autoren dazu animieren, sich mit dem Thema Kinderbuch zu beschäftigen. Wir wollen die Vielfalt steigern und einen Anreiz für die Beschäftigung mit dem Thema Kinderbuch geben. Daher stiften wir mit 100.000 Euro pro Jahr an nur einen Gewinner auch eine relativ hohe Summe.“

Die eingereichten Bücher können aus drei Kategorien stammen:

  • Vorlesebücher, die das Text- und das Hörverständnis in den Vordergrund stellen. Sie sollen bei den jüngeren Kindern (schon vor dem Eintritt in die Grundschule) die Phantasie anregen.
  • Als zweite Kategorie werden Selbstlesebücher für den Preis akzeptiert, mit denen Kinder im frühen Grundschulalter das Selbstlesen entdecken. In dieser Kategorie ist das Zusammenspiel zwischen Text und Illustration besonders wichtig.
  • Außerdem sollen Bücher gekürt werden, die Selbstlesen und Vorlesen kombinieren und daher genau die Nahtstelle kurz vor und kurz nach dem Eintritt in die Schule ausfüllen.

Der Deutsche Kinderbuchpreis ist mit einem Preisgeld von jährlich 100.000 Euro dotiert, das als Gesamtsumme an eine Autorin oder einen Autor verliehen wird. Der Preis ist verlagsunabhängig.

Der Deutsche Kinderbuchpreis soll in erster Linie kreative neue Kinderbücher würdigen und zeichnet Bücher mit einem hohen charakterbildenden Anspruch aus: Indem sich die Geschichten mit der Gefühlswelt der Kinder auseinandersetzen, vermitteln sie Grundlagen für Wissen und Weltbild und regen die Phantasie der Kinder an. Zudem sollen Kinder an Bücher herangeführt werden.

Der Deutsche Kinderbuchpreis wird gestiftet von Jasmin Schröter und Wolfram Simon-Schröter. Er ist dotiert mit jährlich 100.000 Euro. Eine Erwachsenenjury erstellt eine Shortlist von maximal zehn Titeln, eine Kinderjury wählt den Gewinner aus. Eingereicht werden können Kinderbücher in deutscher Sprache, die zwischen dem 1. Juni 2020 und dem 31. Mai 2021 erschienen sind. Der Preis wird am 2. Oktober 2021 verliehen.

Weitere Informationen: www.deutscher-kinderbuchpreis.com (Die Seite geht am 30. April online.)

 

Pressemitteilung Zeitfracht