Die Galanacht der MANZ-Autor:innen 2022: Ehre, wem Ehre gebührt

Am 13.9.2022 lud MANZ zur Galanacht in die Wiener Hofburg. Neben einem festlichen Dinner sowie Zeit und Raum für Austausch und Networking wurden auch wieder MANZ Awards vergeben.
Der alljährlicher Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Rechtsbranche und für den MANZ Verlag ist die Galanacht der MANZ-Autor:innen. Nur im Coronajahr 2020 musste der Event leider entfallen, die Autor:innen-Awards wurden dennoch vergeben – in den Räumlichkeiten des MANZ Verlags in der Johannesgasse im 1. Wiener Gemeindebezirk. Umso größer war die Freude im Jahr darauf, als man wieder zur Galanacht ins Wiener Konzerthaus laden durfte.

Heuer fanden sich über 200 Gäste in der Wiener Hofburg ein, um die preisgekrönten MANZ-Autor:innen hochleben zu lassen.

„Der Abend ist Ausdruck der engen Verbundenheit zwischen dem Verlag und seinen Autorinnen und Autoren“, hält Susanne Stein-Pressl, geschäftsführende Gesellschafterin des MANZ Verlags, fest.

„Mit der Ehrung, verbunden mit einer kleinen Aufmerksamkeit, möchten wir uns bei unseren Partnerinnen und Partnern für die tolle Zusammenarbeit sowie für die einzigartigen Leistungen und Produkte, die daraus entstanden sind, bedanken“, so Verlagsleiter Heinz Korntner.

Der Preis in der Kategorie „MANZ Print & online“ ging an Michael und Markus Umfahrer für ihre Publikation „GmbH -? Handbuch für die Praxis“. Die Kategorie „MANZ online“ gewannen die Herausgeber Thomas Ratka und Roman Rauter für ihre Leistungen für die „RDB Keywords“. Ein weiterer Preisträger ist Gerald Trieb – er wurde für die „Jahrestagungen Datenschutzrecht“ mit dem Preis der „MANZ Rechtsakademie“ ausgezeichnet. Der spannende „Lehrgang Whistleblowing Officer“, den Patrick Göschl leitete, brachte letzterem den Preis in der Kategorie „MANZ Premiere“. Eine besondere Ehrung erfuhr Daphne-Ariane Simotta: Ihr wurde der Preis in der Kategorie „MANZ Lebenswerk“ überreicht.

Alle Kategorien & Preisträger:innen:

  • MANZ Print & online: GmbH – Handbuch für die Praxis (Michael und Markus Umfahrer)
  • MANZ online: RDB Keywords (Roman Rauter und Thomas Ratka)
  • MANZ Rechtsakademie: Jahrestagungen Datenschutzrecht (Gerald Trieb)
  • MANZ Premiere: Lehrgang Whistleblowing Officer (Patrick Göschl)
  • MANZ Lebenswerk (Daphne-Ariane Simotta)

 

Presseaussendung Manz Verlag

Alois Hotschnig erhält Christine Lavant Preis 2022

Verleihung in der Matinee am 2. Oktober im RadioKulturhaus mit Schauspieler Florian Teichtmeister und dem Duo Sonoma.

Christine Lavant Preis

Der Christine Lavant Preis wurde von der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft 2016 ins Leben gerufen, um an die Dichterin und ihr großartiges Werk zu erinnern. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis für Lyrik und Prosa würdigt Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die in ihrem literarischen Schaffen – so wie auch Christine Lavant – einen hohen ästhetischen Anspruch mit humaner Haltung und gesellschaftskritischem Blick vereinen. Der Preis wird auf Vorschlag des international besetzten Literarischen Beirats an Personen vergeben, die in deutscher Sprache schreiben und die von der Öffentlichkeit bereits als wichtige literarische Stimmen wahrgenommen wurden. Kathrin Schmidt, Bodo Hell, Klaus Merz, Angela Krauß, Judith Schalansky und Maja Haderlap sind die bisherigen sechs Preisträger.

Dem Beirat gehören an: Martin Kušej, Regisseur und Direktor des Burgtheaters Wien, Dr. Katja Gasser, Leiterin des Literaturressorts des ORF, Mag. Robert Huez, Direktor des Literaturhauses Wien, Dr. Ferruccio Delle Cave, freier Publizist und Kurator in Südtirol, Univ-Prof. Mag. Monika Rinck, Schriftstellerin, Übersetzerin und Lehrende am Institut für Sprachkunst. Vorsitzender des literarischen Beirats ist seit Mai 2021 Professor Dr. Klemens Renoldner, Dramaturg, Literaturwissenschaftler und Schriftsteller.

Die Begründung der Jury

Katja Gasser, die die Laudatio auf Alois Hotschnig halten wird, zur Begründung der Jury:
„Alois Hotschnigs Prosa ist Wort für Wort gebaut. Seine Texte bestehen aus Sätzen, die mehrfach durch die Gegenwart und Vergangenheit, das Leben und die Literatur gedeckt sind, um letztlich ein Haus zu ergeben, in das es hineinregnet und das zugleich Schutz bietet – Alois Hotschnigs Werk nimmt sich des Menschen ungeschützt und zärtlich an. Seine Texte sind Gewissensprüfungen, sind Prüfungen von Gewissheiten. Sie zeigen nicht zuletzt, dass jedes Ende auch „Der Anfang von etwas ist“ – so der Titel einer seiner Erzählungen. Nie greift sein Werk in etwas ein, nie geht es darin handfest zu, vielmehr ist es ein intensives sprachliches Umkreisen, das es kennzeichnet. Zugleich sind diese Texte von einer Entschiedenheit, die nur einer haben kann, der mit beiden Füßen fest im Leben steht – und dieses Leben: es ist ohne den Schrecken nicht zu haben und ohne die Schönheit nicht zu ertragen – beides, Schönheit wie Schrecken, pulsieren in den Tiefenschichten dieser dem Schweigen und dem Verschweigen abgerungenen Literatur.“

Zu Alois Hotschnig

Alois Hotschnig, 1959 in Kärnten geboren, lebt als freier Autor in Innsbruck. Er ist Verfasser von erzählender Prosa, Gedichten, Theaterstücken und Hörspielen.
1992 erschien sein Roman Leonardos Hände, 2000 folgte Ludwigs Zimmer. Zuletzt legte er 2021 den Roman Der Silberfuchs meiner Mutter vor. Zudem verfasste er mehrere Erzählbände, u.a. Eine Art Glück und Im Sitzen läuft es sich besser davon.

Für Die Kinder beruhigte das nicht erhielt er den Erich-Fried-Preis, für sein erzählerisches Werk den Gert-Jonke-Preis.
Er wurde aber auch mit einigen anderen, renommierten Preisen ausgezeichnet, wie etwa 2007 mit dem Tiroler Landespreis für Kunst oder 2009 dem Anton-Wildgans-Preis der Österreichischen Industrie.

Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Die Texte von Alois Hotschnig wurden aber auch vielfach zur Grundlage wissenschaftlicher Studien und Diplomarbeiten, wie jener der Tiroler Autorin Friederike Gösweiner.

Matinee und Preisverleihung

Der Christine Lavant Preis wird auch dieses Jahr wieder im Rahmen einer festlichen Matinee am Sonntag, 2. Oktober um 11 Uhr verliehen.
Im Radiokulturhaus wird der österreichische Schauspieler Florian Teichtmeister zum ersten Mal in den Kosmos Christine Lavants eintauchen und aus ihren Werken lesen, musikalisch umrahmt vom jungen, aufstrebenden Duo Sonoma aus Kärnten.
Florian Teichtmeister zählt zu den prominentesten und markantesten Gestalten des deutschsprachigen Films und Fernsehens und wurde vielfach für seine Rollengestaltungen ausgezeichnet. Seit seinen frühen Zwanzigern ist er auf vielen großen Bühnen zu Hause. Ab 2005 war er Ensemblemitglied im Theater in der Josefstadt, 2019 wechselte er ans Burgtheater.
Das Duo Sonoma – Mira und Sara Gregori? – verbindet seit frühester Jugend die Freude am gemeinsamen Musizieren. Das Musikstudium führte die Schwestern nach Wien und nach Linz, wo sie sich weiter qualifizieren konnten und zu eigenen Kompositionen und Stil fanden. 2021 veröffentlichten sie die erste CD mit dem Titel „DUO SONOMA – 1“.

ORF Kulturchef Martin Traxl moderiert, Julian Pölsler führt Regie.

Das RadioKulturhaus bietet ein Live-Streaming, ORFIII sendet die 90-minütige Aufzeichnung am Sonntag, 9. Oktober um 11 Uhr

Sponsoren, Förderer, Mitglieder

Die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft, im Besonderen die Dotierung des Christine Lavant Preises mit Matinee und Preisverleihung, werden von der KELAG, der Berndorf AG/Redler Vermögensverwaltung, dem Land Kärnten, der Hans Schmid Privatstiftung und durch Beiträge der fördernden und ordentlichen Mitglieder der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finanziell unterstützt.

Medienpartner

Das ORF RadioKulturhaus, die Wochenzeitung DIE FURCHE, die ORF TVthek, das Klassik-Portal fidelio, die Buch Wien, der Kultursender Ö1 und ORFIII begleiten die Aktivitäten der Internationalen Christine Lavant Gesellschaft als Partner.

Weitere Informationen zur Internationalen Christine Lavant Gesellschaft finden Sie auf der Website www.christine-lavant.com

Presseaussendung Christine Lavant Gesellschaft

Deutscher Buchpreis 2022: Sechs Romane im Finale

Die Jury hat diese sechs Romane für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2022 ausgewählt:

  • Fatma Aydemir: Dschinns (Carl Hanser, Februar 2022)
  • Kristine Bilkau: Nebenan (Luchterhand, März 2022)
  • Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter (Kiepenheuer & Witsch, August 2022)
  • Jan Faktor: Trottel (Kiepenheuer & Witsch, September 2022)
  • Kim de l’Horizon: Blutbuch (DuMont, Juli 2022)
  • Eckhart Nickel: Spitzweg (Piper, April 2022)

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur: „Ein Roman gibt sich eigene Gesetze und steht doch unweigerlich in Kontakt zur Gegenwart, in der er geschrieben und gelesen wird. Alle sechs Titel der Shortlist 2022 konnten uns in ihrer ästhetischen Eigenheit überzeugen. Mit sprachlicher Brillanz und formaler Innovationskraft beschreiben sie soziale Realitäten und Phantasmen, vermessen Mitte und Ränder, umkreisen Trauer und Komik. Damit bilden die nominierten Autor*innen die thematische wie stilistische Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur ab. Gemeinsam ist ihnen: eine künstlerische Unbedingtheit. Mit ihren Büchern beziehen sie Position, zeigen sich streitbar und zugleich offen für den Dialog. So laden wir mit der Lektüre dieser Shortlist auch ein, in einen Austausch zu treten und den eigenen Blick auf die Welt neu zu justieren.“

Jury 2022

Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 233 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 erschienen sind. Der Jury gehören neben Miriam Zeh an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Deutscher Buchpreis

Mit dem Deutschen Buchpreis 2022 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2022 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen. Interessierte können die Preisverleihung unter www.deutscher-buchpreis.de verfolgen.
Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur übertragen die Veranstaltung live über den Sonderkanal „Dokumente und Debatten“ im Digitalradio und als Livestream auf Dokumente und Debatten | deutschlandradio.de.
Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Ab 4. Oktober 2022 werden Auszüge aus den Shortlist-Titeln in englischer Übersetzung und ein englischsprachiges Dossier zur Shortlist auf dem Internetportal www.new-books-in-german.com präsentiert.
Auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Deutschen Buchpreises vermitteln Videoporträts einen Eindruck von den nominierten Werken und ihren Autor*innen.
Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis lautet: #dbp22

 

Presseinformation Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

Marlen Pelny ist Klopstock-Förderpreisträgerin 2022

Gestern wurde im feierlichen Rahmen in der Stadt Quedlinburg der Klopstockpreis verliehen. Der Hauptpreis ging dieses Jahr an Matthias Jügler für sein literarisches Gesamtwerk. Der Förderpreis wurde Haymon-Autorin Marlen Pelny für ihren Debütroman „Liebe / Liebe“ (2021) überreicht.

„Dass Marlen Pelny von diesem Weg erzählt, und auf welche Art und Weise sie es tut, hat uns heute hier zusammengebracht. Das Gefühl, mit dem der Roman nach dem Lesen entlässt, ist eines der Verwunderung: Wie konnte die Autorin es schaffen, diese Geschichte, diese Wucht, diese Fülle, diese Gewalt, diese Verletzlichkeit und diese Verletzungen mit so viel Hoffnung, Stärke, Kraft, Zuversicht zu verbinden? Ohne dass der jeweilige Pol den anderen aufhebt, sondern im Gegenteil: so, dass sich diese Gegensätze gegenseitig verstärken. Und so, dass trotz allem ein tröstliches Gefühl zurückbleibt? – Dieser Roman führt zuerst dorthin, wo man nicht sein willst. Dann überwältigt er mit seinem Vertrauen darauf, dass Empathie und Liebe tatsächlich möglich sind. Sascha ist eine wahre Heldin, die nicht aufhört zu glauben: an das Heilen von Wunden, an das Leben und an all die innigen Beziehungen, die es für sie bereithält.“ – Auszug aus der Laudatio von Nina Gruber (Lektorin)

Marlen Pelny plakatierte deutsche Städte mit Lyrik und veröffentlichte die Gedichtbände „Auftakt“ (2007) und „Wir müssen nur noch die Tiere erschlagen“ (2013). Ihre Worte bringt sie nicht nur auf Wände und Papier, sondern mit ihrer Band Zuckerklub auch zum Klingen. Ihre klare Poesie durchströmt auch ihr Romandebüt „Liebe / Liebe“ (2021): Für jede Phase, jedes Gefühl Saschas findet sie den eigenen, eindringlichen Ton.

Marlen Pelny erhielt bereits einige Arbeits- und Aufenthaltsstipendien. Für die Arbeit an dem Roman-Manuskript wurde von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ein Arbeitsstipendium an sie vergeben

Aus der Jurybegründung: „Sowohl für das Schreckliche als auch für das Zärtliche und Schöne findet Pelny die jeweils angemessene, die richtige Sprache.“

Weitere Infos zum Preis gibt es hier.

 

Aussendung Haymon Verlag

Miljenko Jergovic erhält den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln

Der in Zagreb lebende Schriftsteller Miljenko Jergovic ist diesjähriger Preisträger des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln, wie von Benedikt Föger, dem Präsidenten des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, verkündet wurde.

HVB-Präsident Benedikt Föger gab bei einem Mediengespräch am Abend des 6. September den diesjährigen Preisträger des Ehrenpreises des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln bekannt: Miljenko Jergovic.

Der Ehrenpreis ist die höchste Auszeichnung, die der österreichische Buchhandel zu vergeben hat. Er wird seit 1990 an Personen vergeben, die sich in ihrem Werk und durch ihr Engagement für Toleranz gegenüber den anderssprachigen und kulturell anders geprägten Nachbarn in herausragender Art und Weise eingesetzt haben und somit einen Beitrag zu einem friedlichen Miteinander in Europa geleistet haben. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels (HVB) ausgerichtet. HVB-Präsident Benedikt Föger und Walter Grond, künstlerischer Leiter der Europäischen Literaturtage, gratulieren dem Autor Miljenko Jergovic zu dieser Auszeichnung.

„Der Hauptverband des Österreichischen Buchhandels verleiht Miljenko Jergovic den Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln 2022. Miljenko Jergovic scheut sich in seinen preisgekrönten Reportagen und Essays nicht, den Finger in die Wunden der europäischen Gesellschaft und Geschichte zu legen. In seiner Prosa widersetzt er sich bewusst allen politischen Einflüssen und lässt sich durch keine Form des Nationalismus vereinnahmen. Er widersteht damit auch allen Versuchen, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Miljenko Jergovic ist ein streitbarer Humanist und ein präziser Chronist gesellschaftlicher Konfliktlinien. Er ist ein im besten Sinne europäischer Erzähler, der nicht müde wird, sich – ganz im Sinne dieses Preises – für Toleranz, Offenheit und Frieden einzusetzen“, begründet Benedikt Föger den Entscheid der Jury.

Über Miljenko Jergovic

Miljenko Jergovic, geboren 1966 in Sarajevo, lebt seit 1993 in Zagreb. Er arbeitet als Schriftsteller und politischer Kolumnist und ist einer der großen europäischen Gegenwartsautoren. Studium der Philosophie und Soziologie, Mitbegründer der ›Group 99‹. Er arbeitet für die Wochenzeitung »Nedeljna Dalmacija«, für die er auch aus dem belagerten Sarajevo berichtete. 1990 erhielt er den Veselko-Tenzera-Preis als bester politischer Kolumnist auf dem Gebiet Ex-Jugoslawiens, 1995 wurde er mit dem Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis – Sonderpreis (Osnabrück) ausgezeichnet. Seine Bücher sind in zahlreiche Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet worden, zuletzt (gemeinsam mit seiner deutschen Übersetzerin Brigitte Döbert) mit dem Georg-Dehio-Buchpreis 2018. Zuletzt auf Deutsch erschienen: Der rote Jaguar (Schöffling).

Bisherige Preisträger:innen

Der Preis wurde erstmals 1990 an Milo Dor vergeben, weitere Preisträger:innen waren Viktor Frankl, Inge Merkel, Kardinal Franz König, Gerhard Roth, Simon Wiesenthal, Hugo Portisch, H. C. Artmann, Christine Nöstlinger, Sir Peter Ustinov, Josef Haslinger, Karl-Markus Gauß, Ilse Aichinger, Konrad Paul Liessmann, Erich Hackl, Barbara Frischmuth, Klaus Wagenbach, Martin Pollack, Paul Lendvai, Erika Pluhar, Armin Thurnher, Alfred Komarek, Brigitte Hammann, Barbara Coudenhove-Kalergi, Bischof Erwin Kräutler, Doron Rabinovici, Elif Shafak, Ilija Trojanow, Francesca Melandri, A.L. Kennedy und Navid Kermani.

 

Pressemiteilung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Österreichischer Buchpreis 2022: 13 Titel nominiert

Die nominierten Titel für den Österreichischen Buchpreis stehen fest: Zehn Bücher wurden für die Longlist sowie drei Romane für die Shortlist des Debütpreises ausgewählt. Seit Ausschreibungsbeginn haben die fünf Jurymitglieder insgesamt 133 belletristische, essayistische, lyrische und dramatische Werke gesichtet, die zwischen dem 8. Oktober 2021 und dem 11. Oktober 2022 erschienen sind bzw. noch erscheinen werden.

Die für den Österreichischen Buchpreis nominierten Titel (in alphabetischer Reihenfolge):

Longlist Buchpreis:

  • Helena Adler – Fretten (Jung und Jung Verlag)
  • Iris Blauensteiner – Atemhaut (Verlag Kremayr & Scheriau)
  • Markus Grundtner – Die Dringlichkeit der Dinge (Edition Keiper)
  • Monika Helfer – Bettgeschichten und andere (bahoe books)
  • Reinhard Kaiser-Mühlecker – Wilderer (S. Fischer Verlag)
  • Anna Kim – Geschichte eines Kindes (Suhrkamp Verlag)
  • Robert Menasse – Die Erweiterung (Suhrkamp Verlag)
  • Teresa Präauer – Mädchen (Wallstein Verlag)
  • Verena Roßbacher – Mon Chéri und unsere demolierten Seelen (Verlag Kiepenheuer & Witsch)
  • Thomas Stangl – Quecksilberlicht (Verlag Matthes und Seitz Berlin)

Shortlist Debüt:

  • Lena-Marie Biertimpel – Luftpolster (Leykam Verlag)
  • Sirka Elspaß – ich föhne mir meine wimpern (Suhrkamp Verlag)
  • Anna Maria Stadler – Maremma (Jung und Jung Verlag)

Jury

Die Jury für den Österreichischen Buchpreis setzt sich 2022 aus Bernhard Bastien (Buchhändler, Buchhandlung Lerchenfeld), Edith-Ulla Gasser (Redakteurin, Ö1), Stefan Gmünder (Literaturkritiker, Der Standard und Volltext), Katharina Teutsch (Literaturkritikerin, FAZ) und Günther Stocker (Literaturwissenschaftler, Universität Wien) zusammen.

Bekanntgabe der Buchpreis-Shortlist am 11. Oktober
In einem weiteren Schritt wählt die Jury aus den Titeln der Longlist fünf Titel für die Shortlist des Österreichischen Buchpreises aus, die am 11. Oktober 2022 veröffentlicht wird.

Preisverleihung im Rahmen der Buch Wien 22 am 21. November
Erst am Abend der Preisverleihung am 21. November 2022 erfahren die fünf Autor:innen der Shortlist sowie die drei Autor:innen der Debütpreis-Shortlist, wem der Österreichische Buchpreis und der Debütpreis zuerkannt werden. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger erhält 20.000 Euro; die vier anderen Finalist:innen jeweils 2.500 Euro. Der Debütpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, die beiden weiteren Debütpreis-Finalist:innen bekommen ebenfalls 2.500 Euro.

Der Österreichische Buchpreis wird vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS), dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels und der Arbeiterkammer Wien ausgerichtet.

Jetzt im Handel: Leseproben!
Anlässlich der Bekanntgabe der Longlist sowie der Debütpreis-Shortlist erscheint eine Broschüre, die in österreichischen Buchhandlungen ab dem 6. September aufliegt und in der die nominierten Titel mit ausführlichen Leseproben präsentiert werden.

Lesung: Shortlist Debüt
Am Donnerstag, den 3. November, um 19 Uhr lesen die drei Autor:innen der Shortlist Debüt in der Bibliothek der AK Wien, Anmeldungen bitte unter bibliothek@akwien.at. Die Lesung wird außerdem im Live-Stream übertragen.

 

Presseinformation Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

Der Österreichische Krimipreis 2022 geht an Herbert Dutzler

Die Reise begann 2008, als meine erste Kurzgeschichte in einer Krimi-Anthologie eines Kleinverlages erschien. Sie nahm Fahrt auf, als mein erster Krimi 2010 vom Haymon-Verlag ins Programm genommen wurde. Und heute, zwölf Jahre danach, bin ich beim österreichischen Krimipreis angekommen, ein Ziel, das mir bisher so utopisch erschien wie einem Gelegenheitsradler die Fahrt auf den Großglockner. Ich hätte nie gedacht, dass meine Romane einmal preiswürdig werden würden und bin entsprechend gerührt. Mir fehlen sozusagen die Worte. Vor allem in Anbetracht der Leistungen der Kolleginnen und Kollegen, die diesen Preis bisher erhalten haben: Thomas Raab, Ursula Poznanski, Alex Beer und Andreas Gruber, die ich alle ungemein schätze. Ich hoffe allerdings – trotz der mir zuteil gewordenen Ehre – sehr, das Ziel der zuvor erwähnten Reise noch nicht erreicht zu haben! – Statement des diesjährigen Preisträgers Herbert Dutzler

Herbert Dutzler

Herbert Dutzler, geboren 1958, ist einer der erfolgreichsten österreichischen Krimiautor*innen.
Durch die Brille seines Ausseer Ermittlers Franz Gasperlmaier zu schauen, bedeutet: die Welt wahrnehmen durch die Augen eines Mannes, den die Welt und ihre Schnelllebigkeit oft verunsichern, der sich selbst, die Menschen um ihn herum oft hinterfragen muss (und das auch tut), der trotz seiner Gemütlichkeit immer wieder bereit ist, über den eigenen Tellerrand zu blicken (was für eine Köstlichkeit auch immer gerade darauf liegen mag). Der dankbar ist dafür, dass ihm die Menschen (ja, vor allem die Frauen) in seinem Umfeld immer wieder neue Denkweisen aufzeigen, ganz egal, was die Dorfgemeinschaft dazu sagt. Und der seine Heimat und deren Bewohner*innen liebt mit all ihren Schrulligkeiten, sie aber durchaus auch kritisch sehen kann.

In Dutzlers Werken geht es allerdings nicht nur beschaulich zu: Seine Standalones zeigen psychologischen Tiefgang, beschäftigen sich mit der Frage, warum Menschen Verbrecher*innen werden. In seinem neuesten Roman „In der Schlinge des Hasses“ geht Dutzler so nahe an den Täter, dass es wehtut: Er nimmt die Leser*innen mit in den Kopf eines rechtsradikalen Mörders.

Österreichischer Krimipreis

Der Österreichische Krimipreis steht für die besondere Würdigung der Kriminalliteratur und wird nun bereits zum fünften Mal verliehen, dieses Jahr durch das Krimifest am Wörthersee und in Villach. Über 100 Krimispezialist*innen – Buchhändler*innen, Blogger*innen und Journalist*innen haben abgestimmt. Der Preis wird an Autor*innen verliehen, deren Kriminalromane inhaltlich und literarisch besonders überzeugen und die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz des Genres unterstreichen sowie richtungsweisende neue Entwicklungen innerhalb des Genres anstoßen.

Der Gewinner von 2021, Andreas Gruber, wird im Rahmen der Veranstaltung im Casineum am See am 31. Oktober die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger, Herbert Dutzler, halten.

Verleihung

Montag, 31. Oktober 2022, 19:00
Verleihung des Österreichischen Krimipreises 2022 an Hebert Dutzler und Laudatio (Andreas Gruber), anschließend Lesung des Preisträgers und Gespräch.
ORT: Casineum am See, Am Corso 17, 9220 Velden am Wörthersee
ZEIT: 19:00 Uhr

 

Presseaussendung Haymon Verlag

Bayerischer Buchpreis 2022: Jury schickt sechs Titel ins Rennen

Sechs Bücher stehen im Rennen um den Bayerischen Buchpreises 2022 in den Kategorien Belletristik und Sachbuch. Folgende Titel hat die Jury nominiert:

Kategorie Belletristik

  • „Nordstadt“ von Annika Büsing (Steidl)
  • „Wilderer“ von Reinhard Kaiser-Mühlecker (S. Fischer)
  • „Ist hier das Jenseits, fragt Schwein“ von Noemi Somalvico (Voland & Quist)

Kategorie Sachbuch

  • „Wir gingen raus und spielten Fußball“ von Andreas Bernard (Klett-Cotta)
  • „Offene Wunden Osteuropas“ von Franziska Davies und Katja Makhotina (wbg)
  • „Meine Schwester“ von Bettina Flitner (Kiepenheuer & Witsch)

Über diese sechs ausgewählten Bücher diskutiert die Jury des Bayerischen Buchpreises am 10. November 2022 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz vor geladenem Publikum sowie in Anwesenheit der nominierten Autorinnen und Autoren. Die Jury, bestehend aus Rainer Moritz (Leiter des Literaturhauses Hamburg), Knut Cordsen (Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks) und Sonja Zekri (Redakteurin der Süddeutschen Zeitung), entscheidet anschließend live auf der Bühne, welcher Roman und welches Sachbuch als beste Bücher des Jahres mit dem Bayerischen Buchpreis 2022 ausgezeichnet werden.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan.

An dem Abend wird zudem der Historiker Christopher Clark mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Der Preis wird ihm von Ministerpräsident Dr. Markus Söder überreicht. Abgerundet wird die Veranstaltung durch die Verleihung des Bayern 2-Publikumspreises an eine Novität und Bestseller aus den vergangenen 12 Monaten.

Der Bayerische Buchpreis wird in diesem Jahr zum neunten Mal vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei veranstaltet.

Die Veranstaltung wird am 10. November 2022 ab 20.05 Uhr live im Radio auf Bayern 2 übertragen.

Veranstalter des Bayerischen Buchpreises ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern. Gefördert wird er von der Bayerischen Staatskanzlei und unterstützt von Bayern 2 als Medienpartner, von der ZEIT Verlagsgruppe, der Bayerischen Sparkassenstiftung sowie dem Verein zur Leseförderung.

Begründungen der Jury, weitere Informationen sowie Pressefotos und eine Pressemappe zu den diesjährigen nominierten Titeln zum Download finden Sie unter: www.bayerischer-buchpreis.de

 

Presseinformation Bayerischer Buchpreis

Kirsten Boie mit Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet

Kirsten Boie wurde gestern für ihr Jugendbuch „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ im Braunschweiger Altstadtrathaus mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ausgezeichnet.

In „Heul doch nicht, du lebst ja noch“ geht es um die drei Jugendlichen Jakob, Traute und Hermann, die im Juni 1945 im ausgebombten Hamburg leben. Kirsten Boie verknüpft mit ihren drei jugendlichen Hauptfiguren drei Schicksalsfäden, die durch die Schrecken der Naziherrschaft und des Krieges verbunden sind.

Aus der Jurybegründung: „Die von Empathie und Sensibilität getragene Beobachtungsgabe von Kirsten Boie, die sprachliche Qualität und die sensibel gestaltete Perspektive auf Hoffnung und Zukunft nach kriegsbedingter Zerstörung machen den Roman „“Heul doch nicht, du lebst ja noch“ zu einem wichtigen Beitrag zur aktuellen Jugendliteratur.“

Mehr zum Buch: www.oetinger.de/buch/heul-doch-nicht-du-lebst-ja-noch/9783751201636

Friedrich-Gerstäcker-Preis

Der Friedrich-Gerstäcker-Preis für Jugendliteratur ist der älteste Jugendbuchpreis der Bundesrepublik Deutschland. Er wurde zum Andenken an den Weltreisenden und Abenteuer-Romancier Friedrich Gerstäcker, der seine Jugend und seine letzten Lebensjahre in Braunschweig verbrachte, im Jahr 1947 von der Stadt Braunschweig gestiftet.

In zweijährigem Turnus wird ein Buch ausgezeichnet, dass Jugendlichen im Alter ab 12 Jahren das Abenteuer der Begegnung mit fremden Welten fantasievoll vor Augen führt und dabei die Gedanken der Toleranz und Weltoffenheit in der Auseinandersetzung mit anderen Traditionen, Religionen und Wertvorstellungen in sprachlich anspruchsvoller Form näherbringt.

Weitere Informationen zum Friedrich-Gerstäcker-Preis: www.braunschweig.de/friedrich-gerstaecker-preis/index.php

 

Pressemitteilung Verlagsgruppe Oetinger

Deutscher Buchpreis 2022: Die 20 nominierten Romane stehen fest

20 Romane hat die Jury für den Deutschen Buchpreis 2022 nominiert. Seit Ausschreibungsbeginn hat sie 233 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2021 und dem 20. September 2022 (Bekanntgabe der Shortlist) erschienen sind oder noch erscheinen.

Jurysprecherin Miriam Zeh, Deutschlandfunk Kultur: „In der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur rumoren die großen Fragen unserer Zeit: nach Herkunft und Identität, nach Formen und Zukunft unseres Zusammenlebens. Sie können sich in der deutschen oder österreichischen Provinz ebenso entfalten wie in Kabul oder Pjöngjang, in einer herannahenden Dystopie oder der real-historischen Ostberliner Vorwendezeit. Aus über 200 Titeln und so vielen Einreichungen wie noch nie haben wir epische Erzählungen ausgesucht, poetische Sprachschöpfungskaskaden sowie formale Experimente, die klassische und realistische Formen des Romans aufbrechen. Die Auswahl auf unserer Longlist folgt dabei verschiedenen Kriterien, so wie auch in der Jury Perspektiven aus Literaturvermittlung und -kritik zusammenfinden. Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2022 sind etablierte Autor*innen ebenso wie eine Vielzahl noch weniger bekannter und jüngerer Stimmen. Und wenn wir die so verschiedenen Romane damit einem neugierigen Lesepublikum näherbringen können, freuen wir uns umso mehr.“

Die nominierten Romane (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Fatma Aydemir: Dschinns (Carl Hanser, Februar 2022)
  • Kristine Bilkau: Nebenan (Luchterhand, März 2022)
  • Daniela Dröscher: Lügen über meine Mutter (Kiepenheuer & Witsch, August 2022)
  • Carl-Christian Elze: Freudenberg (edition AZUR, Februar 2022)
  • Theresia Enzensberger: Auf See (Carl Hanser, August 2022)
  • Jan Faktor: Trottel (Kiepenheuer & Witsch, September 2022)
  • Marie Gamillscheg: Aufruhr der Meerestiere (Luchterhand, März 2022)
  • Kim de l’Horizon: Blutbuch (DuMont, Juli 2022)
  • Yael Inokai: Ein simpler Eingriff (Hanser Berlin, Februar 2022)
  • Reinhard Kaiser-Mühlecker: Wilderer (S. Fischer, März 2022)
  • Anna Kim: Geschichte eines Kindes (Suhrkamp, August 2022)
  • Esther Kinsky: Rombo (Suhrkamp, Februar 2022)
  • Dagmar Leupold: Dagegen die Elefanten! (Jung und Jung, Februar 2022)
  • Eckhart Nickel: Spitzweg (Piper, April 2022)
  • Gabriele Riedle: In Dschungeln. In Wüsten. Im Krieg. (Die Andere Bibliothek, März 2022)
  • Slata Roschal: 153 Formen des Nichtseins (homunculus, Februar 2022)
  • Anna Yeliz Schentke: Kangal (S. Fischer, März 2022)
  • Jochen Schmidt: Phlox (C.H.Beck, September 2022)
  • Andreas Stichmann: Eine Liebe in Pjöngjang (Rowohlt, März 2022)
  • Heinz Strunk: Ein Sommer in Niendorf (Rowohlt, Juni 2022)

Der Jury gehören neben Miriam Zeh an: Erich Klein (freier Kritiker, Wien), Frank Menden (stories! Die Buchhandlung, Hamburg), Uli Ormanns (Agnes Buchhandlung, Köln), Isabelle Vonlanthen (Literaturhaus Zürich), Selma Wels (Kuratorin und Moderatorin, Frankfurt) und Jan Wiele (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Im nächsten Schritt wählen die Jurymitglieder aus den Titeln der Longlist sechs Romane für die Shortlist aus, die am 20. September 2022 veröffentlicht wird. Erst am Abend der Preisverleihung erfahren die sechs Autor*innen, an wen von ihnen der Deutsche Buchpreis geht. Der oder die Preisträger*in erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalist*innen erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2022 zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse im Kaisersaal des Frankfurter Römers statt und wird live übertragen.

Der Deutsche Buchpreis wird von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Hauptförderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weiterer Partner ist die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Die nominierten Romane kennenlernen: Leseproben, Hörproben, Videoclips, Blogger*innen-Rezensionen

Ab dieser Woche ist das Taschenbuch „Deutscher Buchpreis 2022: Die Nominierten“ deutschlandweit in vielen Buchhandlungen kostenlos erhältlich. Es enthält Leseproben aller Bücher und weiterführende Informationen, kuratiert vom Fachmagazin Börsenblatt des Technologie- und Informationsanbieters MVB, und lädt zum Entdecken der Geschichten und ihrer Autor*innen ein.

Das Podcast-Radio detektor.fm hat Hörproben der 20 nominierten Titel produziert. Die Podcast-Episoden sind abrufbar unter www.deutscher-buchpreis.de/longlist oder detektor.fm/deutscher-buchpreis und über die detektor.fm-App. Auf den Plattformen Amazon Music, Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify sind alle Audios als Podcast direkt zu hören. Als Kooperationspartner des Deutschen Buchpreises bespricht Papierstau Podcast ab dem 31. August alle nominierten Titel, die Shortlist und den Roman des Jahres. Der Podcast ist kostenlos auf allen gängigen Streaming-Plattformen sowie über die Website www.papierstaupodcast.de abrufbar.

Ab September stellen kurze Videoclips die nominierten Autor*innen und ihre Romane vor. Sie stehen dann auf der Website des Deutschen Buchpreises, auf YouTube und Instagram zur Verfügung.

Unter dem Hashtag #buchpreisbloggen stellen in den kommenden Wochen 20 Literaturblogger*innen je einen nominierten Titel vor. Die Rezensionen werden unter www.deutscher-buchpreis.de/news veröffentlicht und über die Social-Media-Kanäle des Deutschen Buchpreises geteilt.

Weitere Informationen zum Deutschen Buchpreis 2022: www.deutscher-buchpreis.de

Der Hashtag zum Deutschen Buchpreis 2022: #dbp22

 

Pressemitteilung Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Emine Sevgi Özdamar wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2022 ausgezeichnet

Emine Sevgi Özdamar wird mit dem Georg-Büchner-Preis 2022 der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ausgezeichnet.

In der Begründung der diesjährigen Jury heißt es:

»Mit Emine Sevgi Özdamar zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine herausragende Autorin aus, der die deutsche Sprache und Literatur neue Horizonte, Themen und einen hochpoetischen Sound verdankt. Einst aus der Türkei ins geteilte Berlin gekommen, bereichert Özdamar seit über drei Jahrzehnten die deutschsprachige Literaturszene mit ihren Romanen, Erzählungen und Theaterstücken, zuletzt mit dem Opus magnum Ein von Schatten begrenzter Raum. Ungewohnte literarische Stilmittel und aus dem Türkischen inspirierte Sprechweisen prägen ihre multiperspektivischen Texte, die neben intimen persönlichen Erfahrungen ein breites Panorama deutsch-türkischer Geschichte entfalten ? vom Ersten Weltkrieg über die Aufbruchstimmung der sechziger und siebziger Jahre bis in unsere Gegenwart. Emine Sevgi Özdamars Werk eröffnet einen zugleich intellektuellen wie poetischen Dialog zwischen verschiedenen Sprachen, Kulturen und Weltanschauungen, an dem wir lesend teilhaben dürfen.«

Georg-Büchner-Preis

Der Georg-Büchner-Preis wird seit 1951 an herausragende Schriftsteller:innen vergeben, »die in deutscher Sprache schreiben, durch ihre Arbeiten und Werke in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben«, so die Satzung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Der Büchner-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in Deutschland. Zu den bisherigen Preisträger:innen gehören unter anderem Max Frisch, Ingeborg Bachmann, Rainald Goetz, Friederike Mayröcker, Elke Erb sowie zuletzt Clemens J. Setz.

Der Georg-Büchner-Preis wird am 5. November 2022 in Darmstadt verliehen und ist mit 50.000 Euro dotiert. Finanziert wird die Auszeichnung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Darmstadt.

 

Surkamp Verlag

»Buntspecht«-Preisträgerinnen stehen fest

Im Rahmen der offiziellen Preisverleihung des Buntspecht-Nachwuchspreises für Bilderbuchillustration am vergangenen Donnerstag in den Räumen der Akademie für Illustration und Design (AID) in Berlin wurden drei Teilnehmerinnen zu Siegerinnen gekürt.

Der 1. Platz und damit das Preisgeld in Höhe von 2.000€ ging an Heike Scharrer für ihr ausdrucksstarkes Projekt »Schlangestehen«:

„Eine absolut stimmige Gesamtkomposition voll interessanter Blickwinkel, Kontraste und Emotion!“, so das begeisterte Fazit der prominent besetzen Jury, bestehend aus Bilderbuchkünstlerin Britta Teckentrup, Journalistin (BÜCHERmagazin) Jana Kühn, Maler Michael Sowa, Annette Betz-Programmleitung Christiane Lawall und Illustrator Michael Wrede von der AID Berlin.

Über den 2. Platz freute sich Anne-Christin Plate, ihr Projekt »Die Blumenfrau« überzeugte die Jury durch poetische Bildwelten. Platz 3 ging an Isabel Roos und »Das Maisfeld«, in dem Roos mit einer ausdrucksstarken Bildgestaltung im Zusammenspiel mit expressiver Farbgebung überzeugt.

Für weitere acht Bilderbuchprojekte wurde eine besondere Anerkennung der Jury ausgesprochen:

  • Salomé Erard | »Monsieur Krabb auf der Suche«
  • Zakwan Khello & Winnie Schmidt | »Das Eichhörnchen ist auf der Suche«
  • Enikö Gömöri | »Ich bin doch ein Löwe!«
  • Fulya Gezer Bachmann | »Ali und das perfekte A«
  • Kristine Ortmeier | »Zirkus Obstsalat«
  • Marika Haensch | »Abenteuer mit dem Gartenyeti«
  • Marit Keirat | »Dackel Blau«
  • Michaela Brunner | »Ellie«

Diese elf Teilnehmer*innen wurden in die offizielle Ausstellung aufgenommen, die am selben Abend eröffnet wurde und noch bis 16.09.2022 in der Akademie für Illustration und Design besichtigt werden kann.

Buntspecht-Nachwuchspreis

Der Buntspecht-Nachwuchspreis für Bilderbuchillustration ist durch eine Initiative der AID Berlin in Kooperation mit Annette Betz in der Ueberreuter Verlag GmbH entstanden und wurde in diesem Jahr zum 3. Mal verliehen. 2024 wird der Buntspecht erneut vergeben.
Mehr Informationen zum Wettbewerb erhalten Sie unter: www.buntspecht.berlin

 

Pressemeldung Ueberreuter Verlag GmbH

Staatssekretärin Mayer ehrt Ali Smith mit dem Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2021

Im Rahmen eines Festaktes im Mozarteum Salzburg überreichte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer am 27. Juli den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur 2022 an die schottische Schriftstellerin Ali Smith. Dieser wird jährlich vom Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport (BMKÖS) vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Preisverleihung fand im Beisein von zahlreichen Repräsentant:innen aus Politik, Kultur und Wissenschaft statt, darunter Bundeskanzlerin a.D. Brigitte Bierlein, Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf, Präsidentin der Salzburger Festspiele Dr. Kristina Hammer, Generaldirektorin der Nationalbibliothek Johanna Rachinger, Geschäftsführer der Bundestheater-Holding Christian Kircher und Rektorin der Universität Mozarteum Salzburg Elisabeth Gutjahr.

„Ali Smith Oeuvre zeigt, welche Problematik, welches Risiko, aber auch welche Verantwortung und einmalige Chance es bedeutet, Europäerin und Europäer zu sein. Plumpen Lügen, gefährlichen Ideologien und alternativen Fakten stellt Ali Smith die Kunst der Literatur entgegen. Ihre Werke reflektieren die Themen unserer Zeit, unsere Hoffnungen und Ängste, sie tragen in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten zur Erweiterung der literarischen, kollektiven und individuellen Weltwahrnehmung bei“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer. „Ich gratuliere Ali Smith herzlich zum diesjährigen Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.“

In seiner Laudatio verwies Literaturkritiker Dr. Anton Thuswaldner auf Ali Smiths Werke: „In jedem Menschen, tatsächlich in jedem, steckt ein Erzählkern, den es nur heraus zu präparieren gilt, und schon hat Ali Smith eine Geschichte, die es in sich hat. Laue Charaktere kennt sie nicht. Wer sich unauffällig verhält, den Mitmenschen nicht abgeht, wenn er aus deren Nähe verschwindet, wer sich klein macht, um sich der Aufdringlichkeit der Anderen zu entziehen, verfügt doch über ein Innenleben, in dem es tobt und rast. Es bleibt nur unter Verschluss, deshalb bedarf es der Mittel der Literatur, um sich im Gefühls- und Gedankenhaushalt bisweilen recht durchschnittlicher Leute zurechtzufinden. Ali Smith jedenfalls ist im Besitz des Kompasses, der sie im Leben verschwiegener und verschriener Persönlichkeiten zurechtfinden lässt.“

Die fünfköpfige Jury für den Preis 2022 bestand aus Mag Robert Huez, Mag.a Anne-Catherine Simon, Dr. Anton Thuswaldner, Anna Weidenholzer und Univ. Prof. Mag. Dr. Norbert Christian Wolf.

Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass „Ali Smith in ihren Romanen und Erzählungen nah an unserer Gegenwart bleibt. Und weil Gegenwart ohne Vergangenheit nicht zu haben ist, stattet sie Figuren mit Biografien aus, in denen sich das 20. Jahrhundert spiegelt. Als Menschenkennerin weiß Smith, dass es, um Personen nahe zu kommen, nicht ausreicht, sie auf äußere Lebensstationen festzulegen. Sie stattet sie mit Träumen und Erinnerungen, Fantasien und Gedankenspielen aus. Dazu bedarf es eines gewieften ästhetischen Programms, das der Fülle der inneren Zustände gerecht wird. Ali Smith verfügt über die literarischen Mittel, um empathisch, wütend, ironisch, nüchtern, bisweilen in kühne Fantasien ausgreifend, bisweilen dem realistischen Schreiben verpflichtet, die Vielfalt der Gesellschaft wie die Vielfalt des Einzelnen ins Bild zu rücken.“

Ali Smith

Die 1962 in Inverness in Schottland geborene Autorin lebt und arbeitet in Cambridge. Sie hat mehrere Romane und Erzählbände veröffentlicht und zahlreiche Preise erhalten. Sie ist Mitglied der Royal Society of Literature und wurde 2015 zum Commander of the Order of the British Empire ernannt.

Für „Die Zufällige“ wurde sie mit dem Whitbread Award für den besten Roman des Jahres ausgezeichnet. Ihr Roman „Beides sein“ wurde 2014 ausgezeichnet mit dem Costa Novel Award, dem Saltire Society Literary Book of the Year Award, dem Goldsmiths Prize und 2015 mit dem Baileys Women’s Prize for Fiction. Mit „Herbst“ kam die Autorin 2017 zum vierten Mal auf die Shortlist des Man Booker Prize. Ihre Bücher erscheinen in der deutschen Übersetzung von Silvia Morawetz im Luchterhand Verlag. Im April erscheint als Follow-up zum Jahreszeitenzyklus ihr neues Buch mit dem Titel „Companion piece“.

Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur

Der Österreichische Staatspreis für Europäische Literatur wird seit 1965 jährlich für ein literarisches Gesamtwerk vergeben und ist mit 25.000 Euro dotiert. Zuletzt ging der Preis an Karl Ove Knausgård (2017), Zadie Smith (2018), Michel Houellebecq (2019), Drago Jan?ar (2020) und László Krasznahorkai (2021).

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Bayerischer Buchpreis 2022: Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten geht an Christopher Clark

Mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten wird in diesem Jahr der Historiker Christopher Clark ausgezeichnet. Der Preis wird ihm im Rahmen der Veranstaltung zum Bayerischen Buchpreis am 10. November 2022 in der Allerheiligen-Hofkirche der Münchner Residenz von Ministerpräsident Dr. Markus Söder überreicht.

„Sir Christopher Clark schreibt als exzellenter Historiker brillant und äußerst fundiert, insbesondere auch über die deutsche Geschichte. Es gelingt ihm in bemerkenswerter Weise, zahlreiche historische Details in Beziehung zu den großen Linien unserer Zeit zu setzen, so etwa in seinem jüngsten Werk ‚Gefangene der Zeit: Geschichte und Zeitlichkeit von Nebukadnezar bis Donald Trump‘. Sir Christopher Clark erzählt Geschichte höchst anschaulich und lebhaft, als Leser klebt man geradezu an seinen Büchern. Darüber hinaus bringt er einem breiten TV-Publikum die Bedeutung geschichtlicher Ereignisse mit Bezug auf unsere Gegenwart auf äußerst unterhaltsame Weise näher“, so Ministerpräsident Dr. Markus Söder.

Christopher Clark, geboren 1960, lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine’s College in Cambridge. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte Preußens und der Erste Weltkrieg, für seine historische Forschung wurde er vielfach ausgezeichnet.

Zuletzt wurde der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten an Frank Schätzing, Harald Lesch und Joachim Meyerhoff verliehen.

Der Bayerische Buchpreis wird in diesem Jahr zum neunten Mal vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern mit Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei veranstaltet. Neben dem Ehrenpreis wird am 10. November der Bayerische Buchpreis für das beste Sachbuch und den besten Roman des Jahres sowie der Bayern 2-Publikumspreis verliehen. Die Jury-Mitglieder Knut Cordsen, Kulturredakteur des Bayerischen Rundfunks, Rainer Moritz, Leiter des Literaturhauses Hamburg, und Sonja Zekri, Redakteurin der Süddeutschen Zeitung diskutieren live und vor geladenem Publikum über sechs ausgewählte Bücher und küren die beiden Siegertitel.

Die Preisträger*innen erhalten jeweils 10.000 Euro sowie eine Preisfigur aus Nymphenburger Porzellan.

Die Veranstaltung wird am 10. November 2022 ab 20.05 Uhr live im Radio auf Bayern 2 übertragen.

Veranstalter des Bayerischen Buchpreises ist der Börsenverein des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern. Gefördert wird er von der Bayerischen Staatskanzlei und unterstützt von Bayern 2 als Medienpartner, von der ZEIT Verlagsgruppe, der Bayerischen Sparkassenstiftung sowie dem Verein zur Leseförderung.

 

Presseaussendung Bayerischer Buchpreis

Autorin Lisa Spalt erhält Veza-Canetti-Preis für Lebenswerk

Die österreichische Autorin Lisa Spalt wird mit dem jährlich verliehenen Veza-Canetti-Preis der Stadt Wien geehrt. Die Preisverleihung findet am 1. Dezember im Wiener Rathaus statt.

Eine fünfköpfige unabhängige Jury, der u.a. die Schriftstellerin und erste Preisträgerin Olga Flor angehört, nominierte Lisa Spalt für die Auszeichnung. Durch die Zuerkennung des Preises soll die kontinuierliche Arbeit an Lisa Spalts singulärem literarischen Gesamtwerk als auch dessen Rezeption weiter gefördert werden.

„Lisa Spalt schreibt originelle, ebenso surreal anmutende wie welthaltige Texte. Was auf den ersten Blick als Resultat sprühender Einfälle, als schroffe Erfindung oder als reine Sprachgeburt erscheinen mag, erweist sich bei näherer Betrachtung als hochgradig durchsetzt von heutiger gesellschaftlicher und politischer Wirklichkeit. Lisa Spalt vermehrt den thematischen Reichtum heutiger Sprach- und Fabulierkunst vor dem Hintergrund akribischer Recherchen durch mannigfache kulturelle, historische und politische Diskurse. Ihre Empathie für landläufig Übersehenes, Marginalisiertes und ihre entschiedene Kritik am falschen Bestehenden finden Ausdruck in einem dichterischen Werk, das auf exzeptionelle Weise Elemente von gewitzter Unterhaltung, Sprachartistik und formaler Avanciertheit vereint“, heißt es in der Begründung der Jury.

„Zu hinterfragen, wie wir die Feststellungen erzeugen auf deren Basis wir handeln, ist ein Grundinteresse von Lisa Spalt. Hinter die Dinge, auch hinter die Strukturen von Sprache zu blicken, ist ihr ein Anliegen. Und so dringt sie zu dem vor, wie wir die Welt mithilfe von Sprache konstruieren“, so Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. „Die Auszeichnung Lisa Spalts mit dem Veza-Canetti-Preis ist auch eine Würdigung dieses genauen, feinen Blicks in seiner gesellschaftspolitischen Relevanz, und daher freue ich mich, Lisa Spalt diesen Preis überreichen zu dürfen.“

Zur Autorin

Lisa Spalt wurde 1970 in Hohenems/Vorarlberg geboren. Als feste Mitarbeiterin des Instituts für poetische Alltagsverbesserung (IPA) veröffentlicht sie vielseitige Arbeiten zum Handeln in Sprache, Bildern und Objekten. Zuletzt erschien im Czernin Verlag der Roman Das Institut (2019), in dem metaphorisch von einer Welt erzählt wird, in der Poesie als Instrument einer Diktatur missbraucht wird. Weitere Publikationen von Lisa Spalt sind Die zwei Heneriettas (Czernin Verlag, 2017), Ameisendelirium (Czernin Verlag, 2015) und Blüten. Ein Gebrauchsgegenstand. (Czernin Verlag, 2010), Grimms (Ritter Verlag, 2007) und Spitzmötz Planet (Das fröhliche Wohnzimmer, 2003). Spalt erhielt u.a. den Förderungspreis der Stadt Wien (2004), das Elias-Canetti-Stipendium (2007), den Förderpreis des Heimrad-Bäcker-Preises (2008) und den Floriana Literaturpreis (2020).

Zur Auszeichnung

Der 2014 ins Leben gerufene Veza-Canetti-Preis würdigt und unterstützt das vielfältige literarische Schaffen österreichischer Schriftstellerinnen. Benannt nach der Wiener Schriftstellerin Veza Canetti (1897–1963), erinnert die Auszeichnung an die Vielzahl von österreichischen Literatinnen, die jahrhundertelang systematisch von der literaturwissenschaftlichen Kanonbildung ausgeschlossen wurden. Das Preisgeld ist mit 10.000 Euro ebenso hoch angesetzt wie bei den Würdigungspreisen der Stadt Wien.

 

Presseaussendung Stadt Wien

Großer Österreichischer Staatspreis geht an Anna Baar

Die Schriftstellerin Anna Baar erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2022, gab das Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport (BMKÖS) bekannt. Dieser Preis wird auf Vorschlag des Österreichischen Kunstsenats von der Republik Österreich vergeben und geht jedes Jahr an eine Künstlerpersönlichkeit aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik in nicht festgelegter Rotation. Im Vorjahr war die bildende Künstlerin Martha Jungwirth ausgezeichnet worden. Die zuletzt geehrten Schriftsteller waren Florjan Lipuš (2018) und Gerhard Roth (2016). Die höchste Kultur-Auszeichnung der Republik ist mit 30.000 Euro dotiert.

„Anna Baar ist eine unverwechselbare Stimme auf die Bühne der Gegenwartsliteratur. Sie ist Sprachkünstlerin im besten Sinne und zeigt uns, was Literatur im Zeitalter der Digitalisierung und Mediatisierung unserer Gesellschaft leisten kann: nämlich in der Kunst der Erzählung und des Romans, authentische Erfahrungen und Erkenntnisse über unsere Gegenwart vermitteln und unseren Sinn für Unrecht, Irrtümer und Versäumnisse, Risiken und Möglichkeiten schärfen. Anna Baar glaubt an die Kraft der Literatur. Sie ist eine Autorin, die uns mit den Zumutungen der Wahrheit konfrontiert und die es versteht, denen, die nicht gehört werden, eine Stimme zu geben. Sprachkraft, Eigensinn und ein individueller Sound machen aus jedem ihrer Bücher ein Ereignis. Anna Baar ist ein Glücksfall für die Kunst des Erzählens und eine hochverdiente Preisträgerin“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer.

Der Österreichische Kunstsenat, der die Preisträgerin vorschlägt, begründet seine Wahl wie folgt: „Anna Baar lotet in ihrem avantgardistischen Werk mit außergewöhnlichem Sprachgefühl, radikal und verstörend, die Grenzen der Erzählkunst aus. Ihre wie Musikstücke komponierten Texte, die voll sprachlicher Schönheit sind und sich immer wieder in beklemmende kafkaeske Abgründe des Albtraums begeben, thematisieren auf ungewöhnliche Art und Weise das Verhältnis zwischen Realität und Fiktion.“

Anna Baar, 1973 im damaligen Jugoslawien geboren, wuchs zweisprachig in Wien und Klagenfurt auf. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium studierte sie Slawistik, Publizistik, Theaterwissenschaft und Medienarbeit. 1999 schloss sie ihr Studium ab und promovierte 2008.

Ihre Texte – Gedichte, Erzählungen, Essays und Reden – wurden in mehrere Sprachen übersetzt und in zahlreichen deutschsprachigen und internationalen Literaturzeitschriften und Anthologien veröffentlicht.

2015 war sie für den Ingeborg-Bachman-Preis nominiert und las aus „Die Farbe des Granatapfels“, ihrem kurz darauf veröffentlichten Debütroman. Für ihren Roman „Als ob sie träumend gingen“ wurde Anna Baar 2017 mit dem Theodor-Körner-Preis ausgezeichnet. Ihr Roman „Nil“ stand 2021 zwei Monate lang auf Platz 1 der ORF-Bestenliste und war für den Österreichischen Buchpreis nominiert.

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Longlist des Crime Cologne Award steht fest

Vom 25. September bis 4. Oktober 2022 findet das Krimifestival Crime Cologne statt. Ab sofort wird bereits es mörderisch spannend – die Longlist des Crime Cologne Award steht fest! Die Jury bedankt sich bei allen Verlagen für über 70 Einreichungen.

Folgende 13 Titel wurden ausgewählt und werden nun in den kommenden Wochen weiter geprüft:

  • Martin von Arndt: »Wie wir töten, wie wir sterben« (ars vivendi)
  • Robert Brack: »Blizzard« (Ellert & Richter Verlag)
  • Ellen Dunne: »Boom Town Blues« (Haymon Verlag)
  • Horst Eckert: »Das Jahr der Gier« (Heyne Verlag)
  • Linus Geschke: »Das Loft« (Piper)
  • Tommie Goerz: »Frenzel« (ars vivendi)
  • Petra Ivanov: »Stumme Schreie« (Unionsverlag)
  • Michael Jensen: »Blutgold. Syndicat Berlin« (Aufbau Verlag)
  • Wolfgang Kaes: »Das Lemming-Projekt« (Rowohlt Polaris)
  • Carla Mori: »Heavy – Tödliche Erden« (Gmeiner Verlag)
  • Sybille Ruge: »Davenport 160 x 90« (Suhrkamp)
  • Jan Costin Wagner: »Am roten Strand« (Galiani Berlin)
  • Tanja Weber: »Betongold« (Hoffmann und Campe)

Sobald die Shortlist feststeht, informieren wir Sie. Wir freuen uns über den wachsenden Zuspruch, den der Preis jedes Jahr erhält.

Crime Cologne Award

Die Jury besteht aus dem Buchhändler Mike Altwicker (Vorsitz), dem Autor, Journalisten und WInzer Carsten Henn, der Journalistin Petra Pluwatsch, der Journalistin Birgitt Schippers und der Literaturkritikerin Margarete von Schwarzkopf.

Mit dem Preis zeichnen die Veranstalter des Crime Cologne Festivals jährlich den besten deutschsprachigen Krimi des Jahres aus. Ziel des Preises ist es, dem deutschsprachigen Kriminalroman eine Bühne zu bereiten.

Der Preis ist mit € 3000 dotiert, die die Preisträgerin oder der Preisträger erhält. Das Preisgeld wird bereitgestellt vom Kulturamt der Stadt Köln. Alle Shortlist-Nominierten erhalten den Ehrenpreis »Die silberne Lupe«.

 

Pressemitteilung Crime Cologne e.V.

Staatssekretärin Mayer gibt Literaturstipendien bekannt

Aus insgesamt 456 Einreichungen vergibt das BMKÖS dieses Jahr 81 Stipendien mit einer Laufzeit von sechs und zwölf Monaten an österreichische Autor:innen. Monatlich erhalten die Stipendiat:innen 1.400 Euro. Mit den Langzeitstipendien gehen damit 1,1 Millionen Euro in die direkte Förderung österreichischer Autor:innen und ihrer literarischen Arbeit.

„Die österreichische Gegenwartsliteratur ist unverzichtbarer Impulsgeberin und überrascht immer wieder mit ihrer Diversität. Unsere Langzeitstipendien sollen unseren Autorinnen und Autoren eines schenken: nämlich Zeit. Zeit, sich konzentriert ihrem kreativen Schaffen widmen zu können; Zeit, die im besten Fall eine Idee, ein Projekt oder einen Plan zu einem Buch werden lässt, mit dem wir Leserinnen und Leser bereichert werden. Herzliche Gratulation an alle Stipendiatinnen und Stipendiaten und viel Erfolg für ihre Vorhaben“, so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mayer anlässlich der Vergabe der Langzeitstipendien.

Unter den 50 Projektstipendiat:innen (Laufzeit: zwölf Monate) finden sich zahlreiche bekannte Namen, aber auch Autor:innen, die dem Lesepublikum noch nicht so geläufig sind. Für die Kinder- und Jugendliteratur (Mira-Lobe-Stipendium ) und für Theatertexte (Dramatiker:innenstipendium) waren eigene Stipendienprogramme mit sechs bzw. zehn Stipendien ausgeschrieben. Und auch der literarische Nachwuchs wurde heuer wieder mit 15 Startstipendium für Literatur berücksichtigt.

Langzeitstipendium für Literatur 2022/23

Projektstipendien

  • 50 Stipendien für größere literarische Projekte (Prosa, Lyrik, Essay)
  • Laufzeit: 12 Monate, Dotation: 16.800 Euro
  • 249 Einreichungen
  • Jury: Dr. Walter Fanta, Dr.in Karin Fleischanderl, Stefan Gmünder, Dr.in Christa Gürtler
  • Stipendiat:innen: Martin Amanshauser, Theodora Bauer, Helwig Brunner, Irene Diwiak, Leonhard Engler, Antonio Fian, Olga Flor, Gabor Fonyad, Valerie Fritsch, Franziska Füchsl, Florian Gantner, Franz Stefan Griebl, Andrea Grill, Roland Grohs, Egyd Gstättner, Bodo Hell, Semier Insayif, Gertraud Klemm, Gabriele Kögl, Ulrike Kotzina, Julia D. Krammer, Jakob Kraner, Ludwig Laher, Elke Laznia, Lucia Leidenfrost, Eva Lugbauer, Tetyana Malyarchuk, Barbara Markovic, Anna-Elisabeth Mayer, Lukas Meschik, Elena Messner, Lydia Mischkulnig, Kurt Palm, Angelika Reitzer, Stephan Roiss, Eva Schörkhuber, Margit Schreiner, Richard Schuberth, Carolina Schutti, Helena Srubar, Christian Steinbacher, Stanislav Struhar, Katharina Tiwald, Peter Truschner, Andreas Unterweger, Vladimir Vertlib, Jana Volkmann, Sandra Weihs, Josef Winkler, Daniel Wisser

Mira-Lobe-Stipendien

  • 6 Stipendien für Kinder- und Jugendliteratur
  • Laufzeit: 6 Monate, Dotation: 8.400 Euro
  • 59 Einreichungen
  • Jury: Jürgen Lagger, Mag.a Verena Weigl, Dr.in Kathrin Wexberg
  • Stipendiat:innen: Rosemarie Eichinger, Rosanne Janssens, Armela Madreiter, Michaela Obertscheider, Matthäus Prandstätter, Raffaela Schöbitz

Dramatiker:innenstipendien

  • 10 Stipendien für Theaterautor:innen
  • Laufzeit: 6 Monate, Dotation: € 8.400
  • 52 Einreichungen
  • Jury: Mag.a Dr.in Genia Enzelberger, Univ. Prof.in Gerhild Steinbuch, Andreas Karlanganis
  • Stipendiat:innen: Peter Ahorner, Carolyn Amann, Thomas Gyöngy, Peter Lorenz, Martin Mader, Florian Maier, Anna Katharina Neata, Peter Neugschwentner, Magdalena Schrefel, Miriam Unterthiner

Startstipendien für Literatur

  • 15 Startstipendien für Autor:innen unter 35 für die Arbeit am ersten bzw. zweiten Buch
  • Laufzeit: 6 Monate, Dotation: € 8.400
  • 96 Einreichungen
  • Jury: Dr. Stefan Kutzenberger, Sophie Reyer, Patricia Brooks
  • Stipendiat:innen: Anne-Sophie Born, Evelyn Bubich, Jana Diewald, Katharina Godler, Patrick Holzapfel, Karoline-Therese Marth, Carlos Peter Reinelt, Eva Reisinger, Caspar-Maria Russo, Maë Schwinghammer, Mercedes Spannagel, Matthias Vieider, Zara Weiss, Leonie Lorena Wyss, Veronika Zorn

 

Presseaussendung Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport

Leo-Perutz-Preis 2022: Das ist die Shortlist

Die Shortlist für den Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur 2022 steht fest. Der Preis wird von der Stadt Wien Kultur und dem Hauptverband des Österreichischen Buchhandels heuer bereits zum dreizehnten Mal gemeinsam ausgerichtet. Die Stadt Wien Kultur stiftet dabei das Preisgeld in der Höhe von 5.000 Euro.

Folgende Titel sind nominiert:

  • Uli Brée – Du wirst mich töten (Amalthea Signum Verlag)
  • Heidi Emfried – Wiener Wiederauferstehung (Verlag Anton Pustet)
  • Georg Haderer – Seht ihr es nicht? (Haymon Verlag)
  • Josef Kleindienst – Mein Leben als Serienmörder (Sonderzahl Verlag)
  • Gudrun Lerchbaum – Das giftige Glück (Haymon Verlag)

Die Preisverleihung

Welches Werk den Preis tatsächlich gewinnt, wird am 12. Oktober im Rahmen eines Autor:innenempfangs der Kriminacht im Wiener Kaffeehaus bekanntgegeben. Anschließend werden alle nominierten Autor:innen in verschiedenen Wiener Kaffeehäusern bei freiem Eintritt aus ihren Werken lesen. Alle Informationen zur Kriminacht finden Sie unter: kriminacht.at

Die Jury

Die Jury 2022 besteht aus Jury-Sprecherin Sylvia Fassl-Vogler (Stadt Wien Kultur), Susanne Remmer (HVB, Buchhandlung Franz LEO & Comp.), Sabina Naber (Krimi-Autorin), Ina Rossak (Thalia) und Silvia Vertetics (Bestattung Himmelblau).

Der Preis

Mit dem Leo-Perutz-Preis, der jährlich vergeben wird, sollen Krimis ausgezeichnet werden, deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen.

Im Vorjahr ging der Preis an Anne Goldmann für ihren Kriminalroman Alle kleinen Tiere (Ariadne Verlag). Die weiteren Preisträger*innen der letzten Jahre: 2020 Ursula Poznanski mit Vanitas – Grau wie Asche (Droemer-Knaur).2019 Alex Beer mit Der dunkle Bote (Limes Verlag), 2018 Fritz Lehner mit Nitro (Seifert Verlag), 2017 Alex Beer mit Der zweite Reiter (Limes Verlag). 2016 Andreas Gruber mit Racheherbst (Goldmann Verlag), 2015 Theresa Prammer mit Wiener Totenlieder (Marion von Schröder Verlag) und 2014 Eva Rossmann mit Männerfallen (Folio Verlag).

Der Leo-Perutz-Preis für Kriminalliteratur wird mit freundlicher Unterstützung der Bestattung Himmelblau vergeben.

 

Presseaussendung Hauptverband des Österreichischen Buchhandels

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